Ein paar Gedanken zum Thema: „Lehren“

Einer meiner Lieblingssprüche bei Pinterest ist: „Never confuse education with intelligence.“ Was auf deutsch so viel heißt wie: „Verwechsele nie (Aus-)Bildung mit Intelligenz. Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen: „Verwechsele nie Intelligenz mit Weisheit.“
In meinen nun 40 Jahren Lebenszeit hab ich Menschen beobachtet – insbesondere Lehrer – welche Art von Lehrer auch immer. Damit meine ich natürlich die offensichtlichen Lehrer in der Schule, der Ausbildung oder auch Eltern, die ihren Kindern was beibringen, Redner die Seminare abhalten, Pastoren oder andere Prediger in der Kirche, usw. Aber ich meine auch uns Menschen im Miteinander, im Grunde genommen sind wir ja die ganze Zeit dabei uns gegenseitig zu lehren und auch von einander zu lehren. Was ist der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Lehrer?

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(c) l-vista / pixelio.de

Ob ich das eine oder das andere bin werde ich normalerweise daran erkennen wie gut andere von mir lernen können. Was macht uns also zu einem guten Lehrer? Ich denke, es ist offensichtlich, dass man zuerst einmal etwas wissen oder können muss – was natürlich logisch ist im ersten Moment – aber mit wissen oder können meine ich nicht theoretisch sondern praktisch. Meine Meinung ist: Ich kann nichts weiter geben was ich nicht vorher geworden bin bzw. mit dem ich nicht vorher eins geworden bin, weil ich nur das was in mir lebendig geworden ist auch in anderen zum Leben erwecken kann. Aber da ist noch mehr. Es geht um meine Einstellung zu meinen Zuhörern und zu mir. Ich denke wir müssen uns immer wieder fragen: Geht es mir darum, den andern zu zeigen, dass ich was weiß oder geht es mir darum mit dem anderen zu teilen was ich weiß? Also zusammengefasst geht es um Vermehrung des Ansehens oder um Vermehrung des Sehens?
Wenn es wirklich mein Anliegen ist, die anderen mit hineinzunehmen in das was ich weiß, in das was ich schon gesehen habe und was in mir lebendig geworden ist, dann werde ich doch ganz besonders auf folgendes achten:

Ich rede so, dass der andere mich verstehen kann. Das heißt nicht, dass ich mir irgendeine „Gossensprache“ aneignen muss, aber ich wähle Vokabular, dass meine Zuhörer verstehen können. Wenn ich es nötig finde besondere Worte zu verwenden, dann erkläre ich sie. Ich weiß aus Erfahrung, dass es manchmal einfacher ist Fachbegriffe zu wählen, weil sie das was man sagen will manchmal leichter auf den Punkt bringen. Und trotzdem finde ich diesen Punkt als essenziell, um verstanden zu werden. Dazu kommt noch, das ich mir Beispiele überlege, die für meine Zuhörer relevant und leicht verständlich sind und ich setzte meine ganze Kreativität ein, um jede Art des Lernens zu integrieren.
Und ich schwafel nicht herum, sondern ich konzentriere mich auf das Wesentliche und ich suche auch innerlich die Nähe zu meinen Zuhörern und rede nicht von oben herab. Und zum Schluss und nicht zu vergessen: Ich sorge daüfr, dass eine Atmosphäre herrscht in der Angst keinen Platz hat.

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(c) Martin Büdenbender / pixelio.de

Das sind für mich Merkmale eines guten und weisen Lehrers. Von so einem Menschen lernt man gerne und man lernt leicht. Ich muss ehrlich sagen, mir ist es noch nie wirklich schwer gefallen etwas zu lernen und trotzdem hab ich mich als Kind schon bei bestimmten Lehrern bzw. Menschen versperrt. Auch später noch in meiner Ausbildung und auch in der 2. Ausbildung, die ich erst vor ein paar Jahren gemacht habe, bin ich manchmal richtig ärgerlich geworden, wenn ich gemerkt habe, das ich mir gerade 2 DinA4 Seiten Lernstoff reingequält habe und im Endeffekt festgestellt habe, dass der Inhalt in 2 einfachen Sätzen leicht verständlich hätte gesagt werden können. Also ich für meinen Teil muss sagen, wenn ich mich vorne hinstelle und Menschen sich die Zeit nehmen mir zuzuhören, dann will ich doch mein Bestes geben, dass sich diese Zeit auch gelohnt hat. Wir haben doch nur dieses eine Leben. (Das Gleiche gilt natürlich auch fürs Schreiben.)

Und beim wem kann ich lernen so zu sein? Bei Gott natürlich 🙂 Ich bin immer wieder begeistert wie er es macht. Wie er die Schöpfung und alles um mich herum immer wieder benutzt, um mir etwas zu erklären, mein Herz zu berühren oder mir einfach zu zeigen, dass er da ist. Oder wenn ich mir Jesus anschaue: Wie er Geschichten erzählt hat, um die Menschen mitten in ihrem Leben abzuholen oder auch der Heilige Geist, der immer wieder zu meinem Herzen spricht in der Sprache und mit den Worten, die ich gerade brauche – oft genügt nur ein Wort und alles ändert sich. Und das erinnert mich auch an etwas was ich mal irgendwo gelesen habe, nämlich, dass sich die Anzahl der Worte eines Menschen mit dem Grad der Weisheit verringert. Ich denke, dass ist ein guter Zeitpunkt diesen Artikel zu beenden :).

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