Lust und Frust beim Malen

Hmm, fangen wir mal mit dem größten Frust an…dann ist das schon mal aus dem Weg. Ich hab versucht jemanden zu malen…also jemanden den es wirklich gibt…Gesichter zu malen an sich ist ja schon immer eine Herausforderung…dann aber auch noch ein Gesicht zu malen, dass aussieht wie es aussehen soll ist schlichtweg nicht möglich für mich. Ich bin sowieso nicht in der Lage Bilder einfach abzumalen, am Ende sehen die immer anders aus – so als wenn sie durch mich durchgehen und dann nach mir aussehen :)…normalerweise find ich das auch nicht schlimm – in diesem Fall war es nun gar nicht hilfreich. Eigentlich wäre das klügste gewesen es einfach wegzuschmeißen, aber ich denke: Wieso zeig ich euch nicht auch meine Misserfolge, dann könnt ihr wenigstens auch beobachten wie ich mich verbessere 😀 Hier also das Bild

Wie soll ich sagen:. Man erkennt, dass es ein Gesicht ist und wahrscheinlich sogar, dass es eine Frau sein soll…mehr ähnlichkeit hat es nicht…O.K. die Haare sind gut geworden. Ich hab auch echt lange versucht es noch zu reparieren, bis das Papier so rauch war, dass es gar nicht mehr ging…wie gesagt: Fail. Aber was ich dazu sagen muss, das malen an sich hat Spaß gemacht – sich einfach in ein Gesicht zu vertiefen und mal auf all die Details zu achten ist (für mich) eine sehr erfüllende Angelegenheit…deswegen muss ich sagen wird das wahrscheinlich nicht mein letzter Versuch sein 🙂

Eine weiter Mal-herausforderung der letzten Tage war das Thema: Wasser. Ich wollte eine Frau unter Wasser malen und hab festgestellt: Das ist gar nicht so leicht. Auch bei diesem Bild hat das Papier ganz schön gelitten und ich hab lange, lange korrigiert bis ich es halbwegs annehmbar fand. Dazu kam noch, dass es eigentlich anders herum geplant war – aber so sah es immer so aus als würde die Frau stehen und nicht im Wasser sein – bis ich auf die Idee gekommen bin es umzudrehen – dafür musste ich dann aber das Wasser wieder komplett verändern.

(c) Lenna Heide


Da ich nun gemerkt habe, dass ich beim Wasser malen noch viel Übung brauche hab ich gleich ein weiteres Bild versucht:

(c) Lenna Heide

Das gefällt mir auf jeden Fall schon besser, aber da ist auf jeden Fall noch viel Raum zum wachsen.

Kommen wir jetzt endlich zu den Dingen, die Spaß gemacht haben:

Mir war in den letzten Tagen danach einfach mal so richtig bunt zu malen – also sogar bunter als die Dinge eigentlich sind. Die Taube hat auf jeden Fall Spaß gemacht – auch wenn sie in meinem Kopf anders aussah…aber das ist ja meistens so.

(c) Lenna Heide

Das nächste Bild war im Grunde nur ein Pinseltest…ich wollte eine neue Sorte von sehr feinen Pinseln ausprobieren und hab mir gedacht: Ich mal einfach mal ein ganzes Bild mit dem kleinen Pinsel und schau wie der das so ausshält (ob er Haare verliert oder so). Der Pinsel hat bestanden und das Bild hat mir unglaublich viel Spaß gemacht…vielleicht auch weil ich gar nicht den Druck hatte, das am Ende ein gutes Ergebnis rauskommen soll.

 

(c) Lenna Heide

Ähnlich war es wahrscheinlich auch gestern als ich mit den Kindern gemalt hab. Wir haben uns die Schöpfungsgeschichte vorgenommen und jeder durfte dann kreativ gestalten wie er Lust hatte und ich hatte Lust einen Narwal zu malen…also hab ich das einfach gemacht:

(c) Lenna Heide

Ein bißchen geht der in der ganzen Schrift unter…aber die Schöpfung ist ja auch unglaublich Komplex, so dass das Gefühl dann schon irgendwie passt :).
Ein Bild hab ich noch, aber das zeig ich euch dann mal wann anders…erst einmal muss ich es verschenken 🙂

 

Was machen die Aquarellfarben?

Ja, ich würde sagen, die werden immer noch nicht so oft genutzt wie sie sollten, aber ein paar mal mehr hab ich sie in den letzten Wochen schon rausgeholt. Einige Bilder und Wortkarten hab ich ja schon gezeigt, aber ein paar noch nicht. Ich dachte ich fang mal mit ein paar Wortkarten an, ich hab tatsächlich letztens über 20 Stück gemacht für eine Gebetsaktion in der Gemeinde (die Teilnehmer durften sich prophetisch ein Wort für den Tag ziehen), die werde ich jetzt natürlich nicht alle zeigen, aber hier ist eine kleine Auswahl:

(c) Lenna Heide

(c) Lenna Heide

(c) Lenna Heide

(c) Lenna Heide

(c) Lenna Heide

So, ich denke das sind erst mal genug 🙂 Witzigerweise musste ich zwei Karten wegschmeißen, weil sich tatsächlich ein Rechtschreibfehler eingeschlichen hat – das ist dann ärgerlich, aber passiert 🙂

Kommen wir zu einem Bild das mich immer wieder zum lächeln bringt: der kleine Panda, den ich vor ein paar Wochen gemalt habe schaut irgendwie so herrich aus dem Bild, dass man gar nicht anders als lächend zurückschauen kann, oder?

(c) Lenna Heide

Und hier kommt noch das letzte Bild, das ich gemalt habe. Ich habe ihm den Titel: „Komm“ gegeben, weil ich immer an die Bibelstelle aus der Offenbarung denken muss, wenn ich es ansehen (die in der steht: Der Geist und die Braut rufen: Komm).

(c) Lenna Heide

Ich hoffe, ich schaffe es die Farben in den nächsten Tagen wieder herauszuholen, weil das Bild, das ich malen will in meinem Kopf schon fertig ist…hoffentlich siehts dann auf dem Blatt auch so aus wie in meinem Kopf…oder wenigstens so ähnllich 🙂

Das „Vater unser“ in 4 Worten

Ich hab es ja schon vor einiger Zeit versprochen, jetzt ist es endlich soweit – ich zeig euch wie ich das Vater unser in 4 Wörtern zusammengefasst habe und natürlich erkläre ich auch warum…Hier einmal alle 4 Wörter auf einen Blick:


Was mir aufgefallen ist, als alle Wörter fertig waren ist, dass ein Zustand in dem diese 4 Dinge erfüllt sind sich wahrscheinlich ziemlich himmlisch anfühlt…und wahrscheinlich ist es auch das wo Jesus uns mit diesem Gebet hinführen will: Zu himmlischen Zuständen.

Fangen wir mal mit dem ersten Wort an:

Vater unser,
der du bist im Himmel,
geheiligt werde dein Name.

Was mir in diesem Teil aufgefallen ist, ist, dass wir das Gebet: „Vater unser“ nennen. Damit sprechen wir immer wieder einfach nebenbei aus, dass Gott unser Vater ist. Ich halte das für einen sehr geschickt gewählten Namen 🙂 Irgendwie hat mich in diesem ersten Teil die Ausrichtung auf Gott erfasst. Zuerst die Hervorhebung wer er für mich ist und dann meine Anbetung dafür wer er ist – ohne das ich bereits um etwas gebeten habe oder etwas erhalten habe…einfach weil er ist was er ist…und ich glaube diese Haltung wird uns zufrieden machen, weil sie unseren inneren Menschen zum Frieden führt…

Diese Ausrichtung auf Gott fand ich in diesem Video hervorragend dargestellt – wo ein Baby seine Mutter anstarrt und damit einfach vollkommen zufrieden ist:

Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.

Dieser Abschnitt des Gebets erinnert mich immer an Jesus Kampf im Garten Gethsemane. Wo er am Ende kapituliert und sagt:…nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Ich glaube jeder muss immer wieder diesen Kampf kämpfen, aber was für eine große Kraft liegt darin mit Gott einige zu sein. Ich glaube auch, dass das noch weiter führt, denn wenn wir uns unter seinen Willen fügen, dann erst kann er uns als Leib Christi zusammenfügen und so entsteht auch gleichzeitig Einigkeit in Gottes Gemeinde. Noch ein kleiner Gedankenanstoß: Einigkeit hat nichts mit Gleichförmigkeit zu tun…deswegen finde ich es auch gut, dass in dem Wort einig auch das Wort Ei steckt und nicht das Wort Kreis :).

Unser täglich Brot gibt uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Versorgt…das mit dem Brot ist wahrscheinlich für jeden verständlich, aber für mich steckt in diesem Teil nicht nur die Versorgung für unseren Körper sondern auch für Seele und Geist. Nichts befreit unsere Seele so sehr, wie zu verstehen und für mich anzunehmen, dass Jesus meine Schuld getragen hat…und das ich dann auch meinem Nächsten vergeben kann ist eindeutig nur durch eine übernatürliche Versorgung meines Geistes möglich. Er hat uns versorgt mit allem was wir brauchen und er will und wird uns jeden Tag geben was wir brauchen.

Und führe uns in der Versuchung
und erlöse uns von dem Bösen,
denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

 Was mir in diesem Teil ins Auge gesprungen ist, ist dass Gott uns vorbereitet für alles was auf uns zukommt…und gleichzeitig bereitet er das was auf uns zukommt vor (die Wohnungen im Himmel). Alles was wir über ihn aussprechen sprechen wir gleichzeitig uns selber zu, weil wir durch Jesus Zugang dazu haben. Wenn wir auf Gott ausgerichtet sind, einig sind mit seinem Willen und uns von ihm versorgt wissen, dann haben wir die Freiheit in vorbereiteten Werken zu wandeln, weil für alles andere gesorgt ist und wir das Herz des Vaters kennen.

Was ist eigentlich die richtige Körperhaltung beim Gebet?

Eigentlich ist das eine Frage, die ich mir schon lange nicht mehr gestellt habe…aber in den letzten Tagen hab ich mir die neue Netflix Serie „Anne with an „e““ angeschaut. Eine Neuverfilmung von Anne von Green Gables. Ich hab diese Geschichte als Kind sehr gemocht und war ein wenig misstrauisch, aber ich muss sagen die Neuverfilmung ist einfach wunderschön gelungen. Die Bilder sind toll und die Schauspieler hervorragend ausgesucht und die Charaktere sind mit so viel Herz gespielt, dass ich total berührt war und einige Aspekte der Geschichte sind nochmal verändert – meiner Meinung nach vertieft und ehrlicher gemacht worden. Also ich bin auf jeden Fall überzeugt.
Zurück zum Thema…in der ersten Folge soll Marilla Anne zeigen wie man betet und sie sagt als erstes:“ Knie dich hin.“
Worauf Anne das auch tut, aber folgendes sagt (ich übersetzt mal frei aus dem englischen): „Warum muss man sich zum Beten hinknien? Weißt du was ich tun würde, wenn ich wirklich beten wollte? Ich würde in ein riesiges Feld gehen, ganz alleine…oder in einen tiefen, tiefen Wald und ich würde hochschauen in den Himmel, hoch, hoch, hoch in den herrlichen, grenzenlosen Himmel und ich würde das Gebet einfach fühlen.“

(c) Lenna Heide

Ich muss zugeben, ich musste die Serie an dieser Stelle anhalten und erstmal mit den Tränen kämpfen und tief Luft holen.  Diese Aussage hat mich tief berührt und ich hab später weiter gedacht…ja, warum muss man sich zum Beten eigentlich hinknien? Muss man das überhaupt?
Es gibt ja auch eine Bibelstelle in der steht, dass die Männer beim Beten heilige Hände hochheben sollen…viel mehr steht zu Körperhaltungen in der Bibel meines Erachtens auch nicht wirklich.* Warum muss man denn dann mancherorts aufstehen oder die Hände falten oder was auch immer?
Und was davon ist überhaupt richtig?
Ich denke: Die richtige Körperhaltung beim Beten ist die, die ausdrückt wie es in meinem Herzen grad aussieht. Hab ich grad so eine Sehnsucht nach Gott, dass ich mich austrecken möchte um nach ihm zu greifen, dann streck ich vielleicht eine Hand nach oben oder recke meinen Kopf in die Höhe…wenn ich grad von Ehrfurcht ergriffen bin, dann knie ich mich wahrscheinlich nieder oder leg mich sogar flach auf den Boden…wenn ich Schwierigkeiten habe mich zu sammeln könnte ich die Hände falten und die Augen schließen, wenn ich unruhig bin gehe ich vielleicht in der Gegend herum, usw. Wenn wir unserer Körperhaltung erlauben sich unserem ganzen Sein anzupassen erlebe ich oft ein eins werden von Körper, Seele und Geist, was den Gebetsfluss erleichtert und auch tiefer ins Gebet führt.

(c) Lenna Heide

Allerdings kann es auch andersherum funktionieren…wenn ich z.B. Ehrfurcht lernen möchte, kann es helfen sich immer mal wieder hinzuknien…weil die richtige Körperhaltung auch Seele und Geist hilft an diesen Ort zu folgen. Die richtige Körperhaltung ist also die, die mich dabei unterstützt näher zu Gott zu kommen und tiefer ins Gebet…und welche das gerade ist, dass muss jeder für sich selbst immer wieder neu entscheiden…und vielleicht auch zwischendurch innehalten und mal überprüfen, ob das was man einfach so Routinemäßig tut überhaupt hilfreich ist und der Wahrheit entspricht…und vielleicht sollten wir alle tatsächlich mal in ein großes Feld gehen oder in einen tiefen Wald…

*Anmerkung: Ja, ja, wenn man Dinge einfach so schreibt ohne nochmal nachzudenken und zu überprüfen. Im Laufe der Tage sind mir schon auch noch andere Bibelstellen eingefallen zur Körperhaltung…einige beziehen sich aufs liegen andere aufs Knien und ich bin auch von anderen darauf hingewiesen worden (danke :)) – aber die Schlußfolgerung meiner Gedanken ändert sich damit nicht :).

Selbstbewusstsein und Gottesbewusstsein

Erst wollte ich ja zwischen die beiden Wörter vs. Setzen, aber das hätte ja den Anschein erweckt, dass nur das eine oder das andere geht…im Grunde genommen denke ich aber, dass die beiden sich bedingen.
Vor einer Woche beim Gebet haben wir uns nochmal die Geschichte von David und Goliath angeschaut und Nicki meinte: David wusste einfach genau wer hinter ihm steht…und da hatte ich sofort dieses Bild vor Augen (was ich dann auch gleich ganz schnell aufgezeichnet habeJ)

Und das hat mir alles nochmal in die richtige Perspektive gerückt…auch wenn das Bild natürlich nicht Maßstabgetreu ist, versteht man doch glaube ich sehr genau was ich meine. Das was mir manchmal wie eine unglaubliche „Vergrößerung“ meiner Herausforderungen erscheint ist aus Gottes Sicht kaum zu erkennen…und da er ja immer noch genauso hinter mir steht sollte dieses Bewusstsein meine Sicherheit ausmachen…

Und das erinnert mich wieder an eins meiner Lieblingszitate von Teresa von Avila:
Gott und ich – wir zwei – sind immer die Mehrheit

In diesem Sinne: Auf in den Kampf 😀

 

Umarmungen

In der letzten Zeit beschäftige ich mich viel mit dem Thema Gebet – was ist Gebet und was ist es nicht. Vielleicht schreib ich demnächst auch noch etwas mehr dazu, aber heute nur ganz kurz. Letzte Woche hab ich deses Bild gemalt und mich die ganze Zeit gefragt woran mich das Gefühl erinnert hat und nach einiger Zeit bin ich drauf gekommen: An einen Satz aus einer Geschicht von Werner May. Sie heißt: „Mit einem Engel im gleichen Boot“. Ich hab sie als Hörbuch und kann sie nur empfehlen. Ein Satz aus der Geschichte geht mir immer wieder nach und es ist genau dieser Satz an den ich erinnert wurde. Die Hauptperson hat an einer Stelle eine Erkenntnis über Gebet und fast diesen Entschluss für die Zukunft: „Meine Gebete sollen Umarmungen sein.“
Und mit diesem Satz entlasse ich euch in die Betrachtung des Bildes 🙂

Ein paar Blumen und Kränze

Irgendwie bin ich grad wieder sehr motiviert zu malen und auch malen zu üben. Die letzten Wochen hab ich mich ein wenig mit Blumen und Blüten beschäftig. Ich hab da auf jeden Fall noch eine Menge zu lernen, aber hier sind schon mal die ersten Ergebnisse.

Magnolien

(c) Lenna Heide

Mein erster Blumenkranz

(c) Lenna Heide

und gleich der zweite:

(c) Lenna Heide

Mohn

(c) Lenna Heide

Kornblume

Hat Lobpreis etwas mit meinen Gefühlen zu tun?

Diese Frage muss ich ganz klar mit: „Ja“ beantworten. Aber bevor ich dazu komme, das weiter zu erklären möchte ich noch ein paar Grundlegende Dinge sagen.
Zuerst einmal spreche ich gleich zwar über Lobpreis, aber eigentlich kann man das was ich erkläre zum größten Teil auch auf das Gebet anwenden – besonders den Teil mit den Gefühlen.
Der Unterschied zum Gebet ist vielleicht einfach, dass es meistens nicht wie beim Lobpreis üblich, angeleitet wird von anderen Leuten.
Ich weiß nicht wie es euch geht, aber der Lobpreisteil im Gottesdienst ist für mich und in unserer Gemeinde ein sehr wichtiger Teil und genauso wie man hinterher über die Predigt austauscht so tue ich das auch über den Lobpreis mit meinem Mann und mit anderen Leuten, die mir nah stehen und deren Meinung und geistliche Wahrnehmung mir wichtig sind.
Beim Lobpreis ist für mich eigentlich die zentrale Frage: Wie spürbar war Gottes Gegenwart oder auch: Wie leicht war es bei Gott anzukommen während des Anbetens? ( in welcher Form auch immer).
An manchem Tagen ist es leicht an anderen scheint es fast unmöglich sich fallen zu lassen und sich nur auf Gott zu konzentrieren…und die Frage die dann wahrscheinlich bei jedem irgendwann hochkommt ist: Woran liegt es?

(c) Lenna Heide

Eine ungesunde Form damit umzugehen wäre: Sich um die Frage zu drehen: „Wessen Schuld ist es?“ Besser wäre es wahrscheinlich sich zu fragen: Was kann ich tun, um etwas zu verändern? Was kann ich tun, um es doch noch möglich zu machen in Gottes Gegenwart durchzubrechen und es damit auch anderen leichter zu machen mit mir zu kommen.

Ich stelle fest, dass einige sehr schnell bei Schuldgefühlen ankommen und dann denken, dass mit ihnen wahrscheinlich etwas nicht in Ordnung ist. Und sobald sie sich diesen Gefühlen hingeben wenden sie sich normalerweise von Gott ab, weil sie sich nicht mehr wohl fühlen in seiner Gegenwart…so klappt der Durchbruch offensichtlich nicht.
Andere suchen den Fehler bei der Lobpreisband oder beim Lobpreisleiter selber:
Die Lieder sind falsch ausgesucht, die Übergänge ungünstig gewählt, es wird schief gesungen, der Takt stimmt nicht…und all diese Dinge tragen natürlich dazu bei, dass es leichter wird – aber ich hab auch schon Lobpreiszeiten erlebt, die voll von Gottes Gegenwart waren und die Lobpreisband hat all diese „Fehler“ gleichzeitig gemacht…und auch wenn ich ein Verfechter davon bin, dass man auf diese Dinge achten soll und sich danach ausstrecken soll darin immer besser zu werden, so kann ich doch mit Sicherheit sagen, dass es nicht diese Dinge sein werden, die am Ende den Durchbruch bringen.
Ein anderer Punkt, der auch die Lobpreisband betrifft ist die geistliche Atmosphäre, die insbesondere auch vom Lobpreisleiter mitbestimmt wird. Als Lobpreisleiter bin ich in einer priesterlichen Aufgabe tätig, das heißt ich bin deine Brücke vom Herzen des Vaters zum Herzen der Menschen – wenn diese Brücke in eine von beiden Richtung gestört ist, dann ist das in der geistlichen Atmosphäre für alle wahrnehmbar. Nicht jeder wird es benennen können, aber jeder wird es spüren. Ich als Zuhörer kann das aber nie wirklich beurteilen – das Herz kann nur Gott sehen. Wenn ich allerdings den Eindruck habe, dass es so sein könnte fange ich an für den Lobpreisleiter zu beten…meistens in Sprachen, damit der Heilige Geist das beten kann was wirklich nötig ist. Und tatsächlich hab ich dann schon manchmal erlebt, dass eine Veränderung geschieht…so kann auf jeden Fall ein Durchbruch gelingen, aber normalerweise fange ich an einer anderen Stelle an:

Kommen wir also nun dazu warum Lobpreis etwas mit Gefühlen zu tun hat.

(c) Lenna Heide

Im Lobpreis, genauso wie bei jeder anderen Art zu beten, geht es darum vor Gott zu kommen – ihm nahe zu sein und mit ihm in Beziehung zu treten. In Beziehung treten kann ich mit Gott nur da wo ich ehrlich bin (das gilt natürlich auch für Beziehungen mit Menschen), denn nur da wo ich echt bin kann Gott mich berühren – dort wo ich es nicht bin berührt er meine Maske, meine Schutzmauer, mein Schutzschild oder wie auch immer man es nennen möchte. Das ist keine Beziehung,deswegen ist Gott daran nicht interessiert. Und selbst, wenn er uns so berühren würde – so wie Menschen es manchmal unwissentlich tun – würde ich keine Verbindung spüren . Das heißt im Klartext: Wenn ich überhaupt eine Möglichkeit haben will im Lobpreis mit Gott eine Verbindung einzugehen, dann muss ich zuallererst ehrlich werden…und das hat mit meinen Gefühlen zu tun. Wie geht es mir eigentlich wirklich? Wo stehe ich grad in meinem Leben mit den Menschen um mich herum, mit mir selbst und vor allen Dingen auch mit Gott?

Manchmal steh ich im Lobpreis und spüre: Ich kann nicht durchbrechen und sofort wird mir klar welche Sache ich grad mit mir rumschleppe und nicht anschauen will. In diesem Moment muss ich dann eine Entscheidung treffen: Bin ich jetzt bereit mit das mit Jesus ehrlich anzuschauen (mit dem dazugehörigen Gefühlsausbruch) oder nicht?

Auf den Punkt gebracht lautet die Frage: „Ist es mir wichtiger mich vor einem vermeintlichen Schmerz zu schützen oder Gott zu begegnen?“  Wenn ich die Frage jetzt so nüchtern stelle wird jeder natürlich sagen: ist ja logisch, natürlich will ich lieber Gott begegnen. Aber diese Entscheidung in dem entsprechenden Moment zu treffen ist immer wieder ein bisschen wie sterben…naja, im Grunde ist es das ja auch. Ich opfere in dem Moment meinen Selbstschutz und liefere mich Gottes Gnade aus. Sobald ich aber die Entscheidung für Gott treffe kommt (so erlebe ich es)  immer der Durchbruch.
Dummerweise weiß ich aber nicht immer sofort was die Sache eigentlich ist, der ich mich nicht stellen will. Manchmal sind es so unbewusste Prozesse, dass es eine Weile dauert bis ich mir selbst auf die Spur komme. Dann ist es oft an der Zeit mit Gott zu „ringen“ – ihn zu bitten mein Herz zu durchforsten und mir zu zeigen was ich noch nicht sehen kann. Und auch das führt, wenn auch nicht ganz so schnell, immer zu einem Durchbruch.
Also ja: Gefühle und Lobpreis sind eng miteinander verbunden – aber vielleicht anders als viele denken.

(c) Lenna Heide

Ich hab mir auf jeden Fall angewöhnt immer zuerst bei mir anzufangen, wenn ich das Gefühl habe ich kann nicht durchbrechen, weil an dieser Stelle hab ich den schnellsten Zugriff, um etwas zu verändern. Wenn ich merke, dass bei mir grad alles in Ordnung ist, dann schau ich weiter und frage Gott, wie ich die Lobpreisband unterstützen kann und natürlich versuche ich der Lobpreisband auch regelmäßig Feedback zu geben.
Ich hab mal gehört, dass sich beim gemeinsamen Singen der Herzschlag aller Teilnehmer synchronisiert. Ich glaube, wenn jeder einzelne auf sein Herz acht geben würde, dann würde dieser Herzschlag immer gesünder und lauter werden und wir würden erleben wie die Erde anfängt zu beben…ich freu mich drauf.

Sich tragen lassen…

…wie auf dem Wasser. So hat sich der Lobpreis am Sonntag für mich angefühlt. Ganz entspannt und voller Vertrauen – anders gehts auch nicht – denn wenn man erstmal anfängt zu strampeln und angstvoll um sich zu schlagen und nach Hilfe zu suchen, dann geht man tatsächlich unter, obwohl man eigentlich an einem sicheren Ort ist an dem man sich tragen lassen könnte. In diesem Sinne wünsche ich euch: Frieden genau dort wo ihr seid und tiefes Vertrauen darauf, dass Gott euch tragen kann und will und wird…

(c) Lenna Heide

Die Ostergeschichte

Jedes Jahr zu Ostern such ich nach einem Weg bei Ostern anzukommen mit meinem ganzen Sein. Am bestern gelingt mir das immer durch das Malen oder einen anderen kreative Zugang (Schreiben, durch Übungen, Soaking, etc.). Dieses Jahr hab ich kurz vor Ostern angefangen Blumenkränze zu malen und mir dann gedacht: Warum nicht Ostern in Kranzform darstellen.
Ein bißchen aus dem Gedanken heraus, den ich in den letzten Tagen hatte: Ist es eigentlich wirklich wichtig Ostern zu feiern? Es ist doch so lange her – ich bin dem Gedanken nachgegangen. In dieser Zeit hab ich den Film: „Interstellar“ geschaut und was ich interessant fand war die Darstellung eines Raumes mit der Dimension Zeit. Dort konnte die Person zu jedem Augenblick zu jeden Zeitpunkt zu greifen…und so hab ich mir schon immer Ewigkeit vorgestellt bzw. Gottes Zeitlosigkeit – so dargestellt fand ich es aber noch greifbarer…und so ein Kreis/Kranz ist ja auch ein Symbol für Ewigkeit – Ostern steht für alle Zeit und ist zu jedem Zeitpunkt für uns zugänglich – und ja deswegen sollte Ostern auf jeden Fall immer wieder gefeiert werden.

(c) Lenna Heide

Einige Ideen kamen mir sofort, bei anderen musste ich nachdenken oder sogar meinen Mann um Hilfe fragen – aber genau dieses Beschäftigen und kämpfen damit hat mir sehr gut getan.
Entstanden sind gestern nurn vier Bilder – vier Kränze, die in ihrer Art etwas darstellen, was an den Tagen von Gründonnerstag bis Ostersonntag geschehen ist – aber ich hab mich für jeden Tag auch für ein Wort entschieden, das ich dazugeschrieben habe. Ein Wort, das für mich am besten ausdrückt was an diesem Tag passiert ist. Lesen kann man das Wort mit dem Zusatz: „für mich“…es macht aber auch auf Jesus bezogen Sinn..er hat all diese Dinge getan.

Angefangen hab ich mich Gründonnerstag:

(c) Lenna Heide

Dieser Tag steht für mich vor allemim Zeichen des seelischen Kampfes, den Jesus im Garten Gethsemane hatte – dort wo die Olivenbäume stehen. Deswegen war das Symbol für den Kranz recht einfach: Olivenzeweig. Als Wort hab ich: „entschieden“ gewählt, weil das für mich die größte Handlung war an diesem Tag. Er hat sich dafür entschieden seinen Willen, dem Willem seines Vaters unterzuordnen und damit hat er sich ein für alle Mal auch für mich entschieden.

(c) Lenna Heide

Karfreitag:

Das Symbol für Karfreitag auszuwählen war einfach: Natürlich die Dornenkrone – das Malen allerdings nicht. Ich weiß nicht warum, aber ich hab noch nie eine Dornenkrone gemalt, die mir gefallen hat – wenn man das überhaupt jemals so sagen kann. Vielleicht auch einfach, weil es mir fast körperlich weh tut sie zu malen – besonders die Dornen im inneren der Krone. Ausgewählt hab ich als Wort: „getragen“…weil das für mich einfach so viel ausdrückt. Er hat zum einen die Dornenkrone getragen, aber auch: das Kreuz, meine Schuld, meine Armut, meine Scham, meine Sünde, meine Krankheit und noch so viel mehr. Was er aber auch getragen hat bzw. ertragen waren die ganzen Gefühle und Schmerzen, die dazugehören. Und weil er das alles getragen hat bin ich jetzt für immer von ihm getragen.

(c) Lenna Heide

Karsamstag:

Tatsächlich hab ich überlegt, ob ich diesen Tag nicht überspringen soll, aber es hat mich nicht in Ruhe gelassen, weil ich gespürt habt: Dieser Tag ist auch wichtig, sonst hätte Gott ihn nicht eingefügt. In der Sichtbaren Welt ist folgendes passiert: Jesu Körper hat im Grab gelegen – es war Ruhe eingekehrt. In der Unsichtbaren Welt ist aber auch etwas großartiges passiert: Jesus ist in die Unterwelt gegangen und hat dort die frohe Botschaft verkündet, hat die gefangenen Befreit und den Schlüßel gleich mitgenommen. „Der Kranz“ soll den Grabstein darstellen aus dem Licht strahlt. Die Idee ist von meinem Mann. Ich hab die Idee mit dem Grabstein zwar schon gehabt – aber keine Ahnung gehabt wie ich das in „Kranzform“ malen soll. Ein wenig erinnert das Bild auch an eine Sonnenfinsternis was im Grunde ja auch passend ist. „Befreit“ schien für mich das einzig richtige Wort zu sein – er hat die Gefangenen befreit und auch mich, weil er danach ja auch sein Blut in das Allerheiligste des Himmels getragen hat und das Opfer ein für alle mal getragen, so dass ich jetzt für immer die Möglichkeit habe zum Vater zu kommen. Aber auch er wurde befreit: von seinem irdischen Körper und den damit verbundenen Beschränkungen und Schmerzen.

(c) Lenna Heide

Ostersonntag:

Der Ostersonntag war wieder einfacher. Es sollte viel grün dabei sein, wegen der Hoffnung und irgendwie hatte ich Blau auf dem Herzen – vielleicht weil es die Farbe des Himmels ist. Als Symbole hab ich den Schmetterling und das Ei gewählt – weil der Schmetterling für Auferstehung steht und das Ei für Leben. Die Kornblumen haben einfach eine persönliche Bedeutung für mich und Rosen und eine Frucht fand ich auch passend. Das Wort war natürlich ziemlich logisch, obwohl ich damit gekämpft habe, weil ich gern etwas genommen hätte, das nicht so „abgedroschen“ ist – aber an diesem Wort bin ich einfach nicht vorbeigekommen. Ich hab tatsächlich sogar nach Synomymen gesucht, aber keins gefunden, das mir gefiel…interessant fand ich dabei, dass es kein Antonym zu dem Wort gibt – also kein Gegenteil. Das ist irgendwie in mein Herz gefallen: Auferstehung kann man nicht Rückgängig machen – wer einmal Auferstanden oder Wiedergeboren ist, dem kann man das nicht wieder wegnehmen. Er ist auferstanden und er lebt für mich, damit ich das auch haben kann und mit ihm leben kann.

Hier fühl ich mich jetzt bei Ostern angekommen – ich hoffe, ich konnte dich ein bißchen mitnehmen.