Güte und Barmherzigkeit werden mir folgen…

diese Worte aus dem letzten Vers im Psalm 23 sind mir in den letzten Tagen irgendwie viel plastischer und greifbarer geworden.

Hirtenliebe

(c) Lenna Heide

Beschäftigt hab ich mich mit dem Pfahl im Fleisch, den Paulus beschreibt. Als Conrad Gille uns vor kurzem besucht hat, hat er diese Bibelstelle noch mal ganz einfach und logisch erklärt. Im alten Testament wird der Pfahl im Fleisch als ein Bild für die Feinde Israels verwendet und da Paulus eigentlich fast nur Bilder aus der Schrift verwendet in all seinen Briefen kann man eigentlich davon ausgehen, dass er damit also seine „Feinde“ gemeint hat. Menschen die ihm hinterhergereist sind und die Gemeinden, die er gegründet hatte, nachdem er weg war durcheinandergebracht haben, in dem sie das Gesetz gepredigt haben.
Paulus hat Gott also drei mal gebeten diesen „Pfahl“ zu entfernen, aber Gott hat gesagt: Meine Gnade reicht dafür aus…vertrau mir.

Postkarte11

(c) Lenna Heide

Ich bin also ins Grübeln gekommen, was eigentlich mein Pfahl im Fleisch ist. Damit meine ich: Welche Umstände oder Verhaltensweisen von Menschen lassen mich daran zweifeln, dass Gottes Gnade dafür genug ist? Oder anders gesagt was muss passieren, dass ich mein Fleisch wieder so richtig spüre…spüre, dass da noch nicht alles gestorben ist?
Und tatsächlich sind mir da ein paar Dinge eingefallen J Zuerst aber hab ich feststellen müssen, dass es da tatsächlich Dinge gibt, die ich vor ein paar Jahren noch in diese Kategorie eingeordnet hätte, die jetzt aber überhaupt kein Problem mehr sind…obwohl Gott den Pfahl nicht weggenommen hat. Was ich nämlich im Rückblick gemerkt habe ist: Sobald ich erlaube, dass die Gnade in diesem Bereich übernimmt, sobald ich anfange zu glauben, dass die Gnade auch dafür reicht…im selben Augenblick hat dieser Pfahl keine Kraft mehr und ist mir auch noch zum Gnadenspender geworden – also zu einer Sache, die mich Gottes Gnade neu erleben lässt.

verlorenesschaf

(c) Lenna Heide

Ein Beispiel wären zum Beispiel meine Beratungsgespräche von früher. Wenn die Klienten gegangen waren musste ich mich manchmal lange Zeit sammeln. Damit meine ich: Meine Gedanken haben noch lange um die Person gekreist und ich habe mich immer wieder gefragt, ob alles richtig gelaufen ist, ob ich nicht etwas hätte anders machen sollen, usw. Ganz besonders wenn ich das Gefühl hatte die Beratung oder das Coaching schlägt nicht wirklich an. Irgendwann hab ich dann begriffen, dass ich die Person eh nicht retten kann sondern dass das nur Jesus kann. Ich geb‘ also mein bestes und muss dann darauf vertrauen, dass Jesus was draus machen kann – so wie er mit 5 Broten und 2 Fischen 5000 Menschen versorgen konnte. Seit dem hab ich inneren Frieden – nicht nur sobald sich die Tür hinter dem Klienten schließt sondern auch schon vorher. Solange ich nicht darauf vertrauen konnte, dass Gottes Gnade auch für meine Schwachheit in diesem Bereich reicht hab ich immer das Gefühl gehabt ich muss noch was machen…

Hirte

(c) Lenna Heide

Während ich so mit Gott über das Thema geredet habe hab ich im Bild gesehen was passiert, wenn ich selber versuche die Situation oder die Person zu „retten“. Ich bin von Jesus weggewandt und auf die andere Person oder Situation gerichtet…was ich aber nicht sehen kann ist, das hinter mir eine ganze Armee von Engeln steht – Rücken an Rücken mit mir – die darauf wartet, das ich aus dem Weg gehe damit sie eingreifen können. Sobald ich die Situation hinter mir lasse, mich Jesus wieder zuwende können sie zur Tat schreiten und ich erlebe was es heißt, das Güte und Barmherzigkeit mir folgen mein Leben lang… Der wichtige Punkt ist: Sie folgen mir, ich muss die Sache also hinter mir lassen. Also wenn ich daran denke wie der Vers endet nämlich mit: Und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. – dann fällt es mir gleich noch etwas leichter, die Tür zuzumachen und die Sache hinter mir zu lassen. In diesem Sinne: Habt ein gesegnetes Wochenende im Hause eures Papas und genießt den Gedanken, dass ihr überall wo ihr gewesen seid eine Spur von Güte und Barmherzigkeit hinterlassen habt. Nicht weil ihr etwas Besonderes getan habt, sondern weil ihr etwas Besonderes seid.

 

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