Wenn dir das Wasser bis zum Hals steht- und dann noch steigt…

(Neben neuen Beiträgen, werde ich hier auch immer wieder „alte“ Texte von mir veröffentlichen – dieser Text ist aus August 2009)

(c) blitzmaerker / Pixelio.de

Nach einer langen Zeit mit den Propheten und Psalmen hab ich mich wieder entschlossen bei 1.Mose anzufangen. Und wie schon so oft hat mich die Geschichte von Noah sehr bewegt. Diesmal war es aber ein Vers, der mir vorher nie so aufgefallen ist.
1. Mose 8,1 (NL):Doch Gott dachte an Noah und an alle Tiere im Schiff. Er ließ einen Wind aufkommen, der die Wassermassen zurückgehen ließ.
Zuerst kam mir in den Sinn, dass dieser Wind den Gott kommen ließ vielleicht der Heilige Geist war. Das war für mich so ein Bild dafür wie Gott an uns denkt und dann den Heiligen Geist schickt, der unsere Wassermassen (Probleme, Herausforderungen, usw.) zurückdrängt. Der vor uns her geht und Dinge in Ordnung bringt, die uns so gewaltig und unbesiegbar erscheinen, dass wir am liebsten aufgeben würden.
Es sind schon einige Tage vergangen, aber dieser Vers lässt mich einfach nicht los. 40 Tage hatte es geregnet und dann stieg das Wasser noch für 150 Tage. Das ist so eine unheimlich lange Zeit, dass ich mir kaum vorstellen kann so lange die Hoffnung zu bewahren, wenn doch alles kontinuierlich schlimmer wird. Da sitzt ich nun in meiner Arche mit meiner Familie und all den Tieren. Sicher ist es laut und es stinkt und alle haben Fragen, die sie an mich richten und was soll ich sagen? Ich weiß doch selbst nicht wie es weitergehen wird, oder doch? Ich würde so gern wissen, wie Noah mit der Situation umgegangen ist – hat er die Hoffnung bewahrt? Oder hatte er auch Angst?
Wenn ich diese Situation auf mich übertrage stelle ich mir vor, dass die Arche mein Gehorsam ist. Wenn ich das tue was Gott mir aufträgt bin ich sozusagen in einem geschützten Raum. Wenn ich zu Gott und seinen Zusagen stehe, allen Widerständen zum Trotz, dann bin ich auf der sicheren Seite. Es ist sogar so, dass er mir dann Schützlinge und Aufgaben vorbereiten wird (Familie und Tiere). Was in dem Zusammenhang wichtig ist – Noah musste die Tiere nicht rufen oder irgendwie in die Arche locken oder gar einfangen. Nein, Gott hat alles vorbereitet – wenn wir gehorsam sind werden wir erkennen welche Werke er füruns vorbereitet hat.
So nun hat er alles gemacht was Gott wollte und sitzt in der Arche fest. Um ihn herum geht alles zugrunde – aller Besitz, Tiere und Menschen. Sicherlich waren Dinge, Menschen und Tiere dabei die er geliebt hat. Gott räumt auf, damit Noah neu anfangen kann. Aber wie fühlt sich das an? Ich denke erst mal tut es weh. Man ist unsicher – was wird mich erwarten? Werde ich für immer hier bleiben müssen? Und Gott? – Der lässt auf sich warten. Im Bibeltext heißt es so schön: Doch Gott dachte an Noah…als wenn er sich plötzlich wieder an ihn erinnern würde – so als wenn Gott über der Erde gewütet und getobt hatte und dann als er sich beruhigt hatte, dann erinnerte er sich wieder an Noah – der da ja noch irgendwo in seiner Arche auf dem Wasser umhertrieb.

 

Aber natürlich war das nicht so – Gott hatte Noah die ganze Zeit im Auge, aber auch uns scheint es doch oft so, als wenn Gott mit irgendwas anderem beschäftigt ist solange wie das Wasser in unserem Leben steigt – bis zum Hals und höher – wenn wir auf Noah schauen: Bis der höchste Berggipfel bedeckt ist. Und dann irgendwann plötzlich denkt er wieder an uns und schickt seinen Wind und das Wasser sinkt. Aber ist es nicht so, dass er dafür gesorgt hat, dass wir sicher sind in unserer Arche des Gehorsams? Ist es nicht so, dass er uns alles gegeben hat was wir zum (über)leben brauchen bis der Wind kommt? Ja, warten gehört zu den schwierigsten Dingen in unserem Leben, aber wir sollten nie vergessen, dass unserer Tränen gepaart mit seinem Licht wie ein Regenbogen sind, der seinen Bund mit uns immer wieder bestätigt und erneuert.

Ein Zitat von Theresa von Avila hat mich heute sehr ermutigt: Gott und ich – wir zusammen sind immer die Mehrheit!
In diesem Sinne warten wir bis er die Türen öffnet und uns in eine ganz neue Freiheit führt und bis dahin sind wir sicher in der Arche unseres Gehorsams.

Für die, die nicht mehr so genau wissen wie die Geschichte mit Noah so von statten gegangen ist oder von aktuellen Filmen verwirrt sind – hier nochmal eine kleine Auffrischung:

Die Geschichte von Noah!

<p><a href=“http://vimeo.com/45836908″>Die Geschichte von Noah</a> from <a href=“http://vimeo.com/user12467040″>Lenna Heide</a> on <a href=“https://vimeo.com“>Vimeo</a&gt;.</p>

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