Ein wortloses Gebet

In den letzten Jahren hab ich so einige wortlose Gebete gelernt. Damit mein ich Gebete bei denen ich keine Worte benutze sondern auf andere Weise mit Gott kommuniziere. Das kann einfach so aussehen, dass ich mir in meiner Fantasie einen Ort ausmale an dem ich einfach mit Jesus dann sitze. Im Grunde genommen mach ich dann nichts anderes und trotzdem bemerke ich eine Veränderung in mir, das gleiche gilt zum Beispiel mit der Vorstellung von Jesus oder Gott dem Vater umarmt zu werden oder wir schauen  uns in die Augen. Nicht immer aber oft passiert es dann das Gott auf mein „Gebet“ reagiert und mir etwas sagt oder etwas tut. Auf jeden Fall hat es immer etwas sehr heilsames und beruhigendes.

Ich hab mich in den letzten Wochen gefragt warum gerade das in die Augen schauen eigentlich das intensivste ist und ich für mich denke, dass es so ist, weil ich dann auch mich selber zeigen muss, aushalten muss, das er in mich hineinsieht – ihm sozusagen erlaube mich ganz zu sehen. Deswegen ist es leider aber auch so, dass ich nicht immer sofort bereit bin zu diesem Gebet. Manchmal fühl ich mich einfach nicht gut genug als das er mich ansehen dürfte – egal aus welchem Grund – ob ich nun  etwas blödes gemacht habe oder das Gefühl habe nicht genug gemacht zu haben oder weil ich denke ich hab keine Zeit oder ich will mich grad nicht mit mir selbst auseinandersetzen, usw. Aber ich hab in den letzten Wochen immer wieder gespürt wie Jesus mich ruft zu diesem Gebet und wenn ich das Gefühl habe ich will grad nicht oder ich kann grad nicht – für diese Augenblicke hat er mich einen Weg gelehrt, wie ich es hinbekommen, das ich gar nichts anderes will als ihm in die Augen zu schauen.  Vielleicht geht es ja einigen von euch auch so und deswegen hab ich gedacht, dass ich euch diesen Weg mal erkläre und wenn auch nur einer so den Weg findet Jesus in die Augen zu schauen, dann bin ich ehrlich gesagt schon glücklich. Die letzten Tage wars hier ja auch etwas ruhiger, das lag daran, dass ich damit beschäftigt war Bilde zu diesem Weg zu malen.

Meistens ist es so, das ich als erstes die Füße von Jesus sehe und ein Gefühl davon bekomme, das er da ist und vor mir steht. Was ich dann fast sofort mache ist seine beiden Hände in meine nehmen und dann fühle ich ganz vorsichtig, ob die Wundmale da sind. Erst einmal, um einfach sicher zu sein, dass es wirklich Jesus ist, weil ich weiß, dass niemand sonst diese Wundmale hat und das Gott niemals erlauben wird, dass Jemand das nachmacht.

Handwunden_NEW

Und während ich so seine Hände halte erinnere ich mich daran, dass diese Wundmale mein Name sind, der in seine Handflächen gezeichnet ist und immer wenn er seine Hände ansieht oder über die Wundmale streicht, dann erinnert er sich an mich und an seinen Bund mit mir.

Und wenn ich dann dadurch etwas mehr Mut gefasst habe, dann lass ich eine Hand los und fass an seine Seite, wo die große Wunde ist aus der die Gemeinde geboren wurde und aus der ich neu geboren worden bin.

Seitenwunde_NEW
Und dann bin ich einfach so dankbar, dass er mich in sich getragen hat schon bevor es die Erde gab und dass er bereit war für mich zu sterben, damit ich leben kann. Und wenn ich darin eine Weile verweilt habe dann geh ich zu seinem Rücken und streiche über die Narben, die dort von den Striemen sind und erinnere mich daran, das jede Narbe dafür steht, das er möchte, das ich vollständig geheilt und wiederhergestellt werde.

Rücken_NEW

Es berührt mich so tief, dass er bereit war diese Schläge auszuhalten und am Leben zu bleiben, damit er danach noch für mich sterben kann. Ich bin mir sicher er hätte dabei einfach entscheiden können, dass er lieber jetzt schon sterben will, weil die Schmerzen einfach unerträglich gewesen sein müssen. Und mir wird bewußt, dass er das alles gemacht hat, nur damit er in meiner Nähe sein kann – nicht damit ich gehorsam sein kann, nicht damit ich ihm dienen kann, nicht damit ich ihm gefalle mit dem was ich tue…Nein, weil er meine Nähe wollte und das ist das was ich ihm wegnehme, meistens als erstes und dann entsteht in meinem Herzen so eine große Liebe, weil ich seine Liebe nochmal viel tiefer spüren kann und alles was ich dann nur noch will ist ihm das zu geben was er so sehr möchte, so sehr, dass er dafür gestorben ist und dann kann ich gar nichts mehr anders als ihm in die Augen zu schauen.

Augenkontakt_NEW
Und in diesem Blick verharre ich dann solange bis mein Herz so voll ist, dass es überfließen möchte.

(Noch eine kurze Anmerkung zu den Bildern: In meiner Vorstellung sind die Wunden schon verheilt, es sind also nur noch die Narben die da sind, das war aber für mich unmögich zu malen, deswegen sind die Bilder etwas blutiger als ich wollte, aber ich denke es kommt trotzdem rüber was ich meinte.)

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3 Gedanken zu “Ein wortloses Gebet

  1. Liebe Lenna,
    dieser Beitrag von dir berührt mich ganz besonders.
    Auch ich stelle mir manchmal vor, bei Christus zu sein, von IHM umarmt und gehalten zu werden, IHM einfach nah zu sein. Ich wäre nicht auf den Gedanken gekommen, es als „Gebet“ zu bezeichnen, finde aber nun deinen Begriff vom wortlosen Gebet wunderschön.
    Ein großes Dankeschön für all die vielen berührenden und inspirierenden Beiträge und Bilder hier auf deinem Blog möchte ich dir an dieser Stelle sagen.
    Herzliche Grüße lässt dir Marina da ❤

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    • Liebe Marina, danke für deinen lieben Kommentar. Ich wäre früher auch nicht auf den Gedanken es Gebet zu nennen, aber irgendwann ist mir klar geworden, das Kommunikation ja unter uns Menschen auch nicht immer verbal geschieht, warum sollte es mit Gott anders sein? Und Gebet ist ja nichts anderes als mit Gott zu kommunizieren. Ich hab mittlerweile auch in vielen alten Berichten z.B. von Teresa von Avila gelesen und festgestellt, das das auch früher gar nicht so unüblich war. Ich freu mich, dass du das eh schon machst und hoffe es ermutigt dich daran festzuhalten. Ich bin der festen Überzeugung er versteht manchmal viel besser was ich brauche, wenn ich ihn nicht durch mein Reden störe 😉

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  2. Wow, herzlichsten Dank für das Teilen deiner tiefen Erfahrungen und dieser Art von „Gebet“ Sehr inspirierend… Dass das in die Augen schauen so intensiv ist, ist sicher auch einfach dadurch, dass wir uns dabei direkt in den Tiefen unserer Seele begegnen. Es gibt auch meditative Übungen, wo man das mit einem Gegenüber macht. Genau dort an der Stelle, wo dann ein unangenehmes Gefühl in dir auftaucht ist etwas in dir, was du gern verbergen möchtest. Und dann kannst du genau dort selbst hinschauen was das ist. Aus diesem Grund gibt es Menschen, die anderen schlecht in die Augen sehen können… mit sich selbst nicht im Reinen sein, dabei geht es in der Regel immer nur ums liebevolle Annehmen von sich selbst.

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