Durch das geteilte Meer gehen

Gestern beim Gebet für den Gottesdienst vor dem Gottesdienst hat Leo zu uns gesagt, dass er den Eindruck hat, dass es heute um Verheißungen gehen wird – Verheißungen, die Gott neu gibt, aber auch Verheißungen, die er uns schon gegeben hat und an die er uns erinnern möchte. Und natürlich hat sich in meinem Inneren sofort die Frage gestellt an welche Verheißung Gott mich wohl erinnern möchte? Und innerhalb von Sekunden ist mir auch eine eingefallen und gleichzeitig hat er mir das Bild des geteilten Meeres gezeigt.

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(c) Huber/Pixelio.de

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, in diesem Fall ist das auf jeden Fall richtig ausgedrückt. Beim Beten hat der Heilige Geist nämlich angefangen mir das Bild nach und nach aufzuschließen und ich bin mir sicher, da gibt es noch mehr zu holen, weil er mich heute den ganzen Tag über auch immer wieder dorthin zurück geführt hat, um mir noch neue Dinge zu zeigen. Einiges ist sehr persönlich und verbindet sich mit anderen Verheißungen und Aussagen, deswegen wäre es zu weitläufig das heute alles aufzuschreiben, aber einiges möchte mein Herz mit euch teilen und deswegen will ich euch einladen mitzukommen in dieses Bild.

Das erste woran der Heilige Geist mich erinnert hat war, dass ich vor ein paar Tagen aus irgendeinem Grund etwas über das rote Meer nachgelesen habe und dabei ist mir etwas ins Auge gesprungen. Dort stand nämlich, dass das rote Meer an seiner engsten Stelle 29 km breit ist…

Da hab ich erstmal gestutzt und gedacht: Meine Güte, dann mussten die ja stundenlang durch das Meer laufen. Für mich, gefühlt, war das immer so eine 15min Aktion gewesen. Rein, durchlaufen, schnell wieder raus – wenn man das natürlich logisch bedenkt, ist es klar, dass es nicht so eine kurze Aktion war. Ich stell mir jetzt also mal vor ich steh vor diesem Meer – am anderen Ende ist meine Verheißung, das weiß ich, aber bisher hatte ich keine Vorstellung wie ich da hinkommen soll…und dann hebt Moses den Stab und es kommt ein Wind und das Meer teilt sich vor meinen Augen.

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(c) Janusz Klosowski / Pixelio.de

Ganz ehrlich, das war bestimmt ein unglaublicher Moment, aber dann gibt es eine Entscheidung, die ich treffen muss und die ist gar nicht so einfach: Will ich da durch gehen?

Da kommen doch sofort wieder die ganzen Was-Wenn-Fragen? Was wenn es gleich wieder zusammenplatscht? Was wenn ich am anderen Ende etwas anderes vorfinde als ich erwarte? Was wenn keiner mit mir mitkommt? Und an dieser Stelle hab ich zum ersten Mal begriffen was für eine Gnade es war, dass die Ägypter hinter dem Volk hinterhergejagt sind. Manchmal brauchen wir diese eine Sache, die uns noch mehr Angst macht als das was vor uns liegt, damit wir Mut haben den ersten Schritt zu machen, damit wir nicht mittendrin wieder umkehren, dann wenn es anstrengend wird oder damit wir nicht einfach mal zwischendurch eine zu ausgedehnte Pause machen.

Mein Vertrauen in Gottes Schutz und Güte wird manchmal dadurch gestärkt, dass ich gar keine Wahl mehr habe als sie mal zu testen 🙂 .

Nun mach ich also den ersten Schritt und merke…O.K. es hält noch…und dann den zweiten und den dritten…der Boden ist sicherlich noch ziemlich matschig und es ist gar nicht so leicht vorwärts zu kommen und ich beeile mich, weil ja auch von hinten noch etwas kommt wovor ich Angst habe…und dann hab ich irgendwann diesen Punkt erreicht – wo vorwärts gehen und zurückgehen gleich weit sind und ich denke, dass ist der Punkt an dem man spätestens kapitulieren muss. Und hier hab ich halt gemacht und gedacht: Was ist denen wohl durch den Kopf gegangen? Wie fühlt es sich an, wenn man seine ganze Familie an einen Ort gebracht hat, der für alle zur lebensbedrohlichen Falle werden kann? Was wenn ich sogar ein ganzes Volk mitgenommen habe, so wie Moses? Bei der Vorstellung dreht sich einem ja der Magen um. Aber irgendwie kann man jetzt auch glaub ich losgelöster weitergehen. Das Ziel rückt näher, der Boden ist sicherlich schon getrocknet…jetzt heißt es nur noch durchhalten, obwohl es sicherlich anstrengend ist. Man wird müde, man hat das Gefühl man kommt nie an und am liebsten würde man sich hinsetzten und einfach nur ausruhen oder vor Erschöpfung heulen… Aber dann erinnert man sich wieder an die Ägypter die einem hinterherjagen und ist wieder etwas motivierter.

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(c) Gerhard Prantl / Pixelio.de

Und dann irgendwann sieht vielleicht der erste das andere Ufer und fängt an zu jubeln vielleicht sogar mit letzter Kraft zu laufen und eine unglaubliche Freude macht sich breit, was für eine Ermutigung, dass es schon jemanden gibt der es geschafft hat – dann kann ich es bestimmt auch noch schaffen. Und tatsächlich schaffen es alle…nur nicht die, die mir Nacken saßen…denn als alle sicher am anderen Ufer sind, dann wird der Weg wieder verschlossen – denn er ist nur Gottes Kindern vorbehalten…der Feind wird von Gott „zur Ruhe“ gebracht – ich bin bei meiner Verheißung angekommen.

Und als ich so am Ende dieses Szenarios war hab ich gedacht – wie würde sich das Bild eigentlich verändern, wenn ich weiß, dass Gott gut ist, wenn ich ihm blind vertraue? Würde ich dann nicht ohne Zögern losgehen und während des ganzen Weges begeistert stauen über das was er gemacht hat – nur für mich!?! Wie interessant muss denn das alles ausgesehen haben und was mag wohl auf dem Meeresboden so alles rumgelegen haben? Bestimmt hatte Gott auch ein paar Schätze auf dem Weg freigelegt. Würde ich nicht den ganzen Weg über feiern können, dass Gott so gut zu mir ist und voller Vorfreude tanzen über das was mich noch erwartet? Wäre ich nicht völlig entspannt, über den Feind hinter mir – weil ich wüsste, dass Gott sich um ihn kümmert…vielleicht würde ich ihn noch nicht einmal sehen? Würde ich nicht immer wieder voller Erwartung auf mein Ziel schauen und davon angetrieben gar nicht bemerken wie lang der Weg ist. Und ehrlich gesagt glaube ich, dass ich dann bereits völlig verändert am Ziel ankommen würde, weil ich meine Augen schon auf das richte was längst mir gehört und dadurch schon Stück für Stück, Blick für Blick verwandelt werde.

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(c) Sillilein74 / Pixelio.de

So möchte ich in Zukunft auf meine Verheißungen zugehen. Ich will aus tiefstem Herzen vertrauen, dass Gott den Weg vorbereitet hat und offen halten wird bis ich am Ziel angelangt bin. Ich will ihn feiern und die großartigen Dinge, die er für mich tut. Ich will die Augen offen halten für die Überraschungen und Schätze auf dem Weg und ich will meine Augen auf das Ziel richten und nicht auf das was mir Angst machen will.

Die ganze Zeit während ich darüber nachdenke und das schreibe hab ich das Lied von Jonathan David und Melissa Helser im Ohr (No longer Slaves) – besonders die Passage in der sie singt:

Du teiltest das Meer, damit ich mitten durchgehen kann.
Du hast meine Ängste in perfekter Liebe ertränkt.
Du hast mich gerettet, damit ich stehen und singen kann:
Ich bin ein Kind Gottes.

Und damit will ich aufhören…Respekt auf alle, die bis hier gelesen haben :).

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