Verfahren

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(c) Hartmut910 / Pixelio.de

Ja, ich gehöre zu den Menschen, die keinen guten Orientierungssinn haben. Da mir das bewusst ist, versuche ich mir dann schon immer mit Tricks zu helfen, so dass ich nicht ganz hilflos bin, aber manchmal passieren doch Dinge, die fast zu peinlich zum erzählen sind…aber ihr kennt mich ja – wenn man was draus lernen kann, dann kann man es auch erzählen ;)…

Gestern also fahr ich Abends zum Treffen zum Soaking Team und zwar musste ich diesmal zum Rotenberg, da wo ich schon zig mal war und eigentlich sollte ich den Weg im Schlaf kennen – tu ich aber anscheinend nicht. Meistens fahr ich nämlich einfach bei irgendjemand mit. Den langen Weg, den kenn ich schon, aber ich dachte ich bin diesmal mutig und versuch, ob ich es über Heiden, also über die Feldwege, schaffe.

Ich also etwas unsicher, aber guten Mutes losgefahren und vom Gefühl her war ich auf dem richtigen Weg, ich war mir zumindest fast sicher. Nun war ich schon eine Weile gefahren und hatte das sichere Gefühl, dass jetzt gleich, zumindest ganz bald die Straße kommen muss in die ich dann abbiegen muss, um zu meinem Zielort zu kommen.

So langsam wurde die Straße heller und ich hab eine Ampel gesehen…ja, das sieht schon mal gut aus hab ich gedacht, bis ich dann das Ortseingangsschild gesehen hab auf dem „Hörstmar“ (ein Dorf in einer Nachbarstadt) stand.

Im ersten Augenblick wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll – hab mich dann für das erstere entschieden, allerdings mit einem leichten Gefühl von Verzweiflung, weil da ja auch noch ein paar Leute auf mich gewartet haben. Mein erster Impuls war: Umdrehen, nach Hause fahren und den Weg nehmen, den ich kenne. Aber da ich zu lange zum Denken gebraucht hatte bin ich dann schon an der Ampel rechts abgebogen, in der Hoffnung, dass es da in Richtung Detmold geht. Gedacht hab ich: Also, Jesus, jetzt musst du mich führen, ich hab grad keinen Plan.

So, bin ich dann eine ganze Weile im Dunkeln gefahren und hab mich ein wenig an ein paar Schildern orientiert, bis ich gemerkt habe: Hey, ich bin ja richtig! Mit einer Verspätung von gerade mal 2 min bin ich dann zur Besprechung gekommen und hätte ich nicht so hemmungslos über mich selber gelacht, hätte wahrscheinlich niemand was gemerkt.

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(c) Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Aber was mir klar geworden ist bei dieser Konfrontation mit meiner Schwäche, ist, dass es im geistlichen auch oft so ist – gerade bei mir war es die letzten Monate so. Ich war unterwegs in der Hoffnung auf dem richtigen Weg zu sein und kam dann plötzlich irgendwo an, wo ich nicht hin wollte – gefühlt völlig falsch. Und auch im geistlichen hab ich dann oft das Gefühl, dass ich wieder ganz von vorne anfangen muss und das ich jetzt so viel Zeit vergeudet hab und das ich sowieso nicht mehr schaffen kann, was ich schaffen soll und wollte. Aber wenn ich bereit bin völlig auf Jesus zu vertrauen, dann führt er mich einen Weg, den ich bisher nicht kannte, der mich aber total pünktlich zum Ziel bringt. Das fühlt sich unterweg nicht besonders gut an, weil man nichts unter Konterolle hat und dazu auch noch keinen Plan, aber umso mehr freut man sich dann, wenn es doch klappt und man kann sich 100% sicher sein, dass man nichts dazu beigetragen hat, ausser weiter zu gehen und auf dabei auf Gott zu hören.Und als Bonus bekomm ich dann auch noch ein besseres Verständnis von der Gesamtlage – ich hab jetzt zumindest ein bisschen besser begriffen wie die Dörfer hier miteinander verbunden sind.

Und nächstes Mal lass ich mich einfach wieder abholen 😉

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