Das Leid und seine Facetten

Zum Abschluss meiner Trost-Reihe wollte ich noch ein paar Gedanken loswerden zum Thema Leid. Auf meiner „Reise“ in den letzten Monaten hab ich festgestellt, dass es verschiedene Arten von Leid gibt und verschiedene Gründe warum wir leiden. Wer die letzten beiden Berichte zu diesem Thema nicht gelesen hat und jetzt vielleicht Probleme hat zu folgen, dem verlinke ich hier nochmal die alten Artikel: Klick mich

Ich hab ja im letzten Bericht geschrieben, dass wir nicht für Leid gemacht worden sind und das der Mensch deswegen erst lernen muss mit Leid umzugehen, das er sich das von Gott beibringen lassen muss, weil er sonst immer zu einem Fluchtweg greifen wird, um dem Schmerz zu entkommen. Jesus selbst hat gesagt, dass wir Leid ausgesetzt sein werden solange wir auf der Welt leben, das liegt daran, dass wir in einer gefallenen Schöpfung leben und uns bestimmten Umständen, die von aussen auf uns einprasseln nicht entziehen können. Wir können aber lernen und davon nicht beeinflussen zu lassen. Wir können lernen mit einem Blick Richtung Himmel zu leben und sozusagen über die Umstände herschen, indem wir uns von Gott trösten lassen und darauf fokussiert bleiben was wirklich wichtig ist. Mit Gott kann man die schlimmsten Dinge überwinden, dadurch sogar gestärkt und ermutigt hervorgehen. Und genau das ist unser Auftrag im Leid, denn nichts macht Gott in dieser Welt größer als Menschen, die gelernt haben Leid zu überwinden. Nichts wird anderen Menschen die Größe unseres Gottes mehr vor Augen malen, als die (gesunde) Art mit Schmerz und Leid umzugehen, die nur Gott uns lehren kann. Im Leid verborgen liegt also der Schatz seinen Namen groß zu machen. Das hat nichts damit zu tun, dass Gott möchte, das wir leiden – nur damit, dass er alles was sich uns in den Weg stellt zum besten benutzen kann, wenn wir ihn lassen. Das hat auch nichts damit zu tun, dass wir keinen Schmerz empfinden – sondern damit, dass wir wissen wo Trost und Hoffnung ist.

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(c) Rainer Sturm/ Pixelio.de

Weit über den Schmerz den Umstände uns verursachen können empfinde ich aber den Schmerz, den man empfindet, wenn man in Jesu Licht tritt und sich selber im Vergleich zu ihm sieht. Das ist der Schmerz, der heilsam ist, weil er zu einem zerbrochenen, demütigen Herzen führt. Und ich meine jetzt nicht den Schmerz von Verdammnis und Schuldgefühlen, sondern den Schmerz, wenn mein Ich sich eingestehen muss, dass ich wirklich nichts kann ohne ihn und wirklich nichts bin ohne ihn – sobald ich mir das ehrlich eingestehe habe ich Zugang zu seiner Gnade und werde dadurch getröstet, dass er alles durch mich sein will und kann, wenn ich ihn lasse. Er ist stark in unserer Schwachheit – aber da hinein zu wachsen tut erst Mal weh. Ein heilsamer Schmerz, der aber, wenn es gesund ist nur kurz andauert, weil sein Trost und seine Gegenwart jeden Schmerz übersteigen.

Ein weiterer Schmerz, der uns begegnen kann und den ich als ganz besonders empfinde ist der Schmerz eines Fürbitters. Der Schmerz, der unser Herz mit Gottes Herz eins macht. Wenn wir wirklich erleben wie unser Herz für die Dinge zerbricht, die sein Herz zerbrechen, wenn wir weinen mit den Weinenden und dadurch den Himmel in Bewegung setzten und Heilung bei anderen Menschen freisetzten. Wichtig bei diesem Schmerz ist, dass er nur so lange andauern darf wie die Gebetszeit mit Jesus andauert. Am Ende muss man eine Art Durchbruch erleben, man spürt, das in der unsichtaberen Welt etwas erkämpft worden ist und dann lässt der Schmerz nach. Normalerweise kommt danach eine tiefer Friede, weil unsere Aufgabe in diesem Bereich erstmal abgeschlossen ist. Wenn man merkt, dass man sich niedergedrückt fühlt oder Schmerz nicht loslassen kann sollte man schauen, ob man entweder selbst noch Wunden hat, die aufgebrochen worden sind, weil man sie gestreift hat oder ob man vielleicht noch lernen muss, dass Jesus der Retter ist und niemand sonst – ich kann niemanden retten, also muss und brauch ich diese Last nicht mit mir zu tragen – diese Lasten gehören ans Kreuz und nirgendwo hin sonst.

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(c) Angelika Koch-Schmid / Pixelio.de

Der letzte Schmerz oder das letzte Leid, das ich erwähnen möchte ist das Leid, das wir im Himmel erleben werden. Jetzt werden vielleicht einige sofort aufschrecken und sage: Im Himmel gibt es kein Leid und keine Tränen. Und Grundsätzlich stimme ich dem auch völlig zu. Allerding steht in der Bibel: Gott wird uns im Himmel alle Tränen abwischen…was doch voraussetzt, dass es Tränen gibt, die er abwischen kann, oder? Dieses Thema hat mich schon lange beschäftigt und ich hab so einige Bücher gelesen, die sich auch mit dieser Frage befasst haben und bin für  mich bisher zu folgendem Schluss gekommen: Ja, wir werden wahrscheinlich alle im Himmel weinen – erst Mal – und dann wird Jesus uns trösten und dann fängt die Zeit der Freude an. Worüber werden wir also weinen? Ich glaube das Erste was Jesus im Himmel machen wird ist, dass er uns alles offenbaren wird. Er wird uns zeigen was in unserem Leben himmlisch war und was nicht. Was die wirklichen Motive unseres Herzens waren. Es steht dort ja, dass alles brennen wird und dann wird man sehen was davon übrig bleibt. Und was wichtig ist – es geht bei dieser Sache nicht um Erettung – alle die das erleben sind errettet und bleiben erettet – worum es geht ist: Was hat Ewigkeitswert? Ich glaube Jesus wird uns offenlegen, was wir hätten sein können. Alles was wir hätten tun können mit dem was er in uns hineingelegt hat. Wir werden erkennen wie oft wir ihn verfehlt haben wie oft wir uns falsch entschieden haben und ich glaube zu diesem Zeitpunkt werden wir erkennen, wie dumm und unnötig, das eigentlich war. Wie dumm es war aus Menschenfurcht nicht auf den Heiligen Geist zu hören, wie dumm es war sich etwas zu kaufen, das vergänglich ist und dafür jemand anders nicht zu helfen, usw. Und das wird weh tun, das wird so richtig weh tun. Aber dann wird Jesus uns die Tränen abwischen und uns zu unserem Papa bringen und wir werden feiern und frei sein und in Frieden sein mit dem was war, was ist und was kommt.

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(c) Linda Dahrmann / Pixelio.de

Ich wünsch mir einfach so sehr, dass wir immer mehr lernen in all diesen Bereichen des Leids gesund zu werden und zu wachsen. Und was den letzten Punkt betrifft hoffe ist, dass wir immer mehr begreifen was in unserem Leben für den Himmel ist und was nur irdischen Wert hat und, dass wir immer mehr Mut haben uns für den Himmel zu entscheiden. Seid gesegnet dabei. Falls ihr Gedanken oder Fragen dazu habt, dann schreibt mir einfach in den Kommentaren oder per Mail, ich würde mich freuen von Euch zu hören.

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