Wer begleitet hier eigentlich wen?

Manchmal nehmen meine Gedanken irgendwo Anschwung und landen dann mit einem Satz irgendwo, wo ich sie vorher nie erwartet hätte…so wie vor ein paar Tagen. Eigentlich hab ich über englische Ausdrücke und Sprichwörter nachgedacht, die es bei uns in Deutschland so nicht gibt. Unter anderem über den Ausdruck: Plus One. So nennt man jemanden, den man zu einer Feier mitbringt als zusätzliche Person. Wenn man zum Beispiel auf eine Hochzeit eingeladen wird, weil man das Brautpaar kennt, der Partner aber vielleicht überhaupt nicht, so darf er trotzdem mit mir zusammen auf diese Feier kommen als mein „Plus One“ was platt übersetzt ja einfach heißt: Plus Eins. Da es diesen „Brauch“ ja in Deutschland genauso gibt hab ich überlegt wie wir das eigentlich in Deutschland nennt und das einzige was mir eingefallen ist war das Wort: Begleitung. An diesen Wort bin ich jetzt schon seit einigen Tagen hängen geblieben. Ich hab mir verschiedene Fragen gestellt: Was bedeutet das Wort eigentlich? Was ist die Aufgabe eines Begleiters? Und vor allen Dingen hab ich mich auf Gott bezogen gefragt: Wer begleitet in dieser Konstellation eigentlich wen? Begleitet Gott mich oder begleite ich ihn?

Wenn ich mir die Wortbedeutung von begleiten anschaue, dann steht da: Mit Jemandem zum Schutz oder zur Gesellschaft mitgehen oder: Anteil nehmen an etwas und den anderen betreuen…aber dann gibt es auch noch die dritte Variante: Einen Solisten bei einem Musikstück unterstützen.

Hmm, der erste Punkt ist ja leicht zu beantworten…natürlich ist Gott derjenige, der mich zum Schutz begleitet, wie sollte ich mir je anmaßen Gott beschützen zu wollen…aber was die Gesellschaft betrifft – ich denke danach sehnen wir uns beide – er sicher oft noch mehr als ich. Beim Punkt zwei finde ich es schon schwieriger, sicher ist es Gott der Anteil nimmt an allem und mich darin betreuen möchte, mich trösten möchte, mir Rat geben möchte….aber hab ich es nicht auch schon erlebt, dass ich Anteil genommen habe an seinem Leid? Ihn getröstet habe darin, dass ich mit ihm gesessen habe und versucht habe sein Herz zu verstehen?
Bei Punkt drei wird es meiner Meinung nach wieder ziemlich einfach: Natürlich ist es Gott der das Lied aller Lieder über uns alle singt, uns so ins Leben gerufen  hat und uns so am Leben hält…ich kann ihn dabei aber unterstützen mich auf seine Melodie einlassen und sie lauter werden lassen.

conny_new

(c) Lenna Heide

Was macht ein Begleiter eigentlich? Wird er von dem anderen geleitet und folgt nur oder wenn ich an Punkt zwei denke, ist es auch manchmal der Begleiter, der gebeten wird die Leitung für eine Weile zu übernehmen?

Wer begleitet hier also wen? Wenn ich über das System des Einladens nachdenke: Wer ist eigentlich eingeladen auf das Fest und wer darf nur dadurch das er mit dem anderen verbunden ist an dem Fest teilnehmen?
Ich will nicht behaupten, dass ich das alles schon zu Ende gedacht habe, aber meine Vorläufige Schlussfolgerung ist diese: Was ist, wenn wir beide eingeladen sind und wir uns beide dafür entschieden haben, den anderen als Begleiter zu haben, ihn dadurch aber auch gleichzeitig begleiten? Bisher klingt das in meinem Herzen am ehesten an und es ehrt mich zu denken, dass ich das für Jesus sein darf und er das für mich sein will.
Ich würde mich freuen zu hören, was ihr darüber denkt? Seid ihr die Begleitung oder seid ihr in Begleitung? Was fühlt sich besser an?

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