Hat Lobpreis etwas mit meinen Gefühlen zu tun?

Diese Frage muss ich ganz klar mit: „Ja“ beantworten. Aber bevor ich dazu komme, das weiter zu erklären möchte ich noch ein paar Grundlegende Dinge sagen.
Zuerst einmal spreche ich gleich zwar über Lobpreis, aber eigentlich kann man das was ich erkläre zum größten Teil auch auf das Gebet anwenden – besonders den Teil mit den Gefühlen.
Der Unterschied zum Gebet ist vielleicht einfach, dass es meistens nicht wie beim Lobpreis üblich, angeleitet wird von anderen Leuten.
Ich weiß nicht wie es euch geht, aber der Lobpreisteil im Gottesdienst ist für mich und in unserer Gemeinde ein sehr wichtiger Teil und genauso wie man hinterher über die Predigt austauscht so tue ich das auch über den Lobpreis mit meinem Mann und mit anderen Leuten, die mir nah stehen und deren Meinung und geistliche Wahrnehmung mir wichtig sind.
Beim Lobpreis ist für mich eigentlich die zentrale Frage: Wie spürbar war Gottes Gegenwart oder auch: Wie leicht war es bei Gott anzukommen während des Anbetens? ( in welcher Form auch immer).
An manchem Tagen ist es leicht an anderen scheint es fast unmöglich sich fallen zu lassen und sich nur auf Gott zu konzentrieren…und die Frage die dann wahrscheinlich bei jedem irgendwann hochkommt ist: Woran liegt es?

(c) Lenna Heide

Eine ungesunde Form damit umzugehen wäre: Sich um die Frage zu drehen: „Wessen Schuld ist es?“ Besser wäre es wahrscheinlich sich zu fragen: Was kann ich tun, um etwas zu verändern? Was kann ich tun, um es doch noch möglich zu machen in Gottes Gegenwart durchzubrechen und es damit auch anderen leichter zu machen mit mir zu kommen.

Ich stelle fest, dass einige sehr schnell bei Schuldgefühlen ankommen und dann denken, dass mit ihnen wahrscheinlich etwas nicht in Ordnung ist. Und sobald sie sich diesen Gefühlen hingeben wenden sie sich normalerweise von Gott ab, weil sie sich nicht mehr wohl fühlen in seiner Gegenwart…so klappt der Durchbruch offensichtlich nicht.
Andere suchen den Fehler bei der Lobpreisband oder beim Lobpreisleiter selber:
Die Lieder sind falsch ausgesucht, die Übergänge ungünstig gewählt, es wird schief gesungen, der Takt stimmt nicht…und all diese Dinge tragen natürlich dazu bei, dass es leichter wird – aber ich hab auch schon Lobpreiszeiten erlebt, die voll von Gottes Gegenwart waren und die Lobpreisband hat all diese „Fehler“ gleichzeitig gemacht…und auch wenn ich ein Verfechter davon bin, dass man auf diese Dinge achten soll und sich danach ausstrecken soll darin immer besser zu werden, so kann ich doch mit Sicherheit sagen, dass es nicht diese Dinge sein werden, die am Ende den Durchbruch bringen.
Ein anderer Punkt, der auch die Lobpreisband betrifft ist die geistliche Atmosphäre, die insbesondere auch vom Lobpreisleiter mitbestimmt wird. Als Lobpreisleiter bin ich in einer priesterlichen Aufgabe tätig, das heißt ich bin deine Brücke vom Herzen des Vaters zum Herzen der Menschen – wenn diese Brücke in eine von beiden Richtung gestört ist, dann ist das in der geistlichen Atmosphäre für alle wahrnehmbar. Nicht jeder wird es benennen können, aber jeder wird es spüren. Ich als Zuhörer kann das aber nie wirklich beurteilen – das Herz kann nur Gott sehen. Wenn ich allerdings den Eindruck habe, dass es so sein könnte fange ich an für den Lobpreisleiter zu beten…meistens in Sprachen, damit der Heilige Geist das beten kann was wirklich nötig ist. Und tatsächlich hab ich dann schon manchmal erlebt, dass eine Veränderung geschieht…so kann auf jeden Fall ein Durchbruch gelingen, aber normalerweise fange ich an einer anderen Stelle an:

Kommen wir also nun dazu warum Lobpreis etwas mit Gefühlen zu tun hat.

(c) Lenna Heide

Im Lobpreis, genauso wie bei jeder anderen Art zu beten, geht es darum vor Gott zu kommen – ihm nahe zu sein und mit ihm in Beziehung zu treten. In Beziehung treten kann ich mit Gott nur da wo ich ehrlich bin (das gilt natürlich auch für Beziehungen mit Menschen), denn nur da wo ich echt bin kann Gott mich berühren – dort wo ich es nicht bin berührt er meine Maske, meine Schutzmauer, mein Schutzschild oder wie auch immer man es nennen möchte. Das ist keine Beziehung,deswegen ist Gott daran nicht interessiert. Und selbst, wenn er uns so berühren würde – so wie Menschen es manchmal unwissentlich tun – würde ich keine Verbindung spüren . Das heißt im Klartext: Wenn ich überhaupt eine Möglichkeit haben will im Lobpreis mit Gott eine Verbindung einzugehen, dann muss ich zuallererst ehrlich werden…und das hat mit meinen Gefühlen zu tun. Wie geht es mir eigentlich wirklich? Wo stehe ich grad in meinem Leben mit den Menschen um mich herum, mit mir selbst und vor allen Dingen auch mit Gott?

Manchmal steh ich im Lobpreis und spüre: Ich kann nicht durchbrechen und sofort wird mir klar welche Sache ich grad mit mir rumschleppe und nicht anschauen will. In diesem Moment muss ich dann eine Entscheidung treffen: Bin ich jetzt bereit mit das mit Jesus ehrlich anzuschauen (mit dem dazugehörigen Gefühlsausbruch) oder nicht?

Auf den Punkt gebracht lautet die Frage: „Ist es mir wichtiger mich vor einem vermeintlichen Schmerz zu schützen oder Gott zu begegnen?“  Wenn ich die Frage jetzt so nüchtern stelle wird jeder natürlich sagen: ist ja logisch, natürlich will ich lieber Gott begegnen. Aber diese Entscheidung in dem entsprechenden Moment zu treffen ist immer wieder ein bisschen wie sterben…naja, im Grunde ist es das ja auch. Ich opfere in dem Moment meinen Selbstschutz und liefere mich Gottes Gnade aus. Sobald ich aber die Entscheidung für Gott treffe kommt (so erlebe ich es)  immer der Durchbruch.
Dummerweise weiß ich aber nicht immer sofort was die Sache eigentlich ist, der ich mich nicht stellen will. Manchmal sind es so unbewusste Prozesse, dass es eine Weile dauert bis ich mir selbst auf die Spur komme. Dann ist es oft an der Zeit mit Gott zu „ringen“ – ihn zu bitten mein Herz zu durchforsten und mir zu zeigen was ich noch nicht sehen kann. Und auch das führt, wenn auch nicht ganz so schnell, immer zu einem Durchbruch.
Also ja: Gefühle und Lobpreis sind eng miteinander verbunden – aber vielleicht anders als viele denken.

(c) Lenna Heide

Ich hab mir auf jeden Fall angewöhnt immer zuerst bei mir anzufangen, wenn ich das Gefühl habe ich kann nicht durchbrechen, weil an dieser Stelle hab ich den schnellsten Zugriff, um etwas zu verändern. Wenn ich merke, dass bei mir grad alles in Ordnung ist, dann schau ich weiter und frage Gott, wie ich die Lobpreisband unterstützen kann und natürlich versuche ich der Lobpreisband auch regelmäßig Feedback zu geben.
Ich hab mal gehört, dass sich beim gemeinsamen Singen der Herzschlag aller Teilnehmer synchronisiert. Ich glaube, wenn jeder einzelne auf sein Herz acht geben würde, dann würde dieser Herzschlag immer gesünder und lauter werden und wir würden erleben wie die Erde anfängt zu beben…ich freu mich drauf.

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Ein Gedanke zu “Hat Lobpreis etwas mit meinen Gefühlen zu tun?

  1. Liebe Lenna!
    Das kann ich absolut so bestätigen wie du es beschreibst und so erlebe ich es auch persönlich für mich! Danke für dein ehrliches Feedback an uns Lobpreisleiter und Danke vor allem das du uns durch dein Gebet unterstützt!!! 😘 Ich kann wirklich jeden nur dazu ermutigen euch vor allem in eurem zu Hause mit Lobpreis zu „beschäftigen“. Wie sieht MEIN Lobpreis in der Woche aus, wenn ich keine Lobpreisband habe, die mich anleitet?? Was verstehe ich unter Lobpreis? Hört euch gerne dazu eine Predigtreihe aus dem letzten Jahr im Juni aus der E.L.I.A. Gemeinde an, oder Predigten von Kim Walker Smith, Amanda Cook, Brian Johnson usw……
    Seid auf jeden Fall gesegnet mit einem Herzen, dass sich Gott mehr und mehr entgegenstreckt!

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