Das ist auf jeden Fall meine Meinung: (W)Eile

Die Überschrift könnte vermuten lassen, dass ich mich nicht für ein Thema entscheiden konnte…aber ganz so ist es nicht. Irgendwie hab ich die letzten Tagen über Eile nachgedacht. Wie ich manchmal so durchs Leben hetze unbewusst in der Angst etwas zu verpassen oder nicht zu schaffen. Und dann ist irgendwann der Tag, der Monat oder sogar das Jahr zu Ende und ich weiß gar nicht so recht wie das so schnell gehen konnte. Vielleicht liegt das manchmal auch daran, dass ich zu schnell gehe??
Ich gehöre zu den Menschen, die gerne Dinge erledigen oder zu Ende bringen, das gibt mir ein Gefühl von innerem Frieden und wenn etwas erledigt ist, dann kann ich erst so richtig loslassen. Das bewirkt aber, dass ich diesem Ziel-Zeitpunkt entgegenfiebere…ich zähle: Wie oft noch bis dieser Hauskreis zu Ende ist? Wie viele Karten muss ich noch basteln bis ich so viele habe wie ich brauche, usw. Und es ist noch nicht mal so als wenn ich meine Aufgaben nicht mag oder gern tue und trotzdem ist da oft diese Last, des fertig werden Müssens, die mich die Zeit dazwischen nicht so recht genießen lässt.
Jetzt in der Weihnachtszeit z.B.: Wie viele Geschenke muss ich noch besorgen? Wie viele Karten schreiben? Wen darf/will ich nicht vergessen?…und so vergesse ich oft in dem Augenblick ganz da zu sein, nicht zu eilen sondern zu weilen oder verweilen. Einfach mal den Moment aufzusaugen, einen tiefen Abdruck in der Seele zuzulassen, satt werden an der Gegenwart.

Ich glaube, wenn ich das öfter mal erlauben würde, wäre das Jahr gar nicht so schnell vorbei sondern würde so eine tiefe  Zufriedenheit hinterlassen, dass man das Jahr völlig „Jahressatt“ loslassen könnte. Ganz besonders möchte ich das für Begegnungen lernen: Nicht von einem Termin zum nächsten hetzen oder in der Gegenwart gar nicht richtig zuhören sondern darüber nachdenken, wie man die „To-Do-Liste“ für den Rest des Tages noch schaffen soll. Oft hab ich dieses Gefühl auch an meinen Geburtstagen gehabt. Da lädt man mal all die Menschen ein, die einem ans Herz gewachsen sind und mit denen man einen schönen Abend haben möchte und dann ist man den ganzen Abend damit beschäftigt Leute an der Tür zu begrüßen, dass Essen vorzubereiten, Geschenke auszupacken und dann geht schon der Erste und man ist damit beschäftig einen nach dem andern zu verabschieden und am Ende denkt man: „Irgendwie hab ich mit gar keinem richtig gesprochen.“
Dieses Jahr hab ich es anders gemacht, ich hab einfach meine Mädels in eine Billardkneipe eingeladen  – anstatt Essen zu Hause hab ich einfach die Getränke für den Abend bezahlt und Kleingeld für Billard und Darts mitgebracht. Schon vorher konnte ich mich ganz ohne Sorgen freuen, denn ich musste nichts vorbereiten und nicht stundenlang in der Küche stehen. Und an dem Abend hab ich Gespräche geführt mit so einigen Billard gespielt und Darts und sogar Kicker und dabei sehr viel gelacht. Am Ende des Abends war ich müde aber auch total dankbar und glücklich und es war in Ordnung, dass der Tag zu Ende ist, denn er war so voll gewesen, dass nichts mehr reingepasst hätte und ich konnte ganz leicht loslassen.


Aus diesem Grund möchte ich genau das Hochhalten für das nächste (Lebens-)jahr: Ich möchte weniger eilen und mehr weilen…und ich denke, dass das Leben, dann nicht langweilig wird sondern kurzweilig. Und ich bin mir sicher, dass das auch meiner Gottesbeziehung gut tun wird, denn Gott ist zwar immer da, aber immer nur in der Gegenwart und wenn ich weile, dann bin ich ihm wesentlich näher als sonst – das ist auf jeden Fall meine Meinung und was denkst du?

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3 Gedanken zu “Das ist auf jeden Fall meine Meinung: (W)Eile

  1. Oh jaa, das kenne ich… Das Gefühl, mehr auf ein Ziel zuzufiebern, als in der Zeit davor auch wirklich zu leben und im Moment zu „verweilen“. Ich glaube, häufig hat das auch damit zu tun, dass wir Angst vor Langeweile haben. Angst, mal einfach nur dazusitzen und durch die Gegend zu starten beispielsweise. 😉 Doch meistens führt das gar nicht zu Langeweile, sondern einfach zu einem bewussteren Leben. Ein wenig habe ich auch mal darüber geschrieben, hier: https://wordpress.com/post/untangledforyou.wordpress.com/2082
    Tolle Bilder übrigens! 🙂
    Liebe Grüße, Constanze

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