Marshmallows, Brandblasen und Mut zum Schmerz

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(c) Brigitte Heinen / pixelio.de

(Dieser Bericht ist vom 02.November 2013)

Sowas passiert wahrscheinlich nur mir…ich verbrenn‘ mich an einem Marshmallow – und zwar so, dass in Sekundenschnelle eine Brandblase entsteht. Was macht ein kluges Mädchen in so einer Situation? Kühlen, kühlen, kühlen.

Nun war es schon spät, das heißt ich musste schon bald ins Bett und da war die Frage: „Wie soll ich die Nacht überstehen?“ –  schon sehr präsent.  Denn jedes Mal, wenn ich  den Finger aus dem Eiswasser genommen habe fing es so sehr an zu brennen – und zwar sofort  – dass ich den Finger umgehend wieder ins kühle Nass getaucht habe. Die Salbe für Verbrennungen, die ich dann doch noch gefunden hatte konnte ich nicht wirklich anwenden – wirkt ja nicht im Wasser.

Nach ein paar Anläufen – von rausziehen, unerträglichem brennen,wieder eintauchen – hab ich mich dann doch überwunden und mir vorgenommen zu schauen wie lange ich das Brennen aushalte bzw. zu überprüfen, ob es mit der Zeit schlimmer wird.

PENTACON DIGITAL CAMERA

(c) LetsFunCraft/pixelio.de

Gesagt, getan – Finger rausgezogen, Augen zusammengekniffen,schnell Salbe drauf getan und angespannt gewartet.

Zu meinem Erstaunen mussteich feststellen, dass die Schmerzen sehr schnell bis zu einem erträglichen Maß nachgelassen haben. Nach weiteren 20 min war außer einer leichten Taubheitnichts mehr zu spüren…

Interessant –  hab ich plötzlich gedacht – das ist doch irgendwie typisch für unser menschliches Verhalten. Da machen wir etwas falsch und es richtet Schaden bei uns an –  sei es nun am Körper oder in der Seele, aber weil wir den Schmerz nicht fühlen wollen betäuben wir ihn. Wir nehmen dafür viel Unbequemlichkeit, Angst und Behinderung in Kauf – alles nur, weil wir Angst haben den Schmerz nicht aushalten zu können.

Wenn wir mal einen ganz mutigen Moment haben – dann stecken wir den Kopf (oder eher das Herz) kurz raus aus der Betäubung – sei es nun durch Ablenkung, Verdrängung oder Suchtmittel (die Liste ist natürlich nicht vollständig) – und dann brennt es. Es tut weh! Also überlegen wir uns, dass die andere Variante – so anstrengend und frustrierendsie auch ist, wahrscheinlich doch die leichtere ist.

Einige kommen aus dem Kreislauf nie raus. Die aber die sich trauen ein wenig länger auszuhalten – mal zu testen wie viel sie aushalten können, die werden sehr schnell merken, wie der Schmerz nachlässt. Ganz besonders wenn man die Heilsalbe unseres lieben Papas im Himmel aufträgt.

Ich werd jetzt mal meine Brandblase beobachten und mal schauen, ob die auch noch ein paar Erkenntnisse für mich bereit hält :). In diesem Sinne: Von süßen, heißen Sachen sollte man lieber die Finger lassen – das hinterlässt nur Brandblasen und wenn man Pech hat Narben ;).

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