Felsblöcke, Geduld und Hoffnung

Ostern ist schon ein paar Tage vorbei – naja, das geschichtliche Ereignis und der Feiertag in diesem Jahr – aber im Grunde ist ja immer Ostern für uns Christen. Was ich eigentlich sagen wollte: Ich hab mir in den letzten Wochen immer wieder die Ostergeschichte in den verschiedenen Evangelien durchgelesen und bin an der Geschichte in Markus 16 hängen geblieben.

Dort wird erzählt, dass drei Frauen sich bei Sonnenaufgang auf den Weg gemacht haben, um den Leichnam von Jesus einzubalsamieren.

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(c) Sunny 711/Pixelio.de

Jesus war gestorben und am Tag danach wurde Sabbatruhe gehalten. Das heißt, die Frauen waren gezwungen einen ganzen Tag auszuhalten, obwohl sie wahrscheinlich gern sofort damit angefangen hätten. In dieser Zeit des Wartens haben sie aber nicht resigniert sondern haben auf die nächste Möglichkeit gewartet und sobald die Sonne aufging waren sie unterwegs. Unterwegs zu dem Ort wo sie Jesus vermuteten. Ihre Liebe war so groß, dass es Ihnen egal war, dass er ja jetzt anscheinend sowieso schon tot war, dass alles woran sie geglaubt hatten, augenscheinlich irgendwie nicht stimmen konnte – und doch – da muss noch ein Hoffnungsschimmer gewesen sein, ein: Ich versteh jetzt zwar gar nichts mehr, aber ich werde mich nicht von Jesus abwenden, dafür vertrau ich ihm zu sehr, dafür kenn ich ihn zu gut. Unterwegs machen sie sich Gedanken wie sie den Felsbrocken, der vor dem Grab ist wegbekommen können. Die drei gingen wohl davon aus, dass sie zu schwach dafür sind und von den Männern wollte anscheinend keiner mitkommen, um ihnen zu helfen.

Und dann kommt alles anders als sie sich das vorgestellt haben: Der Felsbrocken ist schon weggerollt worden und dazu kommt noch: Jesus ist nicht tot, er lebt und zeigt sich ihnen- insbesondere Maria.

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(c) Rike / Pixelio.de

In den letzten Wochen hab ich viel aus dieser Geschichte gelernt, aber vor allen Dingen dient sie mir als Erinnerung daran, dass ich meine Hoffnung nicht verlieren möchte, egal wie groß der Felsbrocken ist, der zwischen mir und meinem Zielort liegt.

Diese drei Frauen erinnern mich daran, dass ich wach sein möchte, um jede Gelegenheit zu ergreifen in Jesu Nähe zu sein und um seinen Willen zu tun. Ich will nicht göttliche Gelegenheiten verpassen, nur weil ich gerade wegen der Umstände keine Hoffnung und keine Geduld habe oder weil ich resigniere, weil ich nicht verstehe was Gott tut. Sie erinnern mich auch daran, dass ich mir keine Sorgen machen brauche, um die Felsbrocken, die ich nicht selber wegbewegen kann. Diese Felsbrocken liegen dort nicht ohne Grund. Entweder versperren sie einen Ort, an dem ich nur Tod finden würde oder sie dienen dafür Gottes Größe zu demonstrieren. Überall dort wo Leben für mich ist wird er den Felsbrocken selber wegrollen, wenn ich ihn lasse und es nicht selber zu machen versuche.

Die letzten Tage und Wochen waren für mich sehr herausfordernd und oft sind meine Gedanken zu dieser Geschichte gewandert und jedes Mal hat es meinen Geist ermutigt mir diese Wahrheiten vor Augen zu führen. Ich hab in den letzten Wochen erlebt, wie Gott Felsbrocken liegen lässt – sich sogar selber draufsetzt, damit sie nicht doch noch bewegt werden – aber auch wie er Felsbrocken einfach wegräumt, die mich vorher völlig überfordert haben. Immer wieder muss ich mir klar machen was gerade dran ist. Soll ich warten und meine Hoffnung hoch halten – oder bricht schon der Morgen an und es ist Zeit aufzustehen und die Initiative zu ergreifen? Zu welchem Felsbrocken soll ich mich aufmachen? Hinter welchem wartet Leben auf mich? Und immer wieder bin ich dankbar, dass ich den Heiligen Geist habe, der mich wie ein Fremdenführer in einem mir unbekannten Land führt und mir immer wieder den besten, kürzesten und sinnvollsten Weg zeigt.

Jeder Felsbrocken hält die Möglichkeit eines Wunders für mich bereit, aber vor allen Dingen ist es eine Begegnungsstätte mit dem, den meine Seele liebt.

Ich segne euch heute mit Hoffnung und Geduld und einer ganz neuen Liebe zu Felsbrocken : ).

Akki

(c) Lenna Heide

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