Der bedürftige Gott

Ich weiß, Weihnachten ist kalendertechnisch schon vorbei – aber im Grunde ist es ja nur ein Termin an dem man etwas feiert, dass für immer da ist…und deswegen hab ich gedacht, schreib ich doch noch ein bisschen darüber was mir in diesem Jahr so durch den Kopf und durchs Herz gegangen ist.

(c) Lenna Heide

Was mich nochmal so richtig erwischt hat war die tiefe dieses Bildes: Ein Gott, der sich mit voller Absicht bedürftig und verletzlich macht. Er war darauf angewiesen empfangen, geschützt und versorgt zu werden und jeder Mensch, der für diese Aufgabe ausgesucht war hatte immer die freie Wahl auch nein zu sagen dazu oder diese Aufgabe nicht besonders gut auszufüllen.
Es brauchte eine Mutter die den Raum in sich zur Verfügung stellt, einen Vater, der sich zu ihm stellt, eine Vielzahl von Fremden, Freunden, Verwandten und bei jedem die Möglichkeit abgelehnt zu werden, aber Gott ließ sich davon nicht aufhalten.

Und für mich hat es sich immer so angefühlt als hätte sich Gott zu Weihnachten das erstmal so gedemütigt und bedürftig gemacht, aber mittlerweile ist mir aufgegangen, dass Jesus nur sichtbar gemacht was die ganze Zeit schon die Wahrheit war. Er hat ja selbst gesagt, dass er gekommen ist, um den Vater zu offenbaren…und genau in diesem Punkt ist mir der Vater dieses Jahr begegnet. Ich hab verstanden, dass er schon immer so war. Von Anfang an hat sich darauf eingelassen von der Entscheidung eines jeden Menschen abhängig zu sein. Er bittet darum, dass wir ihm Raum geben in uns, dass wir uns zu ihm stellen und dass wir uns von ihm lehren lassen – aber er hat sich niemals aufgezwungen. Und was mich auch sehr berührt hat war zu sehen, dass Gott immer mit sich anfängt – uns vormacht wie es geht und uns dann einlädt es ihm gleich zu tun. Denn erst war er bedürftig und hat Geschenke von Königen angenommen und später nach dem Kreuz ist es an uns zu erkennen, dass wir bedürftig sind und das wir die Geschenke unserer drei Könige brauchen und annehmen dürfen. Gott macht sich bewusst bedürftig, weil er weiß, dass anders eine Beziehung nicht möglich ist und ich glaube es ist an der Zeit diesen Schatz in unseren Leben immer mehr wertzuschätzen und zu leben.

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Was man beim Malen so übt…

…ist gar nicht nur das Malen an sich, sondern unter anderem auch das Beobachten, genauer hinschauen und Dinge aus einer neuen Perspektive zu betrachten.
Wenn ich etwas richtig malen will muss ich mich oft dazu zwingen, die Sache nicht mehr als ein ganzes sondern zerlegt in viele Einzelteile zu betrachten. Also; Wo ist ein heller Flecke? Welche Form hat dieser Fleck? Wenn ich eine vertiefung sehe – woran liegt das? Wo ist es dann hell und wo ist es dunkel? Welche Farbe hat etwas, wenn es wie Gold aussieht? Und so weiter und so fort.
An Anfang hat mich das total überfordert, aber manchmal ist es aus Versehen gelungen und das hat geholfen zu verstehen :).
Was mir auch hilft sind einfach mal kleine Bilder mit wenig Details so wie diese Landschaftsbilder in Postkartengöße aus den letzten Wochen:

Oder auch diese Beiden:

Eigentlich ist es das gleiche was ich auch in der Seelsorgearbeit mache: Eine Sache mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten oder genauer hinschauen und die Einzelteile erkennen und verstehen warum was an welchem Ort ist und weswegen es am Ende dann so aussieht wie es aussieht – aber dadurch auch zu verstehen wie man das kleine und das große Bild ändern kann. Und oft ist es auch dort genauso wie bei einem Bild – manchmal muss man dann wieder erst einen Schritt zurücktreten um das Bild wieder als ganzes erfassen zu können und wirklich zu sehen was bei dem ganzen Prozess herausgekommen ist.

 

Wenn Frieden einkehrt

…dann ist normalerweise Advent. So zumindest die Legende. In Wirklichkeit erlebe ich das weder bei mir noch bei anderen so. Eigentlich plan ich jedes Jahr im Advent eine ruhige und friedvolle Zeit zu haben – aber in der Regel ist dann Weihnachten und ich merke, dass es mal wieder nicht so wirklich geklappt hat. Also verschieb ich es auf das nächste Jahr.

Dieses Jahr ist allerdings etwas anders. Nicht weil ich außergewöhnlich gut geplant habe, sondern ich glaube, weil das letzte halbe Jahr für mich so schlimm war, dass ich gemerkt habe, dass ich einfach eine sehr, sehr ruhige Adventszeit brauchen werde, um mich wieder zu erholen.
Wie sich die letzten Monate angefühlt haben, hab ich letztens in einem Text aufgeschrieben und bei einem Lobpreisabend vorgetragen. Ich hab es nochmal versucht nachzusprechen, damit ihr es euch auch einmal anhören könnt:

Auf dem Lobpreisabend hab ich auch folgendes Bild gemalt, dass für mich das Gefühl von Frieden gut ausdrückt bzw. die Körperhaltung: Nach oben schauen.

(c) Lenna Heide

Was mir in den letzten Monaten oft den Frieden geraubt hat waren Situationen in denen ich tief enttäuscht worden bin – entweder durch die Umstände, durch andere Menschen oder auch von Gott. Und dieses sich von Gott allein gelassen fühlen hat dazu geführt, dass ich mich immer mehr zurückgezogen habe – weil ich das Gefühl hatte er schläft oder so und interessiert sich nicht für das was hier gerade passiert und mich völlig überfordert.
Vor ungefähr einem Monat hab ich mich dann aber doch getraut näher zu kommen und mal wieder festgestellt, dass es nicht nur ein Spruch ist, dass mein Friede nichts mit den äußeren Umständen zu tun hat. Denn es war wirklich so, dass ich nach einer Lobpreiszeit mit Jesus (also maximal 30 min) festgestellt habe, dass sich plötzlich alles verändert hat – obwohl sich eigentlich nichts verändert hat.
Und seit dem bin ich wirklich viel geslassener und so langsam regeln sich die Dinge – zumindest einige. Ein neues Zuhause haben wir z.B. immer noch nicht gefunden, aber ich fühl mich wieder in meinem inneren Zuhause und dass ist ein sehr gutes Gefühl.
Ich wünsche euch auf jeden Fall noch eine schöne Rest-Adventszeit mit einem inneren Frieden, den euch niemand wegnehmen kann.
Letztens haben wir im Gottesdienst dieses schöne, alte Lied: „Wenn Friede mit Gott“ gesungen. Ich liebe das Lied schon sehr lange – ganz besonders auch wegen der Entstehungsgeschichte (googled die auf jeden Fall, falls ihr die noch nicht kennen solltet). Aber als wir es beim letzten Mal gesungen haben, hab ich es irgendwie nochmal tiefer verstanden, wie es gemeint ist. Und ich hatte das Bedürfnis die eine Liedzeile etwas anders zu singen. Und zwar hab ich es so gesungen: Mir ist wohl bei dem Herrn. (der eigentliche Text lautet: in dem Herrn) – Irgendwie hat diese kleine Änderung des Textes für mich mehr Beziehung ausgedrückt: Augenkontakt mit Gott, dass macht in mir Frieden.

Gesichter und Farben wollen gelernt sein…

…das Malen davon mein ich natürlich. Ich hab letztens eine ganz kurze Online Lerneinheit zum Thema verniedlichte Gesichter malen gehabt und gleich losgelegt. Ich muss sagen, diese Art des Malens ist sehr stimmungsaufhellend für mich und vor allen Dingen, wenn das Gesicht dann am Ende dem Original zumindest etwas ähnlich sieht, das ist sowohl unglaublich als auch sehr zufrieden stellen. Angefangen hab ich – so wie die Aufgabe im Kurs war – mit einem Selbstportrait – wobei ich sagen muss: Selbstportraits sind irgendwie am schwersten:

Ich hab dann auch gleich nochmal einen Kranz (mit Photoshop) hinzugefügt, den ich vor ein paar Wochen gemalt hatte:


Als nächstes musste meine Familie dran glaube 🙂 – erst mein Mann:

dann meine Tochter:

Ich hab gedacht, dann mach ich erstmal Pause, aber dann haben sich zwei Freundinnen gemeldet und gefragt, ob ich sie nicht auch mal ausprobieren würde…und naja, warum eigentlich nicht:


Irgendwie hatte ich Lust einen Kranz hinzuzufügen, aber keine Zeit einen zu malen – also hab ich einfach ein paar alte ausgekramt und tadaa hier sind zwei Versuche:

 

Die zweite Freundin hatte noch einen Extrawunsch – eine Version mit einem witzigen Gesicht – so sieht sie nun am Ende aus mit ihren zwei Gesichtern – einmal verniedlicht und einmal witzig:

Und hier nochmal das niedliche Gesicht mit zwei Kranzversionen:

Notgedrungen musste ich danach eine Pause einlegen…aber diese Technik wird auf jeden Fall noch geübt. Ich hab auch schon eine gute Idee wofür…aber das wird noch nicht verraten 🙂

Ansonsten hab ich einen langen überfälligen Kurs zur Fabenlehre angefangen. Lange überfällig, weil mir da tatsächlich das Basiswissen fehlt – ich mach das mit den Farben im Grunde alles Intuitiv und nach Gefühl – was ja auch nicht verkehrt ist, aber manchmal ist ein wenig Wissen in dem Bereich schon hilfreich, ganz besonders was das mischen von Farben betrifft. Eine Übung aus dem Kurs fand ich besonders hilfreich: Man sollte zweimal das gleiche Bild malen – einmal nur mit warmen Farben und einmal nur mit kalten Farben:

Um zu schauen, ob das Bild durch die Farben verschiedene Gefühle transportiert. Also ich finde, dass das auf jeden Fall so ist und ich war erstaunt, was da alles zu Tage kam als ich zu jedem Bild ein Gefühlsbrainstorming gemacht habe. So ganz bin ich mit dem Farbenkurs noch nicht durch – mir fehlt noch das letzte Projekt – aber ich hoffe, dass ich unterwegs so einige mitgenommen habe für die Zukunft.
Was mich bei diesen beiden irgendwie bewegt hat war: Es macht wirklich einen Unterschied wie wir die gleiche Sache ausführen. Also wenn ich das ganze mal übertrage: Zwei Menschen können das gleiche tun- der eine macht es mit Liebe, der andere nicht und deswegen hat es eine völlig andere Auswirkung auf die Umwelt…und all diese Gedanken nur wegen einer Malübung :D.

Ermutigende Weite

Heute mal wieder ein paar Gedanken aus der Kategorie: „Was andere so zu mir sagen.“
In den letzten Monaten hab ich festgestellt, dass Menschen immer wieder einen bestimmten Satz zu mir sagen und zwar: „Du bist so ermutigend.“ Im ersten Moment könnte man denken, dass ist ein nettes Kompliment – zumindest, wenn ich das so schreibe ABER – ich höre ja auch noch den Ton in dem sie es sagen 😀 und der Ton war immer (zumindest in den Fällen, die ich meine) etwas vorwurfsvoll. Im ersten Moment war ich erstaunt, dass man nicht glücklich darüber sein kann, wenn man ermutigt wird, dann hatte ich natürlicherweise das Gefühl mich verteidigen zu müssen 😉 – aber ich hoffe, ich hab es in den meisten Fällen beherrschen können.

Es hat mich aber zum nachdenken gebracht…Was ist da los?
Und so hab ich dann mal die Statistik in meinem Kopf befragt: Was waren das für Gespräche? Mit welchen Menschen ist mir das passiert? Was hab ich eigentlich gesagt, dass sie als ermutigend empfunden haben? usw.

(c) Daniel Heide

Und ich bin zu folgendem Ergebnis gekommen:
In der Regel ging es natürlich in den Gesprächen darum, dass Menschen mir anvertraut haben wo sie das Gefühl haben zu versagen. Ich hab mir die Situation angeschaut und versucht ihnen eine Sicht anzubieten, die ein wenig weiter ist. Also sowas wie: „Wenn du es aus dieser Sicht betrachtest könnte es doch aber hilfreich sein für dich oder für dein Gegenüber oder für die Zukunft.“ Oder auch: „Vergleich das doch mal mit dem wie du damit umgegangen bist vor einem Jahr, da ist doch ein Fortschritt zu erkennen, das sollten wir feiern!“ Oder auch: „Was denkst du wie Gott darüber denkt? Ich glaube er freut sich, dass du überhaupt die Erkenntnis hast, dass es so nicht weitergehen sollte.“

Mir ist bewusst geworden, dass es mir wichtig ist beim ermutigen nicht die Wahrnehmung des anderen als falsch darzustellen oder zu schmälern sondern seinen Blick zu weiten. Oft wenn wir mit etwas unzufrieden sind – insbesondere, wenn es uns selbst betrifft sind wir so verengt in unserem Blick, dass wir weder mögliche positive Aspekte sehen können noch in der Lage sind Fortschritt zu bemerken. Oft ist es auch einfach unsere gewohnte Art Dinge zu beurteilen die uns im Weg steht Gottes Sicht erkennen zu können.

Ich halte es für wichtig, dass wir immer wieder innehalten und uns (mental) schütteln, damit wir mehr erkennen können. Das ermutigt, aber das kann z.B. auch helfen besser vorbereitet zu sein oder mögliche Gefahren früh zu erkennen. Denn dieses Denken ist ja auch genauso umgekehrt möglich – nämlich sich bei positiven Dingen immer wieder zu fragen: „Sind sie nur positiv oder beinhalten sie mögliche Gefahren? Sind sie für mein Gegenüber, meine Familie vielleicht gar nicht so positiv wie für mich? Und wie will ich damit dann umgehen?“
Zusammengefasst würde ich sagen: Ich glaube, es würde uns gut tun uns immer wieder daran zu erinnern, dass es mehr gibt als wir gerade jetzt sehen und verstehen können und wenn das schütteln nicht hilft neues zu entdecken, dann sollte es ganz natürlich sein, dass wir uns gegenseitig dabei helfen.

Hier noch ein interessantes Video zum Lückenmanagement von Vera F. Birkenbihl in dem sie auch, auf ihre Art, ermutigt „Fehler“ auch mal anders zu betrachten 🙂

Von der Freiheit zu lachen

Vor ein paar Wochen hat ein Freund zu mir gesagt: „Ich mag an dir, dass du, wenn du einen Witz erzählst oder was witziges sagst, dass du dann selber am lautesten lachst.“ Im ersten Moment wußte ich nicht, ob das jetzt wirklich ein Kompliment ist. Aber im Grunde genommen finde ich es ja auch logisch – wenn ich einen Witz erzähle, dann doch nur, weil ich ihn selber witzig finde. Alles andere macht ja keinen Sinn, oder?


Ich hab aber gemerkt, dass irgendwas Unwohles als erstes aufgestiegen ist, so als müsse man sich schämen, wenn man über seine eigenen Witze lacht. Und ich spüre diese Haltung bei vielen meiner Mitmenschen heraus…lieber erst mal nicht lachen, nachher findet es keiner ausser mir komisch.  Auch in Filmen gibt es ja oft diesen karikierten Menschen, der unwitzige Witze erzählt und als einziger darüber lacht und alle sind genervt oder bemitleiden ihn. Tatsächlich kenne ich Menschen in meinem Umfeld, die regelmäßig (für mich) nicht besonderes witzige Witze erzählen und laut darüber lachen. Aber ehrlich gesagt, finde ich es gar nicht so schlimm, denn weil sie lachen, müssen alle anderen meistens auch lachen. Nicht weil sie die Person auslachen (nagut vielleicht machen einige das auch) – sondern, weil sie einfach angesteckt werden und mitlachen müssen.
Wenn man bedenkt, das Lachen gesund ist und auch gemeinschaftsfördernd würde ich sagen: Leute, erzählt eure (jugendfreien) Witze und lacht so laut ihr könnt. Vielleicht werden wir so als Gemeinschaft, als Land und als Individuen auf eine Weise gesund, die wir gar nicht erwartet hätten. Und vor allen Dingen fangt an über euch selbst zu lachen und zwar von Herzen, denn wer das kann, der hat immer was zu lachen – und das kann ich aus Erfahrung sagen.

P.S.: Ihr dürft gerne eure Lieblingswitze in den Kommentaren hinterlassen – ich würde mich sehr freuen 🙂

Übungsblätter gut genutzt

Ich hab mich bei Skillshare für einen 3-wöchigen Lehrgang zum Thema Aquarell angemeldet. Die Aufgabe bzw. der Workshop für die erste Woche beinhaltet nur Übungen – also einfache Dinge, die man malt, um zu lernen wie man mit Aquarell am besten umgeht. Es geht um das Mischverhältnis von Wasser und Pigment, darum wie man zuviel Wasser wieder vom Papier bekommt oder auch zu viel Farbe. Wie man weiche und harte Abschlüsse hinbekommt und um die Beherrschung des Pinsels.
Ich mag keine Übungen. Jedenfalls nicht solche an deren Ende kein Abschlussprojekt steht. Also musste ich mich sehr stark selbst motivieren es trotzdem zu machen. Es ging nur mit viel Fantasie…beim Malen hab ich mir dann erzählt was das was ich male gerade sein könnte. Hahaha – ungefähr so: Guck mal, dass sieht aus wie eine Welle und das hier wie ein Mond und hier malen wir noch eine kleine Tür hin :). Nun ja, am Ende hatte ich zwei Übungsblätter und ich hab wirklich gemerkt, dass vor allen Dingen meine Pinselführung gefordert worden ist, weil meine Muskeln in der Hand plötzlich an Stellen geschmerzt haben, die ich schon lange nicht gefühlt hatte. Hier sind meine zwei fertigen Übungsblätter:


Natürlich weiß ich, dass es sinnvoll ist solche Übungen zu machen, aber es ärgert mich dann auch, dass ich dann diese fertigen Blätter habe die zu nichts gut sind…wenn ich z.B. Farben teste, usw. dann ist es ja eh ein Schmierblatt und ich schmeiß es weg. Bei solchen Übungen wie diesen fällt es mir schwer – weil häßlich siehts ja nicht aus, aber was macht man damit?
Mit ein wenig Überlegen bin ich auf diese Ideen gekommen:


Das eine Blatt hab ich etwas zurechtgeschnitten und daraus mit einem Stempel und einer Stanze eine Hochzeitskarte gemacht (O.K. das Herzchen gehört noch zu einer anderen Stanze, aber es war einfach ein Rest vom nächsten Projekt :)).

Und aus dem anderen Blatt hab ich zwei Anhänger gestanzt und diese dann so bearbeitet:


Ich hab die Übungsblätter sozusagen wie selbstgemachtes Designpapier benutzt…für mich war das dann so wesentlich zufriedenstellender. Und wo ich schon dabei war hab ich noch ein paar andere Reste zu dieser kleinen Karte verarbeitet:


Und schon ist mein Kartenvorrat zumindest ein ganz klein wenig gewachsen und ich hab weniger Müll…ein Erfolg auf ganzer Linie :).

In guten wie in schlechten Zeiten…

…was heißt das eigentlich? Natürlich weiß ich grundsätzlich was damit gemeint ist. Aber die letzten Wochen hat mich ein Gedanke beschäftigt: Ist uns beim Heiraten eigentlich wirklich bewusst was das bedeutet?
Und ich will jetzt gar nicht darauf hinaus, dass man nicht wissen kann was kommt in der Zukunft und ob man wirklich versprechen kann zu lieben und treu zu sein durch all die guten und insbesondere schlechten Zeiten, die auf einen zukommen. Ich möchte aber glauben, dass man sich dafür entscheiden kann und dass das in den meisten Fällen auch sinnvoll und möglich ist.
Was mich eher beschäftigt ist die Vergangenheit.
Mich selbst hat schon manchmal ein schlechtes Gewissen beschlichen, wenn mir mal wieder bewusst geworden ist, dass mein Mann etwas „ausbaden“ muss, was er nicht angerichtet hat. Wenn ich Schwierigkeiten habe ihm zu vertrauen, wenn ich gereizt auf etwas reagiere oder mich zurückziehe, weil ich verletzt bin und dann in der Reflexion merke, dass die Wurzel in einer Verletzung aus der Vergangenheit liegt. Ich hab mich oft gefragt: „Ist das nicht unfair ihm gegenüber?“


Und vor ein paar Wochen hatte ich dann so etwas wie eine Erleuchtung: Ist es nicht so, dass wir auch zu den schlechten Zeiten aus der Vergangenheit „Ja“ sagen, wenn wir heiraten?
Vielleicht meint der Rest der Welt jetzt: Natürlich, das ist doch logisch…nur ich hab ein wenig länger gebraucht. Mir hat dieser Gedanke auf jeden Fall gut getan. Allerdings ist mir dabei dann aber auch bewusst geworden wie wichtig es wirklich ist, dann vor der Hochzeit auch über so etwas ehrlich zu werden. Sich dem anderen wirklich zu zeigen und zu offenbaren, damit er zumindest ein wenig weiß worauf er sich einlässt. Aber natürlich ist man Ende sowieso überrascht und hat es nicht so erwartet wie es dann kommt. Das ist dann wohl auch ein Teil des Eheabenteuers. 🙂

Schnelle Goodies und Gedanken über Vorfreude

Obwohl ich ständig irgendwelche Goodies mache – entweder für Leute, die uns besuchen oder für Veranstaltungen, die ich leite, vergesse ich ständig diese zu fotografieren und zu zeigen…aber nicht diesmal 🙂


Hier hab ich einfach ein paar Kinderriegel mit einem Banner beklebt. Das Banner ist mit einem Spruch von der Stempelküche beklebt. Ich hab erst überlegt, ob es Sinn macht den da drauf zu stempeln, aber dann hab ich gedacht: „Eigentlich mag ich es bei jedem Menschen, wenn er lacht  – passt.“ Dazu hab ich einfach nur noch eine Schleife drumgebunden und mit einem Glue Dot fixiert und schon ist die Süßigkeit fertig

Da das Thema Lachen und Freude irgendwie zusammenpassen hab ich gedacht, dass ich noch ganz kurz erzähle was hier so gerade los ist. Wer mein Leben oder meinen Blog verfolgt sollte mittlerweile mitbekommen haben, dass wir ein neues Zuhause suchen…eigentlich schon seit Anfang des Jahres. Bisher haben wir einige wenige Wohnungen angeschaut, aber irgendwie passte es nie so richtig. Das ständige Suchen und Anschauen und wieder Verwerfen hat mich echt emotional erschöpft. So das ich eigentlich schon aufgehört hatte zu suchen und Gott einfach gesagt habe, er soll sich bitte darum kümmern. Emotional erschöpft hat mich besonders, dass sich (gedanklich) in der Wohnung heimisch machen und einrichten und das Ganze dann am Ende wieder loslassen zu müssen.

Auch wenn wir eigentlich nicht darauf vorbereitet sind, haben wir auch immer geschaut, ob es vielleicht ein Haus gibt das zu uns passt. Aber sowohl Häuser wie auch Wohnungen sind zur Zeit bei uns sehr teuer und eigentlich ist es ein schlechter Zeitpunkt für einen Hauskauf. Nun hat mein Mann mir vor ungefähr einer Woche einen Link zu einem Haus geschickt und ich hab gleich gedacht: Ja, hier möchte ich voll gern wohnen…


Am nächsten Tag hab ich gleich noch ein paar Fragen mit den Verkäufern geklärt und mit einem Finanzierer gesprochen und alles klang sehr vielversprechend.  Irgendwie bin ich innerlich von einer unglaublichen Vorfreude erfasst worden, aber eine innere Stimme hat immer wieder gewarnt: „Freu dich nicht zu früh…es könnte wieder nicht klappen.“


Die gleichen Hinweise hab ich dann auch von meinem Mann bekommen, als ich angefangen habe (für ihn) zu euphorisch über das Haus zu sprechen und mir Dinge auszumalen.
Das hat mich traurig gemacht und ich war schon kurz davor mich darauf einzulassen, aber dann hab ich gedacht: Nein. Stopp mal. Was geht hier eigentlich vor? Sowohl ich als auch die Außenwelt will mich davon abhalten die nächsten 1,5 Wochen (dann können wir uns das Haus erst besichtigen) einfach mal glücklich zu sein und mich auf etwas zu freuen. Und warum? Weil es sein könnte, dass in der Zukunft eine Enttäuschung auf mich wartet. Was für ein Quatsch. Erstens kann es sein, dass es wirklich: DAS Haus ist und ich hab mich unnötigerweise die ganze Zeit zurückgehalten und zweitens kann es tatsächlich sein, dass ich enttäuscht werde, aber warum soll ich mich dann nicht trotzdem vorher freuen? Das tut mir und meiner Seele doch viel besser.


Mir ist bewußt geworden, dass ich mir oft die Freude und das Glück in der Gegenwart nicht gönne, weil ich Angst habe vor einem möglichen Schmerz in der Zukunft…wie blöd. Also hab ich mich entschieden mich einfach zu freuen und einen möglichen Schmerz in kauf zu nehmen. Ich denke, nach soviel Freude ist der Schmerz am Ende auch leichter zu verschmerzen…und wer weiß, vielleicht freu ich mich dann auch für immer weiter :).

P.S.: Falls ihr euch fragt warum hier lauter Bäume sind 😉 – ich hab vor ein paar Tagen einen Online-Kurs zum Bäume malen gemacht und gedacht ich füg die hier einfach mal ein 😀

Warum man ganz bei sich sein sollte und wozu das führt.

Was ich mit „ganz bei sich sein“ meine ist wahrscheinlich eine Mischung oder ein Zusammenspiel aus Authentizität, Bewusstheit (also im Hier und Jetzt sein) und einem Wissen um die eigene Berufung also mit anderem Worten: Zu wissen was meine Lebensaufgabe ist bzw. zu Wissen wodurch ich eine Bereicherung für die Welt bin und sein möchte.
Alle diese Dinge erfordern, dass man sich mit sich selbst auseinandersetzt und versteht, aber auch ein Loslassen von Ansprüchen, Sorgen, Schuldgefühlen, Angst, Gefallen wollen, usw. Ich würde es auch als einen Reinigungsprozess beschreiben, bei dem man irgendwann bei dem ankommt was man wirklich ist und auch darin, dass man versteht, dass das gut ist und dass man auch genau das sein möchte (alles andere wäre nur ein anstrengender Kampf gegen sich selbst, den man eh nicht gewinnen kann). Damit meine ich aber nicht ein resignieren über das was ich an mir nicht als gut empfinde sondern im Gegenteil: Zu verstehen was ich gutes habe, was anderen dienen kann…aber auch das Wissen, dass ich darin beständig lernen und wachsen kann und auch soll.
Ich stelle für mich fest, dass ein Zusammenspiel dieser Dinge immer dazu führt, dass ich glücklich bin bzw. einen inneren Frieden habe. Natürlich ist man manchmal auch traurig oder wütend oder hat irgendwelche anderen Gefühle, weil man auf Umstände reagiert, die man nicht beeinflussen kann, aber wenn man auch darin, diese Punkte beachtet wird man einen inneren Frieden bewahren.
Einer der Gründe ist auf jeden Fall, dass der einzige Weg in Gottes Nähe zu sein ein bewusstes Leben im Hier und Jetzt ist, denn das ist der Ort an dem Gott immer ist. Ewigkeit ist immer in der Gegenwart. Aber es ist auch befreiend und entstressend, einfach authentisch sein zu können, weil man sich die ganze Energie spart, die man braucht, um Dinge vorzutäuschen und dazu auch die Unsicherheit, ob Menschen einen für das mögen was man wirklich ist…wenn ich immer zeige wer ich wirklich bin, dann stehen die Chancen dafür recht hoch.
Ein weiterer Vorteil oder auch Folge daraus ist sicherlich auch Gesundheit sowohl seelische als auch körperliche, einerseits durch das Vermeiden von Stress andererseits auch weil man auf sich selber achten wird, wenn man gelernt hat sich als wertvoll zu erachten.
Was für mich aber der entscheidenste  Grund ist so ein Leben zu suchen ist, dass ich feststelle, das Menschen ,die so leben wie automatisch alle anderen um sich herum in Anbetung führen. Das erste Mal aufgefallen ist mir das beim schauen von Clips verschiedener Casting Shows. Es gibt dort Menschen die gut sind und dann gibt es welche, die ganz bei sich sind und dann fühlt es sich an, als ob mein Mund einfach auf und nicht mehr zu geht und meine Augen fangen an zu tränen und mein Herz hüpft vor Freude…und im Publikum kann ich das dann auch immer beobachten und bei der Juri und ich denke dann oft: „Danke, Gott, dass du diesem Menschen diese Begabung gegeben hast.“ Oder: „Danke, dass du dir diesen Menschen ausgedacht hast.“ Ich glaube die natürliche Handlung eines Menschen, wenn wir sowas beobachten ist: Anbetung …wir verwechseln nur oft den Empfänger dafür. Ich denke, bei Sportereignissen passiert das Gleiche: Wir beobachten Menschen, die ganz bei sich sind und es wird Begeisterung und Anbetung bei den Zuschauern ausgelöst.

(c) Lenna Heide

Am Sonntag im Gottesdienst hab ich eine Frau beobachtet, bzw. sie saß direkt vor mir auf dem Boden. Während des ganzen Lobpreises war sie total versunken in ein Gespräch mit Gott…nicht das ich es gehört hätte, aber man hat es ihr abgespürt und jedes Mal, wenn ich auf sie geschaut habe, hab ich dieses Gefühl von Anbetung wahrgenommen und deswegen hab ich es gestern gemalt. Und noch ein letzter Gedanke oder ein letztes geschriebenes Bild…beim Lobpreis hab ich folgendes gesehen bzw. verstanden. Es war so als wenn ich eine Person als Geistwesen sehe (also genauso wie sie halt aussieht nur etwas heller) und dann nochmal als das was wir normalerweise sehen und Gott hat mir erklärt, dass, dass Fenster zum Himmel, dass wir öffnen können aus der Schnittmenge dieser beiden Personen besteht…also je genauer sich die beiden Personen (die ja dieselbe Person sind) überlappen (also je authentischer jemand ist) desto größer ist seine Autorität den Himmel auch für andere zu öffnen. Für mich fühlt sich das an wie das letzte Puzzle Stück, dass ich noch gebraucht habe, um zu verstehen warum Lobpreis manchmal  fließt und ansteckend ist und manchmal nicht.
Es ist nötig ganz bei sich zu sein, damit man auch ganz bewusst bei Gott ist und auch, dass man weiß wie wertvoll man ist, damit man anderen aus ganzem Herzen dienen möchte…und dann entsteht Lobpreis und Anbetung ganz natürlich. Und das gilt nicht nur für Lobpreisleiter sondern für jeden einzelnen Menschen auf seine ganz besondere Art und Weise.

Zum Abschluss hier noch ein Video von einem Casting Show Auftritt, das ganz gut beschreibt was ich meine: