Wo ich gerade bin…und ein paar Minikarten

Also ehrlich gesagt bin ich gerade Zuhause..also nicht im Urlaub oder so, aber  tatsächlich viel Unterweg. Im Januar jagte ein Termin den anderen, das war so gar nicht nach meinem Geschmack, aber manchmal muss man da halt durch.
Was mich aber eigentlich vom Blog schreiben abgehalten hat war, dass ich ich jede freie Minute damit verbracht habe auszuräumen, umzuräumen, Dinge zu verkaufen, zu verschenken oder zu spenden…ich hab ja schon in den Artikeln vorher kurz angedeutet, dass ich mich gerade mit Minimalismus auseinandersetze und es beschäftigt mich jetzt erstmal ganz intensiv. ABER es ist so gut wie geschafft – ich bin mittlerweile durch so ziemllich jede Schublade, Kiste, jeden Schrank usw. durch…es fehlen nur noch ein paar Ordner, die durchgeschaut werden müssen. Und ich hoffe, das dann wieder Ruhe einkehrt…eigentlich hoffe ich sogar, dass jetzt noch mehr Ruhe einkehrt. Einiges hat mich echt herausgefordert…z.B. das verschenken meiner New Kids On The Block Schallplatten – aber am Ende tut es doch gut :).
Zum basteln bin ich so gut wie gar nicht gekommen – aber ein paar Minikarten hab ich in der letzten Woche geschafft und noch ein größeres Projekt von dem ich demnächst noch berichten werde… Ich komme auf jeden Fall so langsam wieder im normalen Leben an 🙂
Hier also die zwei kleinen Schätzchen…die tatsächlich auch für zwei kleine Schätzchen gebastelt worden sind 😀


Diese Waschbären von Sugar Pea Designs sind so süß, aber ich hatte echt Probleme beim ausmalen…das braucht schon etwas Übung und ein Exemplar hab ich auch im Frust zerissen…wupps.


Dieses Mädchen ist aus einem Stepelset von Gina Marie und beim anmalen hab ich festgestellt, dass sie dem Geburtstagskind auch irgendwie ähnlich sieht…witzig.
Die Sprüche sind übrigens beide von Danni Peuß.

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Neue Bilder und Gedanken zum Jahresanfang

Ich hab in den letzten Tagen endlich mal wieder die Malsachen rausgeholt. Da ich mich immer noch mit dem Thema Minimalismus beschäftige bin ich ständig am ausräumen, wegräumen, wegschmeißen, verschenken, verkaufen, etc. So dass erst Mal weniger Zeit ist, obwohl das Endziehl ja, mehr Zeit ist. Mehr Zeit, weil weniger zu putzen und zu versorgen ist, mehr Zeit, weil man sich über weniger Gedanken machen muss, mehr Zeit, weil man weniger Geld ausgibt und deshalb nicht immer mehr arbeiten muss oder sich Wege zum Geld verdienen überlegen muss. Nun ja, bis dahin ist es noch ein Weg, aber bis jetzt macht der Weg echt Spaß (bis auf ein wenig Trennungsschmerz :)). Das erste Bild das ich dieses Jahr gemalt habe ist dieses:

(c) Lenna Heide

Ich hab hier einen inneren Eindruck gemalt – vom Gefühl her könnte ich es am besten so ausdrücken: Sich an Gottes Verheißungen festhalten und dadurch in einen Durchbruch fliegen. Es hat für mich viel von Ruhe und Leichtigkeit. Dazu passt auch der Bibelvers, den ich für dieses Jahr auf dem Herzen habe aus Jesaja 30,15 (in meinen Worten):

Umkehr und Ruhe werden euch retten. Stille und Vertrauen werden euch Kraft verleihen…

…und da wären wir auch schon beim zweiten Bild:

(c) Lenna Heide

Es ist nämlich so, dass Gott sich mir in letzter Zeit eher als Bär zeigt und nicht als Löwe, Adler oder Taube wie früher oft. Diese Begegnung mit dem Bär hat für mich etwas sehr kraftvolles. Zu erleben wie jemand der eine unglaubliche Stärke hat sich aber entscheidet sie nicht gegen mich sondern für mich einzusetzen ist sehr beruhigend. Ganz besonders im Chaos des Alltags mag ich mich daran erinnern.
Mein Wort für das Jahr 2018 wird wohl das Loslassen sein – sowohl von materiellen Dingen als auch von seelischen…ich glaube das wird ein Jahr voller Freiheit, Gelassenheit und Zufriedenheit…ich freu mich drauf.

Eine etwas andere Geschenkidee

Heute hab ich mal einen kleinen Gedankenanstoß bzw. einen Erfahrungsbericht, der euch vielleicht inspiriert. In den letzten Wochen hab ich auf dem Blog meiner Freundin Claudia immer wieder darüber gelesen wie sie angefangen hat ihr Zuhause zu „entrümpeln“ und nach welcher Methode sie das gemacht hat. Beim Lesen hab ich immer wieder gedacht: „Nein!! Du darfst dich jetzt damit nicht beschäftigen! Wenn du erst damit anfängst, dann fängst du an in allen Ecken und Schubladen auszuräumen und dann muss man das ja auch noch irgendwohin bringen und und und…natürlich auch noch der kleine Gedanke: Ich will gar nicht darüber nachdenken wovon ich mich vielleicht trennen sollte…wenn ich ehrlich bin.
Aber irgendwie war ich dann doch mit dem Thema beschäftigt und hab mir allen Warnsignalen zum trotz auch noch eine Doku über Minimalismus angeschaut. Hahaha , war ja klar was danach passiert.
Ich fange an auszuräumen und weg zu tun. Einerseits hatte ich so einen starken Drang dazu, das ich fast an nichts anderes mehr denken konnte, andererseits saß ich dann eine ganze Zeit vor Dingen und war völlig überfordert: Denn es waren Dinge, die ich noch gut finde, die mir vielleicht auch jemand den ich schätze mal geschenkt hat und ich hatte mich ehrlich darüber gefreut…aber jetzt benutze ich es einfach nicht mehr oder die Zeit dafür ist vorbei oder ich komm einfach nicht dazu es zu lesen, usw. Aber was soll man dann damit machen? Einfach wegschmeißen ging für mich nicht. Einige Sachen kann man ja spenden, aber das geht auch nicht mit allen. Ich biete die Sachen dann normalerweise auch meiner Familie und Freunden an, aber es waren einfach so viele…

(c) Rainer Sturm / pixelio.de

Und dann hab ich mich an etwas erinnert. Ich hab dieses Jahr so einige Filme und Serien geschaut in denen arme Menschen Weihnachten gefeiert haben und weil sie kein Geld für Geschenke hatten, haben sie dann entweder selbst gemachte Dinge verschenkt oder Dinge, die ihnen gehörten weiterverschenkt: Wie z.B. die Brosche, die sie mal geerbt hatten, usw.
Und da hatte ich eine Idee. Ich hab meine Schwestern und Schwägerinnen gefragt, was sie davon halten würden, wenn ich ihnen Sachen von mir „vererben“ würde. Nicht Sachen, die ich einfach loshaben möchte, sondern Sachen von denen ich Denke, dass sie bei Ihnen besser aufgehoben sind als bei mir. Alle fünf haben zugestimmt und dann hab ich mich an die Arbeit gemacht.
Es war gar nicht so leicht…zum einen sich von den Dingen zu trennen, aber auch das richtige für jede Frau zu finden. Ich hab ihnen dann auch noch dazu geschrieben, warum ich die Sachen ausgesucht habe und die Tüten dann abgegeben. Irgendwie hat es sich ganz besonders angefühlt, weil ich viel mehr etwas von mir verschenkt habe als ich es sonst tue, wenn ich Geschenke einfach kaufe. Und ich hab ehrlich gesagt noch nie so ein ausführliches und teilweise auch gerührtes Danke für Geschenke zurückbekommen. Ich fand diese Geschenkaktion für mich auf jeden Fall sehr bereichernd und vielleicht ist das ja auch was für die eine oder andere von euch. Vielleicht auch eine gute Idee für eine neue Familientradition, wer weiß? Seid gesegnet beim Verschenken und beschenkt werden.

Das ist auf jeden Fall meine Meinung: Erinnerungen

Heute ist ein ganz besonderer Tag für mich und ich halte diesen Tag seit 4 Jahren in Ehren. Heute ist nämlich der Tag an dem ich vor 5 Jahren den letzten Abend mit meinem Papa verbracht habe. Damals hab ich es nicht gewusst, dass er in 5 Wochen nicht mehr da sein wird und ja, wir haben uns danach noch gesehen, aber dieser Abend war besonders und das hab ich an diesem Abend schon gespürt. Ich weiß, dass mir damals durch den Kopf gegangen ist: Eigenartig sonst will Papa doch immer ganz schnell wieder nach Hause und heute lässt er sich einfach Zeit. Wir haben zusammen geredet, gelacht und Abendbrot gegessen, ein richtig schöner Abend kurz vor Weihnachten. Es war damals ein Geschenk und ist jedes Jahr wieder ein Geschenk für mich.

Wenn ich so darüber nachdenke gibt es viele gute Erinnerungen aus meinem Leben die ich habe und dann gibt es die ganz besonderen, die durch die sich mein ganzes Leben verändert hat, die wo ich jemandem ganz nah war, die wo jemand etwas gesagt hat, dass mein Herz tief berührt hat. Diese Erinnerungen sind wie ein Schatzkiste in mir drin mit Kostbarkeiten, die ich immer wieder in die Hand nehme und anschaue und die mich glücklich machen. Ich glaube auch, dass diese Schatztruhe nicht geschlossen ist sondern weit offen steht. Es ist nicht so, dass jeder dort hinein greifen darf, aber jeder kann die Schönheit sehen. Es gibt aber natürlich auch die Erinnerungen, die nicht so schön sind…diese Erinnerungen nehmen wir manchmal auch immer wieder in die Hand und es tut immer wieder weh. Bei manchen ist es sogar so, dass wir sie ganz tief verschließen, damit wir sie nicht wieder anschauen müssen, aber es ist spürbar, dass sie da sind.

Ich glaube, der Unterschied zwischen guten und schlechten Erinnerungen ist wie wir mit ihnen umgehen sollten. Die einen sollten wir wertschätzen und unser Herz dankbar und weich und gesund machen lassen – sie sollen festgehalten werden. Die anderen sollten wir lernen loszulassen. Natürlich nicht einfach so, sondern erst wenn wir uns damit versöhnt haben und gelernt haben was es daraus zu lernen gibt. Beides, sowohl das Loslassen von negativen Erinnerungen sowie das Wertschätzen der positiven macht glücklich…und ich hoffe, dass wir alle gerade jetzt zur Weihnachtszeit entweder das eine oder das andere nochmal ganz bewusst angehen…tatsächlich bin ich sogar überzeugt, dass das letzte Hemd sehr wohl Taschen hat. Taschen, die ich vollpacken darf mit wunderbaren Erinnerungen, das ist auf jeden Fall meine Meinung. Und was denkst du?

Das ist auf jeden Fall meine Meinung: (W)Eile

Die Überschrift könnte vermuten lassen, dass ich mich nicht für ein Thema entscheiden konnte…aber ganz so ist es nicht. Irgendwie hab ich die letzten Tagen über Eile nachgedacht. Wie ich manchmal so durchs Leben hetze unbewusst in der Angst etwas zu verpassen oder nicht zu schaffen. Und dann ist irgendwann der Tag, der Monat oder sogar das Jahr zu Ende und ich weiß gar nicht so recht wie das so schnell gehen konnte. Vielleicht liegt das manchmal auch daran, dass ich zu schnell gehe??
Ich gehöre zu den Menschen, die gerne Dinge erledigen oder zu Ende bringen, das gibt mir ein Gefühl von innerem Frieden und wenn etwas erledigt ist, dann kann ich erst so richtig loslassen. Das bewirkt aber, dass ich diesem Ziel-Zeitpunkt entgegenfiebere…ich zähle: Wie oft noch bis dieser Hauskreis zu Ende ist? Wie viele Karten muss ich noch basteln bis ich so viele habe wie ich brauche, usw. Und es ist noch nicht mal so als wenn ich meine Aufgaben nicht mag oder gern tue und trotzdem ist da oft diese Last, des fertig werden Müssens, die mich die Zeit dazwischen nicht so recht genießen lässt.
Jetzt in der Weihnachtszeit z.B.: Wie viele Geschenke muss ich noch besorgen? Wie viele Karten schreiben? Wen darf/will ich nicht vergessen?…und so vergesse ich oft in dem Augenblick ganz da zu sein, nicht zu eilen sondern zu weilen oder verweilen. Einfach mal den Moment aufzusaugen, einen tiefen Abdruck in der Seele zuzulassen, satt werden an der Gegenwart.

Ich glaube, wenn ich das öfter mal erlauben würde, wäre das Jahr gar nicht so schnell vorbei sondern würde so eine tiefe  Zufriedenheit hinterlassen, dass man das Jahr völlig „Jahressatt“ loslassen könnte. Ganz besonders möchte ich das für Begegnungen lernen: Nicht von einem Termin zum nächsten hetzen oder in der Gegenwart gar nicht richtig zuhören sondern darüber nachdenken, wie man die „To-Do-Liste“ für den Rest des Tages noch schaffen soll. Oft hab ich dieses Gefühl auch an meinen Geburtstagen gehabt. Da lädt man mal all die Menschen ein, die einem ans Herz gewachsen sind und mit denen man einen schönen Abend haben möchte und dann ist man den ganzen Abend damit beschäftigt Leute an der Tür zu begrüßen, dass Essen vorzubereiten, Geschenke auszupacken und dann geht schon der Erste und man ist damit beschäftig einen nach dem andern zu verabschieden und am Ende denkt man: „Irgendwie hab ich mit gar keinem richtig gesprochen.“
Dieses Jahr hab ich es anders gemacht, ich hab einfach meine Mädels in eine Billardkneipe eingeladen  – anstatt Essen zu Hause hab ich einfach die Getränke für den Abend bezahlt und Kleingeld für Billard und Darts mitgebracht. Schon vorher konnte ich mich ganz ohne Sorgen freuen, denn ich musste nichts vorbereiten und nicht stundenlang in der Küche stehen. Und an dem Abend hab ich Gespräche geführt mit so einigen Billard gespielt und Darts und sogar Kicker und dabei sehr viel gelacht. Am Ende des Abends war ich müde aber auch total dankbar und glücklich und es war in Ordnung, dass der Tag zu Ende ist, denn er war so voll gewesen, dass nichts mehr reingepasst hätte und ich konnte ganz leicht loslassen.


Aus diesem Grund möchte ich genau das Hochhalten für das nächste (Lebens-)jahr: Ich möchte weniger eilen und mehr weilen…und ich denke, dass das Leben, dann nicht langweilig wird sondern kurzweilig. Und ich bin mir sicher, dass das auch meiner Gottesbeziehung gut tun wird, denn Gott ist zwar immer da, aber immer nur in der Gegenwart und wenn ich weile, dann bin ich ihm wesentlich näher als sonst – das ist auf jeden Fall meine Meinung und was denkst du?

Das ist auf jeden Fall meine Meinung: Klarheit

Eigentlich hab ich dieses Thema schon seit Tagen im Kopf, aber ich wollte nicht darüber schreiben und hab die ganze Zeit darauf gewartet, dass mir noch ein anderes Thema einfällt. Aber jetzt ist es schon spät am Freitag Abend und wie es aussieht werde ich wohl über „Klarheit“ schreiben müssen – damit dann auch irgendwann wieder ein anderes Thema in meinen Kopf kommt :).
Mich beschäftigt dieses Thema, weil mir mehr und mehr auffällt wie wichtig mit Klarheit ist – nicht nur von meinen Werten her, sondern, dass ich es tatsächlich sogar körperlich zu spüren bekomme.
Wenn Situationen oder Menschen unklar sind, wenn ich mir nicht sicher sein kann wie jemand etwas meint oder was jemand von mir möchte, dann löst das Stress bei mir aus.
Deswegen hab ich in den letzten Jahren schon gelernt Dinge zu hinterfragen, noch mal genauer nachzufragen, um besser verstehen zu können.

Und das hilft – sogar sehr. Einfach mal fragen: Wie hast du das genau gemeint? Hab ich das so richtig verstanden? Was erwartest du jetzt genau von mir?, usw. Früher hab ich mich oft davor gescheut zu fragen, weil ich dachte, ich muss doch in der Lage sein, den anderen auch einfach so zu verstehen. Außerdem wirkt man ja vielleicht dumm, wenn man etwas nicht versteht. Mittlerweile ist es mir ziemlich egal, wie ich dann wirke – es ist mir wesentlich lieber richtig zu verstehen, weil das so viele Missverständnisse gar nicht erst entstehen lässt. Und vor allem gibt es mir eine viel größere Sicherheit, wenn ich z.B. Aufträge annehme.

(c) birgitH / pixelio.de

Ich weiß auch, dass es mir hilft für mich selber klar zu sein, mich zu sortieren und auszurichten, denn auch inneres Chaos löst bei mir Stress aus. Dafür hab ich im Laufe der Zeit verschiedene Methoden entwickelt und auch von anderen gelernt und ich empfinde es als sehr befreiend mich einfach mal hinzusetzen für mich selbst ein paar Fragen zu beantworten und dann viel besser zu wissen was in mir drin so los ist. Das hilft mir nach innen und nach außen. Denn wenn ich nach innen klar bin kann ich auch nach außen klar kommunizieren.

Womit ich in den letzten Jahren aber zu kämpfen hatte waren folgende Dinge:

-Manche Menschen weigern sich, sich klar auszudrücken, einfach aus Angst sich selbst zu offenbaren und verletzlich zu machen. Ich merke, dass ich da für mich an eine Vertrauensgrenze komme, die es mir schwer möglich macht enge Beziehung zu diesen Menschen zu leben.

-Manche Menschen reflektieren mir, dass sie Angst vor mir haben oder mich als hart empfinden, auf Grund dieser Klarheit und Ehrlichkeit. Obwohl mir jeder auch bestätigt, dass sie Kritik als konstruktiv und auch mich selbst nicht als bösartig oder böswillig empfinden oder darauf aus sie zu verletzen…so löst doch das Gefühl von Ehrlichkeit und Klarheit Angst bei Ihnen aus.

Lange hab ich mit mir gehadert, ob ich vielleicht etwas übersehe oder etwas falsch mache, aber bisher merke ich, dass ich da nicht aus meiner Haut kann…aber vielleicht finde ich den Fehler auch noch irgendwann?
Versteht mich nicht falsch, ich zwinge anderen meine Wahrheit nicht auf in dem ich ihnen ständig alles direkt ins Gesicht sage, aber wenn ich gefragt werde sag ich wirklich was ich denke und ganz bestimmt sieht man mir auch so gut wie immer an was ich denke. Ich weiß, nicht, vielleicht ist das der Preis, den man zahlen muss, um authentisch zu leben oder vielleicht ist das das Risiko der Verletzlichkeit, die man in diesem Bereich dann bereit sein muss auszuhalten. Nicht jeder mag Klarheit und Ehrlichkeit und Tiefe auch wenn sie als Beziehungsangebot gedacht sind…das ist mir im Laufe des letzten Jahres klar geworden. Aber ich hab mich entschieden, das ich an dieser Stelle bereit bin zu bezahlen, weil ich denke, dass es sich lohnt ein Leben in Klarheit zu führen – das ist auf jeden Fall meine Meinung. Und was denkst du?

Gemaltes Wort zum Sonntag: Einheitsbunt

Heute will ich ein paar Worte zu dem „Bild“ sagen. Tatsächlich wollte ich gestern etwas ganz, ganz anderes malen…aber irgendwie wollte es nicht klappen, also hab ich das was schon da war einfach weiter mit Farbe aufgefüllt und mal so ganz entspannt rausgelassen was so in mir drin war. Dazu muss ich sagen, dass ich den ganzen Tag auf einem Leiterseminar war und sich dort Leiter aus vielen verschiedenen Gemeinden hier aus der Gegend gesammelt haben.
Während ich so gemalt habe überkam mich dieses Gefühl von Einheit mit dem und mit denen, die um mich sind – eine Einheit die aber nicht dazu führt, dass wir alle gleich werden.
Und das hat mich bei dem Wort: „Einheitsbunt“ landen lassen.
Das Bild an sich wäre normalerweise einfach im Papierkorb gelandet – es gefällt mir von der Ausführung überhaupt nicht und ist mir mit all den Farben und Wörtern viel zu unruhig…aber ich hab mich trotzdem entschieden es zu zeigen, weil ich merke, dass es bei mir ein Gefühl anspricht, dass ich noch gar nicht richtig ausdrücken kann.
Einheitsbunt, darüber will ich in den nächsten Wochen ein bißchen mehr nachdenken…vielleicht ist Einheitsgrau und Einheitsbrei nur eine Lüge, die uns davon abhält einheitsbunt zu werden.
Noch ein Gedanke am Rande: Beim malen hab ich im letzen Jahr gelernt, dass Farben einander verändern – nicht nur dadurch, dass man sie mischt, auch einfach dadurch, dass man sie anders wahrnimmt, mit einer anderen Farbe daneben…und darauf hoffe ich, dass wir uns gegenseitig verändern, dabei wir selber bleiben und das Beste im anderen zum leuchten bringen.

 

 

 

Das ist auf jeden Fall meine Meinung: Tränen

Als ich mir überlegt habe heute über dieses Thema zu schreiben hab ich gedacht: „Och, das wird ja leicht, das gehört ja fast zu meinen Lieblingsthemen.“ Jetzt merk ich aber, dass ich so viele Sachen dazu im Kopf habe, das ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll…
Vielleicht am Anfang?

Als Kind hab ich einige Botschaften mitbekommen, zum Thema Weinen, die mich sehr geprägt haben – z.B.: den berühmten:“ Indianer kennen keinen Schmerz.“ Quatsch oder auch folgende Situation hat sich oft bei uns Zuhause abgespielt: Eins von uns Kindern  (ich habe noch 5 jüngere Geschwister) weint – aus welchem Grund auch immer – und bekommt dann zu hören: „Hör auf zu heulen, sonst bekommst du wirklich einen Grund zum heulen.“
Ich muss vielleicht dazu erklären, dass der Ton immer etwas rauer war als die Handlungen, die dann folgten – trotzdem hat die Aussage Angst ausgelöst bei mir. Und ich weiß, dass es Situationen gab, wo ich wirklich nicht wusste wie ich gerade aufhören soll zu weinen und mich dann doch irgendwie dazu gezwungen habe.

Einige, die mich kennen, werden jetzt vielleicht lachen, aber ich hab viele Jahre geglaubt, dass ich jemand bin der wenig bis gar nicht weinen muss – das war schlicht eine Beobachtung. Lustig ist das, weil mir heutzutage manchmal eine „Heulsalbung“ zugesprochen wird :)…ich hab das Weinen nämlich für mich wiederentdeckt und zurückerobert und ich bin sehr, sehr froh darüber.
Ich schätze Tränen heutzutage sehr – echte Tränen, die aus Trauer, Wut oder Freude oder vor Lachen geweint werden (Wenn ich von Tränen spreche mein ich nicht Tränen aus Selbstmitleid oder Tränen die zur Manipulation eingesetzt werden).

Echte Tränen begleiten immer tiefe Gefühle und zeigen an, dass man innerlich berührt und bewegt ist. Sie sind nicht nur auf Traurigkeit beschränkt auch wenn man sie in erster Linie damit verbindet. Tränen halten das Herz weich und sauber davon bin ich fest überzeugt und deswegen freu ich mich, wenn sie regelmäßig Teil meines Lebens sind. Manchmal, wenn ich lange nicht geweint habe, dann schau ich mir absichtlich einen Film an der Traurig ist, weil ich weinen möchte, auch wenn ich nicht für mich weine sondern aus Mitgefühl für andere – danach fühle ich mich wieder erfrischt oder gesäubert. Ich glaube, wir müssen genau wie unsere körperlichen Muskeln auch unserer Gefühlsmuskeln trainieren, weil sie sonst eingehen und ganz ehrlich mittlerweile möchte ich jedes Gefühl fühlen und zulassen können (damit meine ich nicht: an anderen auslassen), weil sie das Leben so viel reicher machen als es sonst wäre.

Ich wünschte mir, dass wir endlich aufhören Tränen als ein Zeichen von Schwäche anzusehen, weil sie im Grunde genommen das Gegenteil sind. Sie zeigen an, dass ein Mensch innerlich stark ist, denn wer weint lässt Gefühle zu, die andere Menschen wegdrücken, weil sie Angst davor haben von ihnen überwältigt zu werden, sie nicht aushalten zu können oder die Kontrolle zu verlieren. Lange Zeit hab ich selber nicht verstanden, warum ich so oft weinen muss, wenn ich z.B. traurige Dinge aus meinem Leben erzähle, die ich aber schon längst verarbeitet habe…aber vor ein paar Tagen hab ich es endlich verstanden: Ich habe während ich es erzähle Mitgefühl mit meinem vergangenen Selbst. Das hört sich im ersten Moment vielleicht eigenartig an, aber für mich ist das ein Zeichen von Heilung. Wenn ich mir selbst empathisch begegnen kann, dann weiß ich, dass ich gelernt habe mich wert zu achten und für mich zu sorgen. Was am Ende aber auch heißt, dass ich das auch für andere kann – denn alles was man lernt, lernt man ja erstmal an sich selbst.
Und deswegen werde ich auch nicht müde meinen Ratsuchenden immer wieder zu sagen: „Bitte, wein‘ doch einfach ohne dich dafür zu schämen oder schlecht zu fühlen.“ Denn Tränen sind immer ein guter Anfang um gesund zu werden  –  das ist auf jeden Fall meine Meinung – und was denkst du?

Prinzessinnen Weisheiten – Der Froschkönig

Nach langer Zeit gibt’s heute mal wieder einen Märchenartikel – ich bin ja der Meinung, dass man in jedem Märchen eine Wahrheit über Gott erkennen kann und bei vielen Märchen ist es recht leicht den Zusammenhang herzustellen, aber es gibt da ein Märchen, dass mir lange Kopfzerbrechen bereitet hat…bis jetzt.
Wer das Märchen nicht kennt oder nicht mehr so ganz parat hat kann es HIER nachlesen.
Es fängt ja damit an, dass die Königstochter mit ihrer goldenen Kugel spielt, diese dann in den Brunnen fällt und sie darüber so traurig ist, dass sie den Frosch um Hilfe bittet und ihm dafür verspricht, dass sie ihn lieben wird und das er ihr Freund sein darf.
Und diesen Teil kann ich noch leicht verstehen. Die Prinzessin ist natürlich ein Bild für uns…oder auch für die Gemeinde und weil es die jüngste ist kann es sogar sein, dass es für die jüngste Gemeinde, also für die aktuelle steht. Sie hat Gutes von ihrem Vater bekommen, aber das einzige was sie damit macht ist es für sich selbst und zu ihrer Belustigung zu verwenden. Sie zeigt ein sehr selbstsüchtiges und selbstzentriertes Verhalten. Das was ihre Welt erschüttert ist, dass sie ihr geliebtes Spielzeug verliert und um das wiederzubekommen ist ihr alles recht. Dafür bittet sie jemanden um Hilfe, den sie gar nicht besonders mag und sie verspricht ihm dafür alles was er haben möchte. Und geht es uns nicht auch oft so? Erst wenn uns etwas gefühlt „weggenommen“ wird, wenn etwas nicht mehr so schön ist wie es wahr, dann gehen wir zu Jesus und bitten um Hilfe, schütten unser Herz aus und versprechen ihm alles was uns einfällt nur, damit er alles wieder „heile“ macht.
Aber genau wie die Prinzessin in der Geschichte meinen wir das was wir versprochen haben gar nicht so ernst – entweder haben wir überhaupt keine Vorstellung davon was wir da überhaupt versprochen haben oder wir denken, dass wir aus der Nummer schon irgendwie rauskommen.
Jesus nimmt unsere Versprechen aber ernst. Und er geht auch sehr oft auf unsere Bitten ein – sogar die selbstsüchtigen. Ganz einfach, weil er so dringend unser Freund sein möchte, dass es ihm erst mal egal ist, dass wir ihn als lästig empfinden. Deswegen hört er nicht auf zu klopfen und zu rufen bis wir ihn widerwillig reinlassen…wobei der Vater in diesem Fall ja auch etwas nachhilft, denn es gibt Grundprinzipien, die gelten für alle, besonders für Königstöchter.

(c) Lenna Heide

Der Frosch ist nun da wo er sein möchte, ganz nah an der Prinzessin. Für diese ist es aber kaum zu ertragen und deswegen passiert etwas was uns allen passiert, wenn wir denken, dass unsere Grenzen überschritten werden: Sie wird wütend und aus dieser Wut heraus nimmt sie den Frosch und schleudert ihn gegen die Wand. Das ist der Teil, den ich nie verstanden habe, denn es ist nicht wie man oft annimmt ein Kuss der den Frosch in einen Prinzen verwandelt es ist dieser Aufprall gegen die Wand. Aber vor ein paar Tagen hatte ich auf einmal eine Offenbarung darüber, denn genauso verhält es sich oft in Seelsorgeprozessen. Jesus geht uns nach und legt seine Hand oft immer wieder auf das was uns weh tut, was wir nicht anschauen möchten. Nicht um uns zu verletzen, sondern um uns zu befreien und um unsere Augen zu öffnen und unserem Leben Sinn zu geben und einen Platz an seiner Seite. Aber wir werden wütend und aus dieser Wut heraus nehmen wir ihn manchmal und schleudern ihn gegen die Wand, gegen die Mauern in unserem Herzen…und dann passiert etwas was wir so nicht erwartet haben: Wir haben ihn berührt und er berührt uns und plötzlich werden unsere Augen geöffnet und wir sehen ihn wie er wirklich ist – wir sehen wer er wirklich ist. In der Geschichte steht: Ein Königssohn mit schönen und freundlichen Augen. Eine bessere Beschreibung kann ich für Jesus nicht geben. Und danach gibt es gefühlt gar nichts mehr zu besprechen, alles ist vorbereitet alles ist klar, der Königssohn holt die Prinzessin in sein Reich.
Warum diese Märchenstunde heute? Ganz einfach: Ich will euch ermutigen, die Wut die ihr habt mal zuzulassen. Jesus ohne Angst auch mal gegen eure Herzensmauer zu schleudern, um dann zu sehen wie er sich verwandelt und wie alles ganz klar wird. Das zu tun ist auf jeden Fall sinnvoller als wegzulaufen, sich zu verstecken oder zu hoffen, er wird irgendwann aufhören zu klopfen. Der Prinz will dein Freund sein und sobald du in seine Augen siehst wirst du auch nichts anderes mehr wollen.