Warum Schmerz mich lebendig macht

Naja richtiger wäre wohl zu sagen, er lässt mich spüren, dass ich lebendig bin. Ich hab mich heute an das Wochenende erinnert und war total dankbar, weil Gott mir ein paar Dinge gezeigt hat, die ich noch mit mir rumgetragen hab, weil ich noch nicht zugelassen hatte, den Schmerz darüber zu fühlen.

Und irgendwie hab ich gemerkt, ich hab gar keine Angst (mehr) Schmerz zu fühlen, weil Schmerz viel mehr als andere eine ganz intensive Bewusstheit meiner selbst bewirkt. (In diesem Prozess hat es mir auch geholfen zu verstehen, dass Schmerz endlich ist…er hört immer  irgendwann auf, wenn ich ihn zulasse und weil Schmerz endlich ist, gibt es ihn auch nicht in der Ewigkeit J) Bildlich würde ich das ungefähr so beschreiben: Als wenn entweder die Umstände oder die Menschen von außen auf mich drücken und ich dadurch aber erst wahrnehmen kann wo meine Grenzen sind und im Grunde auch wer ich eigentlich bin.

GottesWiege

(c) Lenna Heide

Wenn ich ehrlich bin schau ich manchmal sogar gerne traurige Filme…ich meine so richtig traurige Filme, einfach um mich selber spüren zu können. Das klingt ein bisschen wie Folter, ich weiß, aber vielleicht kann das ja einer von euch nachvollziehen (ich wäre dankbar, über eine kurze Rückmeldung, wenn das so ist :)). Hinterher fühl ich mich dann total bei mir angekommen und das ist das was ich mit: „sich lebendig fühlen“ meine.

Etwas Ähnliches erlebe ich auch bei Auseinandersetzungen. Besonders wenn diese respektvoll sind. Also einfach ein Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Meinungen oder Betrachtungsweisen. Wenn es O.K. ist sich gegenseitig zu hinterfragen, aber wo auch klar ist, dass es O.K. ist wenn der andere bei seiner (anderen) Meinung bleibt. Nach so einer Auseinandersetzung fühl ich mich oft total erfrischt und belebt, denn nach so einem Gespräch weiß ich immer ein Stück besser wer ich bin und hab gleichzeitig den anderen intensiver kennenlernen dürfen bzw. in gewisser Weise richtig spüren können.

verlorenesschaf

(c) Lenna Heide

Vielleicht ist es deswegen auch oft einfacher Gott im Leid zu begegnen oder ihn besser kennenzulernen: Ganz einfach, weil wir dann echt bzw. bei uns sind und nur dann ist eine echte Begegnung mit Gott oder auch mit Menschen möglich. Also ich muss sagen ich empfinde es als große Freiheit keine Angst vor Schmerz und keine Angst vor Auseinandersetzungen zu haben (meistens :)), sondern sie als Gelegenheit zu sehen sich selber besser verstehen und spüren zu lernen.

P.S.: Nur damit hier keine Missverständnisse entstehen, das war jetzt keine Aufforderung sich Schmerzen zuzufügen oder Schmerz zu suchen, sondern eine Ermutigung sich dem Schmerz und den Konfrontationen des Lebens zu stellen.

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Ein Gedanke zu “Warum Schmerz mich lebendig macht

  1. Liebe Lenna, das kann ich aus meinen letzten Erfahrungen ,wo ich mich dem Schmerz stellen musste, nur bestätigen. Wenn ich den Mut habe mir den Schmerz anzuschauen und zulasse das Gott mich da heilen darf, klingt der Schmerz ab….und hört irgendwann auf! Daraus gehe ich gestärkt heraus, mit positivem Blick auf den vergangenen Schmerz. Danke dir! 😘

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