Das ist auf jeden Fall meine Meinung: (W)Eile

Die Überschrift könnte vermuten lassen, dass ich mich nicht für ein Thema entscheiden konnte…aber ganz so ist es nicht. Irgendwie hab ich die letzten Tagen über Eile nachgedacht. Wie ich manchmal so durchs Leben hetze unbewusst in der Angst etwas zu verpassen oder nicht zu schaffen. Und dann ist irgendwann der Tag, der Monat oder sogar das Jahr zu Ende und ich weiß gar nicht so recht wie das so schnell gehen konnte. Vielleicht liegt das manchmal auch daran, dass ich zu schnell gehe??
Ich gehöre zu den Menschen, die gerne Dinge erledigen oder zu Ende bringen, das gibt mir ein Gefühl von innerem Frieden und wenn etwas erledigt ist, dann kann ich erst so richtig loslassen. Das bewirkt aber, dass ich diesem Ziel-Zeitpunkt entgegenfiebere…ich zähle: Wie oft noch bis dieser Hauskreis zu Ende ist? Wie viele Karten muss ich noch basteln bis ich so viele habe wie ich brauche, usw. Und es ist noch nicht mal so als wenn ich meine Aufgaben nicht mag oder gern tue und trotzdem ist da oft diese Last, des fertig werden Müssens, die mich die Zeit dazwischen nicht so recht genießen lässt.
Jetzt in der Weihnachtszeit z.B.: Wie viele Geschenke muss ich noch besorgen? Wie viele Karten schreiben? Wen darf/will ich nicht vergessen?…und so vergesse ich oft in dem Augenblick ganz da zu sein, nicht zu eilen sondern zu weilen oder verweilen. Einfach mal den Moment aufzusaugen, einen tiefen Abdruck in der Seele zuzulassen, satt werden an der Gegenwart.

Ich glaube, wenn ich das öfter mal erlauben würde, wäre das Jahr gar nicht so schnell vorbei sondern würde so eine tiefe  Zufriedenheit hinterlassen, dass man das Jahr völlig „Jahressatt“ loslassen könnte. Ganz besonders möchte ich das für Begegnungen lernen: Nicht von einem Termin zum nächsten hetzen oder in der Gegenwart gar nicht richtig zuhören sondern darüber nachdenken, wie man die „To-Do-Liste“ für den Rest des Tages noch schaffen soll. Oft hab ich dieses Gefühl auch an meinen Geburtstagen gehabt. Da lädt man mal all die Menschen ein, die einem ans Herz gewachsen sind und mit denen man einen schönen Abend haben möchte und dann ist man den ganzen Abend damit beschäftigt Leute an der Tür zu begrüßen, dass Essen vorzubereiten, Geschenke auszupacken und dann geht schon der Erste und man ist damit beschäftig einen nach dem andern zu verabschieden und am Ende denkt man: „Irgendwie hab ich mit gar keinem richtig gesprochen.“
Dieses Jahr hab ich es anders gemacht, ich hab einfach meine Mädels in eine Billardkneipe eingeladen  – anstatt Essen zu Hause hab ich einfach die Getränke für den Abend bezahlt und Kleingeld für Billard und Darts mitgebracht. Schon vorher konnte ich mich ganz ohne Sorgen freuen, denn ich musste nichts vorbereiten und nicht stundenlang in der Küche stehen. Und an dem Abend hab ich Gespräche geführt mit so einigen Billard gespielt und Darts und sogar Kicker und dabei sehr viel gelacht. Am Ende des Abends war ich müde aber auch total dankbar und glücklich und es war in Ordnung, dass der Tag zu Ende ist, denn er war so voll gewesen, dass nichts mehr reingepasst hätte und ich konnte ganz leicht loslassen.


Aus diesem Grund möchte ich genau das Hochhalten für das nächste (Lebens-)jahr: Ich möchte weniger eilen und mehr weilen…und ich denke, dass das Leben, dann nicht langweilig wird sondern kurzweilig. Und ich bin mir sicher, dass das auch meiner Gottesbeziehung gut tun wird, denn Gott ist zwar immer da, aber immer nur in der Gegenwart und wenn ich weile, dann bin ich ihm wesentlich näher als sonst – das ist auf jeden Fall meine Meinung und was denkst du?

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Das ist auf jeden Fall meine Meinung: Klarheit

Eigentlich hab ich dieses Thema schon seit Tagen im Kopf, aber ich wollte nicht darüber schreiben und hab die ganze Zeit darauf gewartet, dass mir noch ein anderes Thema einfällt. Aber jetzt ist es schon spät am Freitag Abend und wie es aussieht werde ich wohl über „Klarheit“ schreiben müssen – damit dann auch irgendwann wieder ein anderes Thema in meinen Kopf kommt :).
Mich beschäftigt dieses Thema, weil mir mehr und mehr auffällt wie wichtig mit Klarheit ist – nicht nur von meinen Werten her, sondern, dass ich es tatsächlich sogar körperlich zu spüren bekomme.
Wenn Situationen oder Menschen unklar sind, wenn ich mir nicht sicher sein kann wie jemand etwas meint oder was jemand von mir möchte, dann löst das Stress bei mir aus.
Deswegen hab ich in den letzten Jahren schon gelernt Dinge zu hinterfragen, noch mal genauer nachzufragen, um besser verstehen zu können.

Und das hilft – sogar sehr. Einfach mal fragen: Wie hast du das genau gemeint? Hab ich das so richtig verstanden? Was erwartest du jetzt genau von mir?, usw. Früher hab ich mich oft davor gescheut zu fragen, weil ich dachte, ich muss doch in der Lage sein, den anderen auch einfach so zu verstehen. Außerdem wirkt man ja vielleicht dumm, wenn man etwas nicht versteht. Mittlerweile ist es mir ziemlich egal, wie ich dann wirke – es ist mir wesentlich lieber richtig zu verstehen, weil das so viele Missverständnisse gar nicht erst entstehen lässt. Und vor allem gibt es mir eine viel größere Sicherheit, wenn ich z.B. Aufträge annehme.

(c) birgitH / pixelio.de

Ich weiß auch, dass es mir hilft für mich selber klar zu sein, mich zu sortieren und auszurichten, denn auch inneres Chaos löst bei mir Stress aus. Dafür hab ich im Laufe der Zeit verschiedene Methoden entwickelt und auch von anderen gelernt und ich empfinde es als sehr befreiend mich einfach mal hinzusetzen für mich selbst ein paar Fragen zu beantworten und dann viel besser zu wissen was in mir drin so los ist. Das hilft mir nach innen und nach außen. Denn wenn ich nach innen klar bin kann ich auch nach außen klar kommunizieren.

Womit ich in den letzten Jahren aber zu kämpfen hatte waren folgende Dinge:

-Manche Menschen weigern sich, sich klar auszudrücken, einfach aus Angst sich selbst zu offenbaren und verletzlich zu machen. Ich merke, dass ich da für mich an eine Vertrauensgrenze komme, die es mir schwer möglich macht enge Beziehung zu diesen Menschen zu leben.

-Manche Menschen reflektieren mir, dass sie Angst vor mir haben oder mich als hart empfinden, auf Grund dieser Klarheit und Ehrlichkeit. Obwohl mir jeder auch bestätigt, dass sie Kritik als konstruktiv und auch mich selbst nicht als bösartig oder böswillig empfinden oder darauf aus sie zu verletzen…so löst doch das Gefühl von Ehrlichkeit und Klarheit Angst bei Ihnen aus.

Lange hab ich mit mir gehadert, ob ich vielleicht etwas übersehe oder etwas falsch mache, aber bisher merke ich, dass ich da nicht aus meiner Haut kann…aber vielleicht finde ich den Fehler auch noch irgendwann?
Versteht mich nicht falsch, ich zwinge anderen meine Wahrheit nicht auf in dem ich ihnen ständig alles direkt ins Gesicht sage, aber wenn ich gefragt werde sag ich wirklich was ich denke und ganz bestimmt sieht man mir auch so gut wie immer an was ich denke. Ich weiß, nicht, vielleicht ist das der Preis, den man zahlen muss, um authentisch zu leben oder vielleicht ist das das Risiko der Verletzlichkeit, die man in diesem Bereich dann bereit sein muss auszuhalten. Nicht jeder mag Klarheit und Ehrlichkeit und Tiefe auch wenn sie als Beziehungsangebot gedacht sind…das ist mir im Laufe des letzten Jahres klar geworden. Aber ich hab mich entschieden, das ich an dieser Stelle bereit bin zu bezahlen, weil ich denke, dass es sich lohnt ein Leben in Klarheit zu führen – das ist auf jeden Fall meine Meinung. Und was denkst du?

Gemaltes Wort zum Sonntag: Einheitsbunt

Heute will ich ein paar Worte zu dem „Bild“ sagen. Tatsächlich wollte ich gestern etwas ganz, ganz anderes malen…aber irgendwie wollte es nicht klappen, also hab ich das was schon da war einfach weiter mit Farbe aufgefüllt und mal so ganz entspannt rausgelassen was so in mir drin war. Dazu muss ich sagen, dass ich den ganzen Tag auf einem Leiterseminar war und sich dort Leiter aus vielen verschiedenen Gemeinden hier aus der Gegend gesammelt haben.
Während ich so gemalt habe überkam mich dieses Gefühl von Einheit mit dem und mit denen, die um mich sind – eine Einheit die aber nicht dazu führt, dass wir alle gleich werden.
Und das hat mich bei dem Wort: „Einheitsbunt“ landen lassen.
Das Bild an sich wäre normalerweise einfach im Papierkorb gelandet – es gefällt mir von der Ausführung überhaupt nicht und ist mir mit all den Farben und Wörtern viel zu unruhig…aber ich hab mich trotzdem entschieden es zu zeigen, weil ich merke, dass es bei mir ein Gefühl anspricht, dass ich noch gar nicht richtig ausdrücken kann.
Einheitsbunt, darüber will ich in den nächsten Wochen ein bißchen mehr nachdenken…vielleicht ist Einheitsgrau und Einheitsbrei nur eine Lüge, die uns davon abhält einheitsbunt zu werden.
Noch ein Gedanke am Rande: Beim malen hab ich im letzen Jahr gelernt, dass Farben einander verändern – nicht nur dadurch, dass man sie mischt, auch einfach dadurch, dass man sie anders wahrnimmt, mit einer anderen Farbe daneben…und darauf hoffe ich, dass wir uns gegenseitig verändern, dabei wir selber bleiben und das Beste im anderen zum leuchten bringen.

 

 

 

Das ist auf jeden Fall meine Meinung: Tränen

Als ich mir überlegt habe heute über dieses Thema zu schreiben hab ich gedacht: „Och, das wird ja leicht, das gehört ja fast zu meinen Lieblingsthemen.“ Jetzt merk ich aber, dass ich so viele Sachen dazu im Kopf habe, das ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll…
Vielleicht am Anfang?

Als Kind hab ich einige Botschaften mitbekommen, zum Thema Weinen, die mich sehr geprägt haben – z.B.: den berühmten:“ Indianer kennen keinen Schmerz.“ Quatsch oder auch folgende Situation hat sich oft bei uns Zuhause abgespielt: Eins von uns Kindern  (ich habe noch 5 jüngere Geschwister) weint – aus welchem Grund auch immer – und bekommt dann zu hören: „Hör auf zu heulen, sonst bekommst du wirklich einen Grund zum heulen.“
Ich muss vielleicht dazu erklären, dass der Ton immer etwas rauer war als die Handlungen, die dann folgten – trotzdem hat die Aussage Angst ausgelöst bei mir. Und ich weiß, dass es Situationen gab, wo ich wirklich nicht wusste wie ich gerade aufhören soll zu weinen und mich dann doch irgendwie dazu gezwungen habe.

Einige, die mich kennen, werden jetzt vielleicht lachen, aber ich hab viele Jahre geglaubt, dass ich jemand bin der wenig bis gar nicht weinen muss – das war schlicht eine Beobachtung. Lustig ist das, weil mir heutzutage manchmal eine „Heulsalbung“ zugesprochen wird :)…ich hab das Weinen nämlich für mich wiederentdeckt und zurückerobert und ich bin sehr, sehr froh darüber.
Ich schätze Tränen heutzutage sehr – echte Tränen, die aus Trauer, Wut oder Freude oder vor Lachen geweint werden (Wenn ich von Tränen spreche mein ich nicht Tränen aus Selbstmitleid oder Tränen die zur Manipulation eingesetzt werden).

Echte Tränen begleiten immer tiefe Gefühle und zeigen an, dass man innerlich berührt und bewegt ist. Sie sind nicht nur auf Traurigkeit beschränkt auch wenn man sie in erster Linie damit verbindet. Tränen halten das Herz weich und sauber davon bin ich fest überzeugt und deswegen freu ich mich, wenn sie regelmäßig Teil meines Lebens sind. Manchmal, wenn ich lange nicht geweint habe, dann schau ich mir absichtlich einen Film an der Traurig ist, weil ich weinen möchte, auch wenn ich nicht für mich weine sondern aus Mitgefühl für andere – danach fühle ich mich wieder erfrischt oder gesäubert. Ich glaube, wir müssen genau wie unsere körperlichen Muskeln auch unserer Gefühlsmuskeln trainieren, weil sie sonst eingehen und ganz ehrlich mittlerweile möchte ich jedes Gefühl fühlen und zulassen können (damit meine ich nicht: an anderen auslassen), weil sie das Leben so viel reicher machen als es sonst wäre.

Ich wünschte mir, dass wir endlich aufhören Tränen als ein Zeichen von Schwäche anzusehen, weil sie im Grunde genommen das Gegenteil sind. Sie zeigen an, dass ein Mensch innerlich stark ist, denn wer weint lässt Gefühle zu, die andere Menschen wegdrücken, weil sie Angst davor haben von ihnen überwältigt zu werden, sie nicht aushalten zu können oder die Kontrolle zu verlieren. Lange Zeit hab ich selber nicht verstanden, warum ich so oft weinen muss, wenn ich z.B. traurige Dinge aus meinem Leben erzähle, die ich aber schon längst verarbeitet habe…aber vor ein paar Tagen hab ich es endlich verstanden: Ich habe während ich es erzähle Mitgefühl mit meinem vergangenen Selbst. Das hört sich im ersten Moment vielleicht eigenartig an, aber für mich ist das ein Zeichen von Heilung. Wenn ich mir selbst empathisch begegnen kann, dann weiß ich, dass ich gelernt habe mich wert zu achten und für mich zu sorgen. Was am Ende aber auch heißt, dass ich das auch für andere kann – denn alles was man lernt, lernt man ja erstmal an sich selbst.
Und deswegen werde ich auch nicht müde meinen Ratsuchenden immer wieder zu sagen: „Bitte, wein‘ doch einfach ohne dich dafür zu schämen oder schlecht zu fühlen.“ Denn Tränen sind immer ein guter Anfang um gesund zu werden  –  das ist auf jeden Fall meine Meinung – und was denkst du?

Prinzessinnen Weisheiten – Der Froschkönig

Nach langer Zeit gibt’s heute mal wieder einen Märchenartikel – ich bin ja der Meinung, dass man in jedem Märchen eine Wahrheit über Gott erkennen kann und bei vielen Märchen ist es recht leicht den Zusammenhang herzustellen, aber es gibt da ein Märchen, dass mir lange Kopfzerbrechen bereitet hat…bis jetzt.
Wer das Märchen nicht kennt oder nicht mehr so ganz parat hat kann es HIER nachlesen.
Es fängt ja damit an, dass die Königstochter mit ihrer goldenen Kugel spielt, diese dann in den Brunnen fällt und sie darüber so traurig ist, dass sie den Frosch um Hilfe bittet und ihm dafür verspricht, dass sie ihn lieben wird und das er ihr Freund sein darf.
Und diesen Teil kann ich noch leicht verstehen. Die Prinzessin ist natürlich ein Bild für uns…oder auch für die Gemeinde und weil es die jüngste ist kann es sogar sein, dass es für die jüngste Gemeinde, also für die aktuelle steht. Sie hat Gutes von ihrem Vater bekommen, aber das einzige was sie damit macht ist es für sich selbst und zu ihrer Belustigung zu verwenden. Sie zeigt ein sehr selbstsüchtiges und selbstzentriertes Verhalten. Das was ihre Welt erschüttert ist, dass sie ihr geliebtes Spielzeug verliert und um das wiederzubekommen ist ihr alles recht. Dafür bittet sie jemanden um Hilfe, den sie gar nicht besonders mag und sie verspricht ihm dafür alles was er haben möchte. Und geht es uns nicht auch oft so? Erst wenn uns etwas gefühlt „weggenommen“ wird, wenn etwas nicht mehr so schön ist wie es wahr, dann gehen wir zu Jesus und bitten um Hilfe, schütten unser Herz aus und versprechen ihm alles was uns einfällt nur, damit er alles wieder „heile“ macht.
Aber genau wie die Prinzessin in der Geschichte meinen wir das was wir versprochen haben gar nicht so ernst – entweder haben wir überhaupt keine Vorstellung davon was wir da überhaupt versprochen haben oder wir denken, dass wir aus der Nummer schon irgendwie rauskommen.
Jesus nimmt unsere Versprechen aber ernst. Und er geht auch sehr oft auf unsere Bitten ein – sogar die selbstsüchtigen. Ganz einfach, weil er so dringend unser Freund sein möchte, dass es ihm erst mal egal ist, dass wir ihn als lästig empfinden. Deswegen hört er nicht auf zu klopfen und zu rufen bis wir ihn widerwillig reinlassen…wobei der Vater in diesem Fall ja auch etwas nachhilft, denn es gibt Grundprinzipien, die gelten für alle, besonders für Königstöchter.

(c) Lenna Heide

Der Frosch ist nun da wo er sein möchte, ganz nah an der Prinzessin. Für diese ist es aber kaum zu ertragen und deswegen passiert etwas was uns allen passiert, wenn wir denken, dass unsere Grenzen überschritten werden: Sie wird wütend und aus dieser Wut heraus nimmt sie den Frosch und schleudert ihn gegen die Wand. Das ist der Teil, den ich nie verstanden habe, denn es ist nicht wie man oft annimmt ein Kuss der den Frosch in einen Prinzen verwandelt es ist dieser Aufprall gegen die Wand. Aber vor ein paar Tagen hatte ich auf einmal eine Offenbarung darüber, denn genauso verhält es sich oft in Seelsorgeprozessen. Jesus geht uns nach und legt seine Hand oft immer wieder auf das was uns weh tut, was wir nicht anschauen möchten. Nicht um uns zu verletzen, sondern um uns zu befreien und um unsere Augen zu öffnen und unserem Leben Sinn zu geben und einen Platz an seiner Seite. Aber wir werden wütend und aus dieser Wut heraus nehmen wir ihn manchmal und schleudern ihn gegen die Wand, gegen die Mauern in unserem Herzen…und dann passiert etwas was wir so nicht erwartet haben: Wir haben ihn berührt und er berührt uns und plötzlich werden unsere Augen geöffnet und wir sehen ihn wie er wirklich ist – wir sehen wer er wirklich ist. In der Geschichte steht: Ein Königssohn mit schönen und freundlichen Augen. Eine bessere Beschreibung kann ich für Jesus nicht geben. Und danach gibt es gefühlt gar nichts mehr zu besprechen, alles ist vorbereitet alles ist klar, der Königssohn holt die Prinzessin in sein Reich.
Warum diese Märchenstunde heute? Ganz einfach: Ich will euch ermutigen, die Wut die ihr habt mal zuzulassen. Jesus ohne Angst auch mal gegen eure Herzensmauer zu schleudern, um dann zu sehen wie er sich verwandelt und wie alles ganz klar wird. Das zu tun ist auf jeden Fall sinnvoller als wegzulaufen, sich zu verstecken oder zu hoffen, er wird irgendwann aufhören zu klopfen. Der Prinz will dein Freund sein und sobald du in seine Augen siehst wirst du auch nichts anderes mehr wollen.

Das ist auf jeden Fall meine Meinung: Herz-Verbindungen

Was Herz-Verbindungen betrifft, hab ich vor einigen Jahren eine eigene Theorie entwickelt, die sich immer mehr entfaltet und ich dachte ich erzähl euch heute mal davon. Herz-verbunden fühle ich mich mit Menschen, denen ich einen Platz in meinem Herzen eingeräumt habe. Gut und gesund ist das natürlich nur, wenn die Grundlage Liebe ist, denn natürlich bin ich auch Herz-verbunden mit einem Menschen dem ich grolle oder etwas nachtrage – das sind aber Verbindungen an deren Loslösung ich lieber arbeite, um freier zu werden.
Ich rede von Verbindungen, die gut tun – was nicht heißt, dass es hier nicht auch mal schmerzt und dieser Schmerz ist ja dann im Grunde auch ein gutes Zeichen, denn wenn mir jemand wertvoll ist und mir dieser Jemand fehlt, dann schmerzt das.
Ich hab im Laufe meines Lebens schon ein paar, mir wichtige Menschen „verloren“, einige durch Tod andere durch wegziehen oder auch durch andere Lebensumstände. (Beim Schreiben fällt mir gerade auf, dass das Wort verloren irgendwie die Hoffnung in sich trägt, dass man es wiederfinden kann).

Besonders spürbar wird der Verlust, wenn wichtige Ereignisse anstehen oder etwas an diese Person erinnert. Und ja, die Erinnerung ist oft schön und manchmal muss man lachen aber es hat auch meistens diesen kleinen Stich dabei. Oder wenn wichtige neue Dinge passieren, ein runder Geburtstag, eine Hochzeit in der Familie, ein neues Baby…immer dann, wenn man besonders glücklich ist und sich freut mischt sich das mit ein bisschen Trauer. Nichts was einem den Tag verdirbt oder die Laune, aber etwas was man im Herzen spürt – vielleicht ist es auch einfach, dass man sein Herz spürt. Wenn ich meinen Geburtstag feiere oder sonst irgendwas und es ist kein besonderes Jahr, so dass die Feier nicht wirklich groß oder aufwendig ist, dann ist mir klar, dass die Menschen, die weit weg wohnen und mit denen ich im Herzen verbunden bin, sicher nicht kommen werden, weil es einfach ein zu großer Aufwand ist. Und ich versteh das voll und ganz, das geht mir ja genauso, aber trotzdem spür ich dann mein Herz. Und es ist gut so.

Was ich aber auch weiß  ist, dass ich den Menschen trotz der Entfernung spüren kann. Manchmal plötzlich das Gefühl habe beten, anrufen, schreiben zu müssen ohne wirklich zu wissen was gerade bei ihnen los ist – aber es passt. Und ich glaube, dass liegt daran, dass wir nicht nur körperliche Wesen sind sondern auch Geistwesen und in diesem Bereich gibt es keine wirkliche Entfernung und auch keine Zeit. Und deswegen halte ich es mittlerweile für ein Ding der Unmöglichkeit eine Person die ich liebe loszulassen. Ja, ich kann sie loslassen im Sinne von: Ich zwing dich nicht mich zurück zu lieben, bei mir zu sein oder zu tun was ich gut finde…dieses Loslassen gehört zu lieben – so macht Gott es ja auch – aber solange ich jemanden liebe ist er mit mir verbunden und diese Verbindung ist ewig. Und deswegen muss ich der Aussage: „Wir kommen mit nichts auf die Erde und gehen auch mit nichts“ widersprechen. Jeder von uns hat die Möglichkeit mit einem vollen Herzen von der Erde zu gehen – voll mit Herzens-Verbindungen und diese Verbindungen werden ewig bestehen – das ist auf jeden Fall meine Meinung – und was denkst du?

Das ist auf jeden Fall meine Meinung: Beziehungspflege

Heute – ja tatsächlich heute 🙂 – ist mir etwas klar geworden – bzw. hab ich es mal in ganzer Deutlichkeit erfasst. Viele Christen sind verwirrt oder haben das Gefühl in einem bestimmten Bereich einen Spagat machen zu müssen.
Wir haben in den letzten Jahren ja endlich gelernt, dass Gottes Liebe bedingungslos ist und damit der Leistungsorientiertheit (bzw. Gesetzlichkeit) den Kampf angesagt…die uns ja immer wieder einreden will:“ Du musst er dieses oder jenes tun oder sein, damit Gott dich lieben bzw annehmen kann.“ Das ist auf jeden Fall eine Lüge. Und dann ist da noch die Gnade – die Gnade durch die wir alles geschenkt bekommen was Jesus für uns getan hat und das was so schwierig zu begreifen ist an der Gnade ist, ist, dass mir mit ihr alles GESCHENKT ist. Ich muss also nichts dafür tun.
Ich lerne also, dass ich weder für Gottes Liebe noch für seinen Segen irgendetwas tun muss und das ist die Wahrheit – das will ich auf keinen Fall auch nur ansatzweise schmälern.

Womit dann aber einige Christen zurückbleiben ist folgender Konflikt: „Ich darf/soll nichts für Gott machen (das würde ja bedeuten, dass ich gesetzlich bin), ich soll einfach sein (wer ich bin). Gott ist ja auch immer da und geht nicht weg, weil durch die Gnade für immer alles in Ordnung ist zwischen uns – ABER was jetzt? Vielen fällt dann auch auf, dass sie nicht wirklich vorwärts kommen, oft das Gefühl haben das Gott weit weg ist (obwohl sie ja vom Verstand wissen, dass das nicht die Wahrheit ist).“

(c) Lenna Heide

Ich denke, was wir übersehen ist folgendes: „Ich muss nichts mehr dafür tun, damit Gott mich liebt, aber ich muss was dafür tun, damit ich ihn kenne.“
Es ist nicht eine Strafe von Gott – so nach dem Motto: Wenn du dir keine Zeit für mich nimmst, dann zeig ich dir halt nicht wer ich bin – sondern es ist eine natürliche Konsequenz. Ich könnte z.B. auch mit meinem Mann zusammenleben oder mit meiner Tochter und sie von Herzen lieben, aber wenn wir keine Zeit miteinander verbringen werde ich sie nicht kennen. Ich werde nicht wissen was sie bewegt, worüber sie lacht, nicht beobachten wie sie auf andere Menschen reagiert oder vertraut sein mit ihren Plänen. Auch werden wir nicht die Möglichkeit haben einen gemeinsamen Erfahrungsschatz aufzubauen oder vielleicht sogar eine ganz eigene Sprache mit der wir uns verständigen.
Beziehungspflege erfordert meine Zeit, meine Aufmerksamkeit und durchaus auch manchmal, dass ich was tue – aber was das genau ist, dass muss jeder für sich herausfinden und zwar am besten im Dialog mit dem anderen…und dieser Dialog gehört dann auch schon zur Beziehungspflege dazu. Vielleicht ist es einfach wichtig zu verstehen, dass ich das was ich tue nicht tue, um geliebt zu werden sondern um Gott nahe zu sein. Und noch eine kleine Sache: Es ist ja weit verbreitet, dass man sagt: Ich möchte nur das tun was ich dann auch wirkllich von Herzen tue – also: Zeit mit Gott verbringen, weil ich Sehnsucht nach ihm habe. Ich denke aber, dass wir anfangs oft noch gar nicht wissen, dass wir Sehnsucht nach Gott haben, weil wir noch gar nicht erlebt haben wie es ist seine Nähe zu genießen und deswegen ist es am Anfang manchmal tatsächlich noch eher eine Pflichtübung. So wie ich mir manchmal mit meinem Mann Zeit nehme und bestimmte Übungen mache – z.B. eine Liste von Fragen ausdrucke, die wir uns dann gegenseitig beantworten. Erst hat er meistens nicht so viel Lust darauf, aber wenn wir erst Mal ins Gespräch gekommen sind, dann tut es uns beiden gut und wir merken, dass wir diesen intensiven Austausch vermisst haben. Es ist also so, dass ich tatsächlich doch etwas tun muss, um eine intensive Beziehung zu Gott zu haben – das ist auf jeden Fall meine Meinung – und was denkst du?

Das ist auf jeden Fall meine Meinung: Reden…

…ist Silber Schweigen ist Gold. Hmm, ich denke jeder von uns kennt dieses Sprichwort und weiß was es zu bedeuten hat…allerdings möchte ich dem gern widersprechen. Ich denke Reden und Schweigen sind Gold – wenn sie zur rechten Zeit geschehen. Und ich denke jeder von uns hat auch schon erlebt das beides nicht zur rechten Zeit geschieht und dass es dann eher nicht Gold ist, meistens noch nicht mal Silber.
Ich bin auf jeden Fall ein Befürworter von Reden und davon Dinge zu klären…was ja selten ohne Reden möglich ist.
Was ich beim Reden immer wieder wichtig finde sind folgende Fragen: Mit wem, worüber und zu welchem Zeitpunkt? Wenn ich all diese Punkte gut auswähle ist Reden auf jeden Fall Gold. Ich musste lernen, dass ich nicht mit jedem über alles reden muss und auch nicht sollte…und auch wenn alles was ich rede authentisch sein soll heißt es nicht, dass ich jedem alles preisgeben muss. Je vertrauensvoller meine Beziehung ist umso mehr darf ich zeigen, so würde ich gesunde Grenzen beschreiben.
Worüber…damit meine ich: Manchmal wäre es wirklich sinnvoll einiges was man sagt lieber mal nicht zu sagen. Gar nicht immer, weil man zerstörerisch oder unangebracht und respektlos mit anderen redet (da versteht es sich ja von selbst)– manchmal ist es einfach sinnlos und lenkt vom wesentlichen ab. Ich hab gar nichts gegen sinnfreien Humor hier und da – das fördert ja die Kreativität, aber ist es wirklich wichtig zu besprechen was XY über YZ gesagt hat…insbesondere, wenn mich das in so gar keiner Weise betrifft? Oder sich über Dinge lauthals negativ zu äußern ohne Einsatz zu zeigen, diese auch zu verändern? Ich denke, man hört schon heraus, dass ich auf jeden Fall kein Freund von Small Talk bin…in einem gewissen Rahmen bekomm ich das hin, aber Small Talk ist wesentlich anstrengender für mich als ein Gespräch, dass an die Substanz geht.

(c) qay / pixelio.de

Ich glaube, wenn uns bewusster wäre, was für eine Kraft Worte haben, würden wir wesentlich dosierter damit umgehen. Es ist aber auch so, dass es Dinge gibt, über die man nicht so gerne reden möchte – und dann finde ich ist es Gold, wenn man lernt auch über unbequemes auf angemessene Weise zu reden, weil es dazu beiträgt, dass Beziehungen besser gelingen. Und schwupp sind wir auch schon beim Zeitpunkt.
Das richtige zur falschen Zeit gesagt kann auch zerstörerisch sein. Ich rede jetzt nicht über diese Ausrede, die uns dazu führt unbequeme Gespräche immer weiter hinauszuschieben, sondern eher darüber darauf zu achten in welcher Umgebung man Dinge anspricht, vielleicht auch darüber auf die Verfassung meines Gegenübers acht zu geben und auch manchmal vielleicht erst mal abzuwarten bis unsere Beziehung auf mehr Vertrauen gegründet ist. Der richtige Zeitpunkt kann einen großen Unterschied machen.
Aber wie ist es dann mit dem Schweigen? Ein bisschen erschließt sich das ja aus dem was ich über das Reden geschrieben habe, denn da wo ich dann nicht rede, da schweige ich ja normalerweise.

(c) Gabi Eder / pixelio.de

Ich stelle auch immer mehr fest, dass die Leute, die wenig reden oft wesentlich mehr zu sagen haben als die, die viel reden. Das heißt nicht, dass jeder der schweigt gleich ein weiser Mensch ist. Ich hab auch erlebt, wie es ist mit jemandem in einer Partnerschaft zu sein, der meint Auseinandersetzungen „ausschweigen“ zu können – sich einfach verweigert. Ganz ehrlich gibt es wahrscheinlich wenig Dinge die tödlicher sind für eine Beziehung. Trotzdem lerne ich, je älter ich werde auch immer öfter mal bewusst zu schweigen, nicht immer sofort zu sagen was ich weiß oder denke…weil ich lerne mich gar nicht mehr so wichtig zu nehmen. Ich hab ja halt nur meine Meinung und die kann ich dann ja auch hier auf dem Blog schreiben 🙂 und dann kann sich ja jeder noch selbst überlegen, ob er die wissen will oder nicht 😉 (an dieser Stelle, dank dir fürs lesen).  Also kurz zusammen gefasst denke ich, dass es viel Weisheit erfordert zu lernen wann ich mit wem über was rede oder auch schweige…beides ist wichtig und gut – das ist auf jeden Fall meine Meinung . Und was denkst du?

Das ist auf jeden Fall meine Meinung: Zeit

Ist es nicht interessant, dass Kinder instinktiv wissen, dass Zeit etwas sehr wichtiges ist – obwohl sie noch eine ganz andere Wahrnehmung davon haben? Denn das wofür die Eltern Zeit haben, das scheint wichtig zu sein…im Zweifelsfall wichtiger als man selber. Natürlich fehlt einem Kind logischerweise auch noch die Weitsicht, dass Eltern ihre Zeit in Arbeit und Haushalt, usw. auch investieren, damit es den Kindern gut geht, aber ich denke viele Kinder wären dankbarer für etwas mehr Zeit  als für eine dritte Spielekonsole…zumindest irgendwann im Rückblick :).

Ich denke, es ist wirklich so, dass man wenn man sein Leben unter dem Aspekt „Für was nehme ich mir Zeit?“ betrachtet, das man daran sehr leicht ablesen kann, was mir eigentlich wichtig ist.
Und wenn ich ehrlich bin gefällt mir das was ich sehe nicht immer – aber vielleicht müssen wir auch lernen ein bisschen mehr „dahinter“ zu schauen?
Warum nehme ich mir eigentlich so viel Zeit für meinen Blog z.B. und kürze dafür an anderer Stelle, wirklich nur, weil ich lieber „unpersönlich“ mit Menschen in Kontakt bin als mich mal mit jemandem zum Reden zu treffen? Oder hab ich einfach einen Weg der Reflektion für mich selbst gefunden, der zusätzlich ein Segen für andere sein kann?

(c) Karl Dichtler / pixelio.de

Warum schlafe ich lieber 2 Stunden länger als zu einem frühmorgendlichen Gebetskreis zu gehen? Vielleicht weil ich verstanden habe, dass ich diese zwei Stunden brauche, damit ich den Rest des Tages ganz anwesend bin anstatt mich gähnend und geisterartig durch den Tag zu quälen.
Ich plädiere also durchaus dafür sich auch wohl wollend kritisch zu hinterfragen, trotzdem finde ich es für mich selbst auch immer wieder wichtig mir bewusst zu machen wofür verwende ich eigentlich meine Zeit? Und ist das sinnvoll? Will ich wirklich, dass diese Dinge Priorität haben in meinem Leben oder sind das teilweise nur schlechte Gewohnheiten?

Und dann sortiere ich neu oder auch nicht – aber auch wenn ich nicht neu sortiere, so gebe ich im Endeffekt meine Zeit auf die gleiche Weise aber bewusster…denn Zeit ist im Grunde das einzige was wir wirklich besitzen und es ist das einzige was wir verschenken können – eine Zeit die sonst niemand hat – und das ist meiner Meinung nach ein kostbares Gut…das ist auf jeden Fall meine Meinung und was denkst du?