Wie man sich trösten lassen kann… (eine Fortsetzung)

Vor einigen Monaten hab ich ja einen Bericht mit dem Titel: Wie kann man sich trösten lassen? hier veröffentlicht. Damals hab ich ja geschrieben, dass ich noch mitten im Prozess bin zu lernen und ganz ehrlich glaub ich nicht, dass ich schon alles verstanden habe – ich merke allerdings, dass ich mittlerweile einiges Verstanden habe, mich auch an altes erinnert habe und es wieder entstaubt habe und vor allen Dingen ist mein Herz über viele Dinge zur Ruhe gekommen. Und ich dachte es wäre sicherlich fair, wenn ich mal ein wenig weiter erzähle was ich damals angefangen habe.

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(c) Uwe Wagschal / pixelio.de

Ich hab ja in dem letzten Bericht geschrieben ich habe vor Gott kapituliert. Im Detail sah das so aus, dass ich ein Ja dazu finden musste, dass Gott mir alles sagen darf was er will, weil ich ihm vertrauen möchte, dass er es gut mit mir meint und mich nicht überfordern wird. Geschehen ist das Ganze an einem Soakingabend begleitet mit vielen Tränen und blanker Verzweiflung oder Panik ist vielleicht das bessere Wort. Was mich damals erstaunt hat war, dass es mir hinterher plötzlich schlagartig besser ging. So als wenn die Wolkendecke aufgebrochen ist und die Sonne scheint. Ich hab das erstmal so stehen lassen und gehofft es erklärt sich mir noch. Und tatsächlich hat Gott mich kurze Zeit später an ein Prinzip erinnert, dass ich eigentlich gut kannte, aber irgendwie völlig vergessen hatte. Werner May hatte mir eine email geschrieben und mich darauf aufmerksam gemacht, dass es ein neues Buch von Hanne Baar gibt und sowas lass ich mir ja nicht zweimal sagen – Hannes Bücher müssen schnellst möglich gelesen werden – das ist eine Regel in meinem Herzen :). (Natürlich nicht, weil es ein Zwang ist, sondern, weil ich weiß, dass sie mir gut tun und ich viel dabei lerne).

In ihrem neuen Buch (So können wir doch leben) erkläre Hanne Baar noch einmal ganz genau, wie Schmerz nachlässt, wie man Schmerz verarbeiten kann. Kurz darauf hab ich ja auch die Studienreihe von Havillah Cunnigton gesehen und auch eine Predigt von Johannes Hartl zu dem Thema und was ich gelernt habe will ich jetzt mal versuchen kurz zusammenzufassen.

Leid und Schmerz sind Dinge über die keiner von uns gerne redet, wir wünschten es gäbe sie nicht – es gibt auch den Begriff:: Paradiessehnsucht, der gut beschreibt wie wir uns unser Leben wünschen und das ist nicht ohne Grund so. Gott hat uns gemacht und uns das Paradies zum leben gegeben. Dort gab es keinen Schmerz und kein Leid und wir Menschen sind für diese Dinge nicht gemacht. Wir können von Natur aus nicht damit umgehen. Ich denke jeder kann das bestätigen – niemand von uns weiß einfach so, wie man gesund mit Schmerz umgehen kann. Das was wir in unserer Kindheit ganz schnell lernen sind Wege Schmerz zu umgehen. Fluchtmechanismen, die verhindern sollen, dass wir Schmerz aushalten müssen, denn die tiefe Angst die dahinter sitzt ist: „Ich werde daran sterben.“ Vielleicht ist es die Angst aus dem Paradies: „Vielleicht stimmt es doch, das ich sterben muss, weil ich von der verbotenen Frucht gegessen habe?“ Wer weiß?

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(c) CIS / Pixelio.de

So vielfältig wie wir Menschen sind, so vielfältig sind auch unsere Fluchtwege, da gibt es Menschen, die sich körperlichen Schmerz zufügen, um die Seele nicht spüren zu müssen, oder Leute, die alles relativieren – es ist doch gar nicht so schlimm!! – oder die, die ihren Schmerz betäuben mit allen nur erdenklichen Suchtmitteln und die, die sich einfach permanent ablenken, die sich nicht trauen allein zu sein oder Stille nicht aushalten können, weil das Verdrängte sie dann einholt…und die Liste geht sicher noch endlos weiter.

Das was wir oft nicht begreifen können oder wollen ist: Schmerz lässt erst nach, wenn er durchlebt und angenommen wird. Und das erstaunliche ist: Wir merken plötzlich: Es bringt mich gar nicht um. Ja, es tut weh, aber ich kann das aushalten. Diese Erkenntnis führt dazu, dass wir gestärkt werden und an Freiheit gewinnen – denn die Dinge, die wir bewältigt haben, die machen uns keine Angst mehr. Wenn ich schon einmal in einem Loch war, aber herausgefunden habe wie ich da rauskommen kann, dann wird die Angst vor diesem Loch immer kleiner werden.

Identität wartet

(c) Lenna Heide

 

Einen wunderbaren Nebeneffekt hat das Ganze auch noch, nämlich die Tatsache, dass es eine Wechselwirkung zwischen Trauer und Freude gibt. Damit meine ich nicht unbedingt, dass sie sich abwechseln, obwohl das sicher auch stimmt. Es steht ja schon in der Bibel: Alles hat seine Zeit. Was ich meine ist: ´Das Maß in dem ich Schmerz zulassen kann bestimmt das Maß in dem ich Freude empfinden kann. Das heißt, je tiefer ich mich an meinen Schmerz wage, desto tiefer werde ich auch hinterher in der Lage sein mich zu freuen. Das ist doch mal eine schöne Motivation.

Was ich natürlich aber auch immer wieder erlebe ist, dass ich einen fürsorglichen himmlischen Vater habe, der mir immer zur rechten Zeit etwas schenkt, dass meiner Seele wohl tut. Letzten Samstag z.B. war der 2. Todestag von meinem Papa und an diesem Tag hab ich ein Lied von Jon Thurlow entdeckt, dass mich wirklich getragen und getröstet hat. Und weil ich es so schön fand und gedacht habe, dass vielleicht auch jemand von euch ein wenig Trost braucht hab ich daraus einen Clip gemacht mit Bildern und der deutschen Übersetzung. Seid gesegnet und getröstet damit.

<p><a href=“http://vimeo.com/117884090″>Mylittleone</a&gt; from <a href=“http://vimeo.com/user12467040″>Lenna Heide</a> on <a href=“https://vimeo.com“>Vimeo</a&gt;.</p>

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